Nizza und Monaco, ein Krimi-Reihenauftakt bei den Schönen und Reichen Einen wunderbaren neuen Schauplatz der neuen Krimireihe mit zwei besonderen Kommissaren hat der Autor hier gewählt. Das ist nicht nur sehr französisch, sondern wunderbar bildhaft beschrieben. Léon de Cavallier ist gräflicher Spross und mega reich. Zu Anfang macht er einen versnobten, arroganten Eindruck und es ist ihm so gar nicht Recht, dass er eine neue Kollegin für seinen pensionierten Partner an die Seite gestellt bekommt. Er ermittelt zum Zeitvertreib, denn nötig hat er es nicht. Da wedelt er gerne mit den Hunderten in seiner Geldklammer, ist immer exquisit gekleidet und fährt natürlich auch Ferrari. Sein Gegenpart ist die neue schwarze Kollegin Nadia Betaleb, die gerne Lederjacke trägt und Motorrad fährt, die in den berüchtigten Vororten von Paris aufgewachsen ist und auch dort ihre Karriere begonnen hat. So sind die beiden Hauptprotagonisten nicht nur vom Äußeren, sondern auch von ihrem ganzen Lebensstil total unterschiedlich. Ausgerechnet an Nadia‘s erstem Arbeitstag wird die Leiche einer hübschen jungen Frau im blauen Abendkleid am Strand von Nizza angespült. Sie ist von einem Partyboot gefallen oder gestoßen worden, ein Partyboot, das aber nicht registriert ist. Wer ist damit herumgefahren und wer ist die schöne Unbekannte? Léon und Nadja ermitteln nicht nur in Nizza und Monaco, sondern auch in dem berüchtigten Viertel von Nizza. Zu Beginn fliegen zwischen den beiden nur so die Dialoge hin und her. Leider konnte ich diesen nicht so viel abgewinnen. Ich fand sie eher gestellt und musste auch einige Male die Augen rollen. Erst nach mehr als 1/3 des Buches nahm dieses für mich dann aber Fahrt auf und hier besserte sich auch das Verhältnis der beiden. Da wusste ich, es wird doch noch etwas mit dem Buch und mir. Denn der Kriminalfall ist richtig spannend. Die bildhaften Beschreibungen bei den Schönen und Reichen war schon sehr gekonnt dargestellt und das hat mir richtig Spaß gemacht beim Lesen. Wer möchte da nicht mal eintauchen? Da sowohl Léon als auch Nadja jeder ein Geheimnis mit sich trägt und das von Léon schon ein wenig gelüftet wurde, und sich das Verhältnis beider auch verbessert hat, hat mir das Buch insgesamt Spaß gemacht. Ich werde auch den nächsten Teil lesen und empfehle das Buch insgesamt weiter, aufgerundete 4 Sterne.
Rasanter Krimi. Toller Start. Gut geschrieben und in einem Rutsch gelesen. Jetzt heißt es ein Jahr warten. 😅

Mord, Glamour und messerscharfe Dialoge
Worum geht’s? Mitten an den Strand der Reichen und Schönen wird in der Hochsaison eine wunderschöne Frau angespült. Tot. Niemand weiß, woher sie kommt. War es Mord? Léon de Cavallier, schwerreicher Adelsspross und Commissaire, übernimmt den Fall. An seiner Seite: die neue Kollegin Nadia Bentaleb, die ihn vom ersten Moment an komplett aus dem Konzept, an seine Grenzen und darüber hinaus bringt. Meine Meinung: Mit „Léon und die Frau im blauen Kleid“ gelingt Alexander Oetker ein absoluter Traumstart für seine neue Côte-d’Azur-Krimireihe rund um Léon de Cavallier und Nadia Bentaleb. Für mich war es das erste Buch des Autors und ehrlich: Ich hatte Spaß ab der ersten Seite. Dieser Krimi verbindet cosy Crime mit echter Spannung, schlagfertigen Dialogen und einer Kulisse, die nach Sommer, Luxus und verbotenen Geheimnissen riecht. Besonders stark fand ich das Ermittlerduo. Nadia und Léon könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie stammt aus dem Pariser Banlieue, ist arm aufgewachsen und musste sich alles hart erkämpfen. Er dagegen lebt zwischen Reichtum, Privilegien und alten Familiennamen. Arbeiten müsste Léon theoretisch nie wieder, aber gerade deshalb verfolgt er Verbrecher mit einer fast schon idealistischen Hartnäckigkeit. Dazu kommt Loïc als IT-Experte im Team, der die Dynamik perfekt ergänzt. Die drei zusammen funktionieren einfach. Dieses erste Kennenlernen, die gegenseitigen Spitzen, die kleinen Machtspielchen und gleichzeitig dieses unterschwellige Vertrauen haben unglaublich viel Spaß gemacht. Man merkt schnell: Hinter den Sticheleien stecken Menschen mit Herz. Und dann natürlich diese Kulisse. Die Côte d’Azur wird hier so bildhaft beschrieben, dass man beim Lesen beinahe selbst über die Strandpromenade flaniert. Sonne, Meer, teure Yachten, Champagner und Luxus auf der einen Seite. Auf der anderen Seite Gewalt, Drogen, Ghettos und Menschen, die jeden Tag ums Überleben kämpfen. Genau dieser Kontrast macht die Geschichte so spannend. Oetker zeigt eindrucksvoll, wie nah diese beiden Welten eigentlich beieinanderliegen und wie gefährlich ihre Überschneidungen werden können. Nicht alles glänzt so schön, wie es im Sonnenlicht aussieht. Für einen Cosy Crime war das Buch überraschend spannend. Gerade die Szenen mit Nadia hatten eine enorme Wucht. Besonders die Begegnungen rund um Mohammed haben gezeigt, wie schnell die Geschichte plötzlich deutlich düsterer werden kann. Dazu kommen Korruption, Vertuschung und die Frage, wie viel Macht Geld tatsächlich kaufen kann. Neben den Ermittlungen mochte ich aber vor allem die persönlichen Geschichten hinter Léon und Nadia. Ihre Vergangenheit wird immer wieder angerissen, ohne sofort alles preiszugeben, und genau das macht süchtig. Dieser Cliffhanger am Ende? Gemein. Einfach gemein. Die Ermittlungen selbst waren durchgehend packend, mit tollen Wendungen und einem Ende, das ich bis kurz davor nicht kommen sah. Zwar wird der eigentliche Fall gelöst, aber gleichzeitig bleiben so viele offene Fragen zurück: Wird Nadia mit ihrer Vergangenheit abrechnen können? Was ist mit Aurore und Noémi? Und Dalmasso? Dieser Auftakt hinterlässt genau das Gefühl, das ein guter Serienstart hinterlassen sollte: Begeisterung, Neugier und leichte Verzweiflung darüber, dass der nächste Band noch ewig entfernt ist. Menschen nennen das Vorfreude; aber im Grunde ist es literarische Folter mit mediterranem Flair. Fazit: „Léon und die Frau im blauen Kleid“ von Alexander Oetker ist ein atmosphärischer, unterhaltsamer und gleichzeitig überraschend spannender Auftakt einer neuen Cosy-Crime-Reihe. Die Mischung aus Côte-d’Azur-Flair, gesellschaftlichen Gegensätzen, charmanten Figuren und packenden Ermittlungen hat mich komplett abgeholt. Besonders das Zusammenspiel von Léon, Nadia und Loïc macht unglaublich viel Spaß und sorgt neben der Spannung immer wieder für humorvolle Momente. Dazu kommen starke Wendungen, düstere Einblicke hinter die glamouröse Fassade und ein Cliffhanger, der einen direkt nach Band zwei schreien lässt. Für mich ein absoluter Pageturner mit Sonne, Stil und Spannung. 5 sonnige Sterne von mir!


