2. Mai
Rating:5

Ich mag die Reihe, so wie ich die französische Westküste mag. Die Krimis sind wir ein kleiner Urlaub.

Außerdem sieht und gut zu lesen. Die Hautfiguren sind sympathisch, die Schilderungen der Handlungsorte sind gut lesbar und Abendessen lang.

Wolfstal
Wolfstalby Alexander OetkerHoffmann und Campe
25. März
Rating:3.5

Wieder ein schöner Krimi von meinem Lieblingsautor. Wie üblich ein sehr schönes Setting und auch die Kulinarik kommt wieder nicht zu kurz. Diesmal in den Bergen im Baskenland, auf dem Jakobsweg. Nur der Plot und das Motiv war diesmal nicht ganz so mein Fall.

Wolfstal
Wolfstalby Alexander OetkerHoffmann und Campe
12. Nov.
Dunkler Duft von Paprika und Schuld
Rating:5

Dunkler Duft von Paprika und Schuld

Zugegeben, in diesem kleinen Dorf irgendwo in den Pyrenäen würde ich keinen Urlaub machen wollen. Zu still, zu viele Blicke, die sich lieber abwenden. Und dann liegt da dieser tote Schäfer im Gras – und plötzlich wird’s richtig ungemütlich. Alexander Oetker hat’s einfach drauf, Spannung mit Atmosphäre zu vermischen, bis man selbst glaubt, im Baskenland durch den Nebel zu laufen. Luc Verlain ist so ein Ermittler, der nicht mit der Tür ins Haus fällt. Er beobachtet, grübelt, trinkt vermutlich zu viel Kaffee und kriegt trotzdem mehr raus als jeder forensische Computer. Ich mag das. Kein Superheld, sondern einer, der sich in den Leuten festliest – und denen ist in Wolfstal nicht so recht zu trauen. Das Setting ist wieder großartig: Paprikafelder, die im Wind flirren, alte Häuser, aus denen Geschichten tropfen, und dazwischen ein Wolf, der mehr Symbol ist als Tier. Oetker schafft’s, dass man sich fragt, wer hier wirklich das Raubtier ist – Mensch oder Natur. Klar, in der Mitte hängt’s ein bisschen durch. Da wäre etwas mehr Biss gut gewesen. Aber sobald die Fäden zusammenlaufen, sitzt man wieder gerade, weil alles plötzlich Sinn ergibt. Das Ende? Nicht laut, aber clever. So ein Moment, in dem man kurz still bleibt, weil’s einfach passt. Für Krimifans mit Herz fürs Detail, Lust auf Atmosphäre und einem Faible für leise Spannung statt Dauerfeuer – Wolfstal liefert genau das. Ein Krimi, der riecht, schmeckt und knistert.

Wolfstal
Wolfstalby Alexander OetkerHoffmann und Campe
9. Okt.
Rating:5

Lesenswert

In dem malerischen Dorf Espelette treffen sich immer die Pilger vom Jakobsweg zur Rast ein. Gab es früher nur Herbergen, gibt es jetzt auch ein Hotel. Die Pilger von heute suchen angenehme Unterkünfte, wollen weiche Betten und gutes Essen. Die Berge, die roten Dächer, die Paprikaschoten, alles so idyllisch. Was soll da schon passieren? Dann wird die Polizei zu Hilfe gerufen. Schäfer Jacques, ein Eremit, der die Wölfe liebte und am glücklichsten war, wenn er mit seinen Tieren alleine war, wurde bestialisch getötet mit einer Waffe, die auch noch geheim zu sein scheint. Wer hat ein Motiv, einen unschuldigen Menschen zu töten? Die baskische Polizei bittet Luc Verlain um Hilfe. Er beginnt seine Ermittlungen und trifft dabei eine Mauer des Schweigens. Schon bald stößt Luc auf schlüssige Mordmotive. Die Schäfer Kollegen, die Hoteliers, ein Video taucht auf. Die Spannung steigt immer weiter an. War Jacques überhaupt ein Baske? Rose Schillinger, die neue Ermittlerin an Lucs Seite, will ihre eigene Art anwenden und trifft immer mehr auf alles andere als Sympathie. Ihre Ausdrucksweise wunderte mich als Leserin schon sehr. Kann Luc denn wirklich länger mit dieser Frau zusammenarbeiten? Ist sie am Ende doch nicht so grimmig, wie es scheint? Macht sie ihm was vor? Persönliche Gründe für ihr Verhalten? Interessanter Schauplatz am Jakobsweg und die schönen Hintergrundinfos des Baskenlands. Da kommt Lust auf die Region urlaubsmäßig mal zu besuchen. Wenn ich nur an das Essen denke, kommt Freude auf. Das Buch hat mich sehr gut unterhalten. Ein spannender nachvollziehbarer Plot, dessen überraschenden Wendungen mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht und ob Luc Verlain noch auf die letzte zündende Idee kommt. Am Ende gab es für mich eine Überraschung, ich hätte auf alles gewettet, aber nicht darauf, wer entlarvt wurde. Wäre doch auch ein guter Fernsehkrimi. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

Wolfstal
Wolfstalby Alexander OetkerHoffmann und Campe
5. Okt.
Post image
Rating:5

Solitude – Einsamkeit „Monsieur Jacques war mehr als ein Eigenbrötler. Er hatte die fantastische Angewohnheit, sich Feinde zu machen, ohne anwesend zu sein.“ (S. 93) Jahrzehntelag hat Jaques wie ein Einsiedler in den Bergen von Espelette gelebt und seine Schaf- und Ziegenherde in die Pyrenäen getrieben. Geredet hat er kaum, aber er hatte immer sein Gewehr dabei, um die Pilger des Jakobsweg mit Luftschüssen davon abzuhalten, seinem Hof zu nahe zu kommen. Als er ermordet aufgefunden wird, bittet Luc Verlains ehemaliger Kollege Commissaire Gilen Etxeberra ihn um Amtshilfe. Zusätzlich wird ihnen vom Präfekten ein Kollegin zugeteilt – Rose Schillinger. Wurde sie wirklich zu ihnen strafversetzt, wie böse Gerüchte behaupten? Schon am Tatort erfährt das Ermittlerteam, dass sich die Bewohner Espelettes nicht nur nicht über Jaques gewaltsamen Tod wundern, sondern ihn längst erwartet – oder gar herbeigesehnt? – hatten. Er hatte sich zu viele Feinde gemacht, weil er die Touristen vertrieb, von denen die Einwohner hauptsächlich leben. Außerdem werfen seine Mitbürger Jaques vor, einen Wolf angelockt und im Winter sogar gefüttert zu haben. Gesehen hat ihn zwar noch niemand, aber sie finden regelmäßig gerissenen Schafe und Ziegen. Als sie mit verbotenen (und sehr teuren) Tellereisen gegen das Tier vorgehen wollten, hat er die Fallen zerstört. Als Wortführer gegen Jaques stellen sich der Hotelier Claude und Aitor, ein anderer Schäfer, heraus. Aber auch die Bürgermeisterin scheint froh, dass „das Problem Jaques“ endlich vom Tisch ist. Ist einer von ihnen der Mörder? Der 9. Teil der Reihe um Luc Verlain führt ins Baskenland an die spanische Grenze und bietet ein Wiederlesen mit einem alten Bekannten. Früher waren sich Luc und Gilen spinnefeind, inzwischen arbeiten sie sehr gut zusammen, sind Freunde geworden. Nur Rose fügt sich so gar nicht in das Ermittlerteam ein, scheint ihr eigenes Süppchen zu kochen. Misstrauen Luc und Gilen ihr zu Recht? Wie in allen Büchern von Alexander Oetker lernt man viel über Land und Leute und die örtlichen Spezialitäten. Früher haben die Bewohner vom berühmten Piment d’Espelette gelebt, heute bauen ihn die meisten nur noch für den Eigenbedarf an. Die Basken sind ein eigenbrötlerisches Volk mit einer eigenen Sprache, die sich nur ungern von externen Ermittlern in die Karten gucken lassen. So redet die örtliche Polizistin lieber mit ihren Mitmenschen über alle Details des Falles, als mit Luc und seinen Kollegen zuzuarbeiten. Im Rahmen der Ermittlungen lernt Luc die verschiedenen Pilgerunterkünfte (vom Wellnesshotel bis zur Herberge) und die entsprechenden Küchen kennen. Das leibliche Wohl kommt nicht also zu kurz und wie immer gilt: Nicht hungrig oder durstig lesen! Ich fand das Buch wahnsinnig spannend und habe auf einem Rutsch durchgelesen, was vor allem an der Persona des Opfers lag. Alle hatten etwas gegen ihn, man meinte, ihn zu kennen, und wusste doch kaum etwas von ihm. Auch die mystische Komponente mit dem Wolf und der filmreife Showdown haben mir sehr gut gefallen. Ich bin schon sehr gespannt, welcher Fall im März 2026 in Lacanau auf Luc wartet.

Wolfstal
Wolfstalby Alexander OetkerHoffmann und Campe