17. Apr.
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Rating:3.5

No-Talk „… wie soll man sich denn verlieben, wenn man zum Schweigen verdammt ist?“ (S. 222) In einem abgelegenen Schweigekloster in der Provence begegnen sich Julien und Emma – zwei Fremde, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen für eine Woche aus der Welt zurückgezogen haben, um wieder zu sich selbst zu finden. Sie kennen weder die Namen noch die Geschichten des jeweils anderen, und doch ist da vom ersten Moment an eine leise, aber unübersehbare Anziehung, der sie sich kaum entziehen können. Aus der geplanten inneren Einkehr entwickelt sich schnell ein intensives „No-Talk“: Blicke, ein kaum merkliches Heben der Augenbraue oder eine zufällige Berührung gewinnen plötzlich eine Bedeutung, die Worte niemals erreichen könnten – und werden zu stillen Versprechen. „Abschalten, die Ruhe genießen, den Gedanken nicht mehr nachjagen, sondern ihnen vielleicht wirklich nachspüren können.“ (S. 21) Julien hat sein Leben bislang ganz der Arbeit und dem Erfolg gewidmet und dabei sein Privatleben verloren. Nun steht er an einem Punkt, an dem er nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. Von Beziehungen hat er eigentlich genug, doch Emma, die geheimnisvolle Fremde, zieht ihn unweigerlich in ihren Bann. Ausgerechnet in der Stille, ohne seine gewohnte Souveränität, ohne Worte und Auftreten, scheint er ihr näherzukommen, als er es je für möglich gehalten hätte. „Ich möchte zu mir finden – und endlich den Mut haben, von dem ihr alle denkt, dass ich ihn schon lange habe.“ (S. 34) Auch Emma trägt ihre eigenen Brüche mit sich. Gefangen in einem Leben, das sie so nie wollte, fehlt ihr bislang der Mut, grundlegende Entscheidungen zu treffen und neue Wege zu gehen. Der Rückzug ins Kloster ist für sie mehr als nur eine Pause, er ist der erste Schritt zu einer Veränderung, die längst überfällig ist. Unabhängig voneinander erfahren beide, wie die Stille nicht nur zur Selbstreflexion zwingt, sondern auch die Wahrnehmung schärft. Plötzlich rückt das Wesentliche in den Fokus: die Natur, die einfachen Abläufe des Alltags, das bewusste Erleben jedes einzelnen Moments. Jede Mahlzeit wird zu einem kleinen Ritual, zu einem „Seelenessen“, das nährt und heilt. Ebenso intensiv ist die schweigend geteilte Zeit zwischen ihnen – eine stille Intimität, die in der Abgeschiedenheit wachsen darf, frei von Erwartungen und äußeren Einflüssen. Doch was bleibt nach dieser einen Woche? Kehren sie einfach in ihre alten Leben zurück – oder ist aus der wortlosen Verbindung etwas entstanden, das auch außerhalb der Klostermauern Bestand haben kann? Mit „Das Lavendelkloster“ erzählt Alexander Oetker einen Liebesroman der leisen Töne. Es wird kaum gesprochen, und gerade darin liegt seine besondere Stärke. Statt Dialogen stehen Gedanken und Gefühle im Mittelpunkt, die den Lesern die Figuren auf eindringliche Weise nahebringen. Gleichzeitig entfaltet sich das sinnliche Panorama der Provence: der Duft von Lavendel, die Weite der Landschaft, die Ruhe und Magie des Ortes. Wie in all seinen Büchern verbindet Oetker auch hier Genuss, Atmosphäre und Emotion zu einer Geschichte, die lange nachklingt.

Das Lavendelkloster
Das Lavendelklosterby Alexander OetkerAtlantik Verlag
1. Apr.
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Rating:5

💜DAS LAVENDELKLOSTER - Alexander Oetker - ATLANTIK - ET 01.04.2026 - 288 Seiten HAPPY RELEASE DAY Neues von Bestsellerautor Alexander Oetker: Wie gesteht man eine Liebe, wenn man schweigen muss? „Wenn die Lippen schweigen, hat das Herz hundert Zungen“ Rumi Worum geht’s? Sinnsuche, Selbstfindung, Sinnlichkeit, Schweigekloster, Komplexität der Liebe Autorenportrait: Alexander Oetker, geboren 1982, berichtet als Frankreich-Experte von RTL und n-tv seit 15 Jahren über Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Er ist zudem Kolumnist und Restaurantkritiker der Gourmetzeitschrift Der Feinschmecker. Seine Krimis stehen regelmäßig auf der Bestsellerliste. Mit seiner Familie pendelt er zwischen Brandenburg, Berlin und der französischen Atlantikküste. Mein Leseeindruck: Von begeisterten Stimmen zum Autor angelockt und nach einem netten, persönlichem Gespräch auf der FBM im letzten Herbst, habe ich mir diese Neuerscheinung zum Lesen ausgesucht. Schon nach den ersten Seiten war ich eingenommen von dem wunderbaren, angenehmen, berührenden, fesselnden Schreibstil. Sehr interessant fand ich den spannenden Plot. Inmitten der Stille und Selbstfindung begegnet Julien einer betörenden jungen Frau. Kann eine Liebe, geboren zwischen Stille, Selbstzweifel, Leidenschaft, Sinnlichkeit, Sehnsucht und Neuanfang fortbestehen? Ist diese Liebe vielleicht sogar tiefer? Dieses Buch ist perfekt für Frankreich-Liebhaber und Fans von Liebesromanen und eignet sich hervorragend als Freizeit- und Ferienlektüre. Ich habe es gerne gelesen und gehört und empfehle es weiter. Fazit: Der Autor Alexander Oetker entführt den Leser mit diesem einzigartigen, sinnlichen Roman in den Kosmos der Liebe, des Verlorenseins und dem Zauber des Neubeginns.

Das Lavendelkloster
Das Lavendelklosterby Alexander OetkerAtlantik Verlag