Wenn die Wahrheit die Fassade sprengt
Was tust du, wenn du erfährst, dass der Mann, mit dem du dein Leben teilst, ein Mörder ist? Genau vor dieser Scherbenwelt stehen die drei Protagonistinnen in diesem Thriller. Nachdem die Taten ihrer Ehemänner ans Licht kommen und diese im Gefängnis landen, kreuzen sich die Wege der drei Frauen. Doch damit nicht genug: Als neue Morde passieren, nehmen sie die Ermittlungen selbst in die Hand – schließlich haben sie mittlerweile unfreiwillig einen verdammt „guten Blick fürs Böse“ entwickelt. Doch im Laufe der Ermittlungen müssen sie feststellen, dass der Schein oft trügt und die eigene Wahrnehmung manchmal die Wahrheit gar nicht sehen will. Was mir gut gefallen hat: Die Perspektiven: Die Geschichte wird abwechselnd aus den Sichten der drei Frauen erzählt. Das hat mir den Einstieg unglaublich erleichtert und geholfen, die Handlungen und Gefühle der drei Charaktere von Anfang an besser zu verstehen und nachzuvollziehen. Der Blick hinter die Kulissen: Besonders stark fand ich den Fokus auf das Leben nach dem Skandal. Das Buch beleuchtet sehr authentisch, wie das Umfeld, Nachbarn und Freunde plötzlich auf die Ehefrauen der Täter reagieren. Die soziale Isolation und die Vorurteile werden greifbar. Umso schöner war es zu sehen, wie die Frauen sich nicht unterkriegen lassen, füreinander einstehen und für Gerechtigkeit kämpfen. Die Grundspannung: Die Idee, dass die Frauen selbst ermitteln, bringt eine tolle Eigendynamik in die Story. Was mir weniger gefallen hat: Vorhersehbarkeit: Ich hatte leider schon recht früh einen Verdacht, wer hinter den neuen Taten steckt, der sich am Ende auch genau so bewahrheitet hat. Das hat dem Finale ein wenig den großen Knalleffekt genommen. Einige Längen: Zwischenzeitlich zog sich die Handlung für meinen Geschmack etwas in die Länge. Das Buch hätte an einigen Stellen durchaus um ein paar Seiten gekürzt werden können. (Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich während des Lesens in einer kleinen Leseflaute steckte, was meine Geduld eventuell zusätzlich beeinflusst hat). Fazit: „Ein guter Blick fürs Böse“ ist trotz kleinerer Längen im Mittelteil ein absolut unterhaltsamer und solider Thriller. Die psychologische Komponente – wie die Frauen mit dem Stigma ihrer Männer umgehen und wie trügerisch die eigene Sicht auf die Dinge sein kann – hat mir sehr gut gefallen. Wer Lust auf ein Ermittlerinnen-Trio der etwas anderen Art hat, kommt hier definitiv auf seine Kosten!









