"Ja Eifersucht ist sein großer Fehler, anstatt auf seine Kinder stolz zu sein, entscheidet er sich lieber für den Neid, es ist klar, dass der Herr es nicht erträgt, wenn jemand glücklich ist."
José Saramago schreibt mit viel Fantasie, feiner Ironie und einer Prise Boshaftigkeit die Bibel um. Dabei wird der Brudermörder Kain auf eine ganz eigene Reise, durch verschiedene Schauplätze des alten Testaments geschickt. Man könne fast meinen, der bekennende Atheist Saramago habe ein gar nicht mal so gutes Verhältnis zu den Konzepten eines allmächtigen Gottes, sowie des religiösen Glaubens und führt diese gekonnt ad absurdum.😄 Da wird Gott auch schon mal als "abgefeimter Hurensohn" bezeichnet. Ich fands herrlich. Hier wird Gott nicht an seiner vermeintlichen Herrlichkeit gemessen, sondern (so wie der Mensch) an seinen Taten. Ein wie ich finde, würdiges Vermächtnis eines großen Autoren. "Der Leser hat richtig gelesen, der Herr befahl Abraham, den eigenen Sohn zu opfern, er tat es mit der größten Selbstverständlichkeit, so wie man um ein Glas Wasser bittet wenn man Durst hat. Was bedeutet, dass ihm dies eine Gewohnheit war, und zwar eine tief verwurzelte."

