18. Nov.
Rating:4

Vor vielen Jahren habe ich Andrea Maria Schenkels "Tannöd" gelesen und die besondere Stimmung, das kriechende Grauen der Geschichte habe ich bis heute nicht vergessen. "Finsterau" reicht nicht an "Tannöd" heran, aber schaffte es ebenso, meine Aufmerksamkeit zu fesseln, sodass ich das dünne Buch in mehr oder weniger einem Rutsch gelesen habe. Es geht um den Mord an Afra Zauner, die ledig und schwanger in ihr Elternhaus, eine ärmliche Kate im Bayerischen Wald, zurückkehrt. Es ist 1944 und der Vater, strenger Katholik, hat eine zeitlang im Zuchthaus der Nazis eingesessen. 1947, als der Krieg vorbei ist, schreitet die Demenz beim alten Zauner voran, immer wieder gerät er in Streit mit Afra, die inzwischen Mutter ist. Eines Tages wird sie tot aufgefunden und alles deutet darauf hin, dass der Vater sie erschlagen hat. Doch 18 Jahre später erzählt ein Fremder im Wirtshaus eine ganz andere Version. Aus verschiedenen Perspektiven nähern wir uns beim Lesen Stück für Stück der Wahrheit und Schenkel gelingt es, sowohl die Sprache und Stimmung einzufangen, als auch eine fesselnde Spannung immer weiter aufzubauen und zu halten. Leider wird mehrfach das Z-Wort genannt.

Finsterau
Finsterauby Andrea Maria SchenkelHoffmann und Campe