Sehr unsympathische Charaktere, was es interessant gemacht hat und gut historisch verwobene Geschichte.
Hua Manyue,Tochter einer reichen und mächtigen chinesischen Familie ist besessen vom Mah-Jongg spielen. Ihre Spielsucht geht so weit, dass sie als einzige ihrer Familie während des Ausbruchs des chinesischen Bürgerkriegs die Flucht verpasst, da sie gerade wieder im Spielcasino sitzt, als ihre Familie nach Taiwan flüchtet. Hua Manyue bleibt alleine, obdachlos und das harte Leben in Armut nicht gewohnt, zurück. Der ehemalige Fahrer sowie der Koch der Familie haben Mitleid mit Hua und verstecken sie bei sich zuhause vor den Kräften, die Rache an der ehemals reichen Bevölkerung üben, es drohen Inhaftierung oder gar Tod. Anfangs denken sowohl Hua als auch ihre beiden Retter, dass es sich nur um ein paar Tage oder Wochen der Unannehmlichkeit handeln wird, doch daraus werden 60 Jahre, in denen Hua mit falscher Identität in engsten und ärmlichen Verhältnissen bei der Familie des einstigen Dienstboten lebt. Doch sie findet trotz der aussichtslosen Lage für sich einen Weg, dieses Leben zu leben und für sich eine Nische zu finden, in der sie mental überleben kann. Ich fand das Buch großartig, obwohl die Protagonistin mir weder sympathisch noch nahe war. Doch dieses Gefühl der Fremdheit war meiner Faszination über diese Geschichte überhaupt nicht hinderlich, eher im Gegenteil. Der Autorin gelingt es zudem, die engen und armen Verhältnisse in der Mitte des 20. Jahrhunderts in China sehr gut spürbar zu machen, ich hatte beim Lesen das Gefühl, mir Geruch und Geräuschpegel etc vorstellen zu können. Dazu erfahren wir nebenbei 60 Jahre chinesischer Geschichte. Fazit: ich mochte alles an diesem Buch und werde sicher weitere Bücher der Autorin, deren Bücher in China übrigens verboten sind, lesen.
Interessanter kurzer Roman
Yue Manhua (Blule Vollmond) ist ein verwöhntes Mädchen einer reichen chinesichen Familie, die liebend gern Mah-Jongg spielt. Als sie eines Tages auaserhalb des Hauses ist und Mah-Jongg spielt, kommt es 1949 zur Revolution und sie verpasst, völlig verstiert auf ihr Spiel die Abreise mit ihrer Familie. Folglich muss sie sich in ärmlichen Verhältnissen durchschlagen. Fang Fang hat hier einen sehr interessanten Roman geschrieben, wo keine der Figuren wirklich sympathisch ist. Alle sind missgünstig, egoistisch und neidisch und verbittert. Dabei begleiten wir die Charaktere von den 50er Jahren bis in die hohen 80er und erleben so die starken Verwandlungen, die China nach der Übernahme durch Mao und die Kommunisten duechmachte. Die doch eher einfache Sprache macht das Leben der Charaktere sehr zugänglich und übt einen gewissen Zauber aus. Etwas Abzug gibts dafür, dass es doch ein paar Schreibfehler hat. Empfehlung für alle, die sich für chinesische Geschichte und Mah-Jongg interessieren. Auch wenn letzteres eher die Rahmengeschichte darstellt.
Ein Mah-Jonggspiel
Das Buch war wie ein Mah-Jongg Spiel. Es hat recht schnell Fahrt aufgenommen und manchmal kam es zu ein paar langweiligen Seiten und dann wieder interessante Seiten. Die Protagonistin war sehr unsympathisch, aber zum Ende hin, fand ich sie lustig. Der Sohn war auch furchtbar - obwohl ich anfangs Mitleid empfand, zum Ende hin war davon aber nichts mehr zu spüren. Man hatte von der Autorin auch regelmäßig Infos zu bestimmten Wörtern, Namen oder Ähnliches bekommen, sodass man sogar geschichtlich abgeholt wurde.
Wurde im Literaturclub empfohlen. Mich hat es aber nicht gepackt. Würde es nicht weiterempfehlen.

Eine unsympathische Protagonistin, in die mich hineinversetzen konnte.
Blume Vollkmond (Hua Manyue) ist der Name der Protagonistin. Das äußerst unsympathische Fräulein aus gutem Hause hat nur eins im Kopf: das Glückspiel Mahjong. Ihre Leidenschaft geht so weit, dass ihre Eltern ihr noch hundert Partien zugestehen, ehe sie für den Rest ihres Lebens die Finger davon lassen soll. Deal! Manyue ist voll ins Spiel im Salon am anderen Ende der Stadt vertieft, als der Rikschakuli sie auf Drängen des Vaters nach Hause ruft. Denn mit dem heranrücken der kommunistischen Armee haben ihre Eltern beschlossen zu fliehen. Doch die versprochenen Partien sind noch nicht zu Ende gespielt. Manyue lässt sich nicht umstimmen. Erst als die Soldaten der Befreiungsarmee das Gebäude stürmen, sieht sie sich gezwungen, ihr Spiel zu unterbrechen. Zu Hause angekommen stellt die jedoch fest, dass ihre Familie bereits über alle sieben Berge ist und die Armee das Haus ihrer Eltern besetzt hat. Es bleibt ihr, um als gnädiges Fräulein einem grausamen Schicksal zu entgehen, ist sie gezwungen, eine neue Identität anzunehmen und ein Leben am unteren Ende der sozialen Hierarchie zu fristen. Am Beispiel von Manyues Leben skizziert Fang Fang die Kriege, sozialen Umwälzungen und Hungersnöte, welche die Volksrepublik China im 20. Jahrhundert heimsuchten. Während sie die Gewalt und das Denunziantentum anprangert, die zum Misstrauen bis hin zur sozialen Verrohung einer ganzen Gesellschaft beitrugen, zeigt sie auch, was Menschen Halt geben kann und konnte und dass es auch in diesen schwarzen Zeiten hier und da uneigennützige Gesten von Mitleid und Nächstenliebe gab. Mehr zum Buch in meiner Video-Rezension im Lesemonat September auf Youtube : https://youtu.be/K1o_e0M2uys?si=RrBjt9RC4wAoQuIR
Sternebewertung fiktiv
Fang Fang erzählt in „Blume Vollmond“ die Geschichte von Hua Manyue, deren Name übersetzt „Blume Vollmond“ bedeutet. Es ist das Jahr 1948, kurz vor Ende des chinesischen Bürgerkriegs. Während ihre Familie die Flucht nach Taiwan vorbereitet, sitzt Hua Manyue im Spielsalon. Sie will die 100 Runden Mahjong beenden. Eine kleine Geste der Sturheit, eine letzte Form der Selbstbestimmung. Doch genau dadurch verpasst sie Ihre Familie. Zurück bleibt sie allein, getrennt von ihrer Familie, abgeschnitten von ihrem bisherigen Leben. Der privilegierte Alltag ist verloren, und Hua Manyue muss sich in einer Welt behaupten, die sich radikal verändert. Mahjong wird für sie mehr als nur ein Spiel, es ist Ritual, Erinnerung, Trost und Bindung an das, was einmal war. Fang Fang verbindet das Schicksal einer einzelnen Frau mit den politischen Umwälzungen der Zeit. Der Roman zeigt eindrücklich, wie Erinnerungen sowohl Zuflucht als auch Gefängnis sein können. Poetisch, melancholisch und zugleich klar erzählt, entsteht das Bild einer Frau, die inmitten von Verlust und Einsamkeit nach Würde und Identität sucht. Es ist ein stiller Roman der von Entscheidungen handelt, die unser Leben unwiderruflich prägen, und von der Frage, wie wir inmitten politischer Umbrüche ein Stück Selbst behaupten können. Poetisch, traurig, kraftvoll.
Es ist das Jahr 1948 und die 20-jährige Hua Manyue verbringt ihre Zeit mal wieder am Mah-Jongg-Tisch im Spielsalon. Da erscheint Wang Vier, der Rikschakuli der Familie, mit dem Auftrag, sie abzuholen. Die Straßen sind voller Soldaten der Befreiungsarmee, es wird geschossen und die gesamte Familie Hua muss fliehen. Zurück bleibt nur Hua Manyue, ohne jeglichen Besitz, da dieser enteignet wurde, und so muss sie untertauchen. Aus Hua Manyue wird nun Yue Manhua. Wang Vier versteckt sie pflichtbewusst, doch wie soll ihr Leben in Zukunft weitergehen? „Blume Vollmond“ ist der neuste Roman der chinesischen Autorin Fang Fang und wurde von Michael Kahn-Ackermann ins Deutsche übersetzt. Das chinesische Original wurde bisher nicht veröffentlicht, da die Autorin in ihrer Heimat einem Publikationsverbot unterliegt. Der Titel des Buches ist die wörtliche Übersetzung des Namens der Protagonistin Hua Manyue und wirkt im Deutschen eher zusammenhangslos. Hier wäre vielleicht der chinesische Name oder ein Titel mit Bezug zum Inhalt vorteilhafter gewesen. Die Handlung entwickelt sich vor dem Hintergrund der so genannten „Bodenreform“ (1948-51), über die „Kulturrevolution“ (1966-76) bis in die Gegenwart im Jahr 2008, als Hua Manyue 80 Jahre alt ist. Die politischen Entwicklungen und die bodenlose Gewalt, die die Bevölkerung erdulden muss, bleiben jedoch nur ein kleiner Nebenschauplatz. Im Zentrum steht eine Protagonistin, für die im Leben nur eines Bedeutung hat: das Mah-jongg-Spiel. Auch als sie Wang Vier heiratet, um ihre Tarnung zu schützen, und mit ihm einen Sohn bekommt, kann sie für ihre Familie keine Gefühle entwickeln; der Bezug zu ihr als Hauptfigur bleibt schwierig. „Blume Vollmond“ ist zuallererst ein Roman über Spielsucht und über einen gesellschaftlichen Abstieg. Aufgrund ihrer Persönlichkeit fällt es jedoch schwer, Empathie mit der Protagonistin zu empfinden. Ich persönlich hätte mir noch einen etwas tieferen Einstieg in die politischen Zusammenhänge gewünscht. Wer diesen sucht, wird bei Fang Fang in ihrem grandiosen Roman „Weiches Begräbnis“ fündig; „Blume Vollmond“ enthält aber auch ein sehr informatives Nachwort.
Ein interessantes Buch über ein chinesisches Frauenschicksal
Ein Buch über das Schicksal von Hua Manyue, der Tochter wohlhabender chinesischer Eltern während des Bürgerkriegs. Hua Manyue ist eine begeisterte Mah-Jongg-Spielerin. Während sie spielt, blendet sie alles um sich herum aus. So ist sie auch gerade beim Spielen, als ihre reiche Familie angesichts des auflodernden Bürgerkriegs nach Taiwan flieht. Zu spät kommt sie nach Hause und findet nur noch ein von Revolutionären besetztes Haus vor. Mit Hilfe des Rikschafahrers, der einst bei ihren Eltern angestellt war, gelingt es ihr, sich zu verstecken und eine neue Identität anzunehmen. Fortan lebt sie unter ärmlichsten Bedingungen und unter einem anderen Namen … Das Buch war sehr interessant, da es eindrucksvoll zeigt, mit welchen Mitteln während des chinesischen Bürgerkriegs Menschenleben zerstört wurden, wie die Bevölkerung lebte und was dies für ein individuelles Schicksal bedeutete. Der Schreibstil ist sehr distanziert und sachlich – das erschwerte es mir, eine emotionale Bindung zu den Figuren aufzubauen. Leider empfand ich die Protagonistin als wenig sympathisch – vielleicht war das sogar beabsichtigt? Trotzdem spreche ich eine Leseempfehlung aus, denn das Buch ist inhaltlich sehr lehrreich. Übrigens: „Blume Vollmond“ ist die deutsche Übersetzung des Namens der Protagonistin, Hua Manyue.
Das Klackern der Steine
Offiziell wurde Mah Jongg nach 1949 in China strikt verboten. Heute wird es wieder geduldet und übt eine große Faszination auf die Menschen aus. Auch in anderen Ländern erlebt dieses Spiel gerade eine Renaissance. Dem gegenüber stehen 60 Millionen Spielsüchtige allein in China. Hua Manyue ist ein verwöhntes Fräulein aus reichem Hause. Als sie zu Beginn der Revolution in einem Spielsalon sitzt und ihrer Leidenschaft – dem Mah Jongg Spiel – frönt, eilt Wang Vier herbei, um das Mädchen nach Hause zu holen. Die Eltern sind aufgebrochen, dem Wüten der neuen Herrscher nach Taiwan zu entfliehen. Doch die Tochter weigert sich zu kommen, zu sehr ist sie ins Spiel vertieft und außerdem haben ihre Eltern ihr versprochen, dass sie noch 100 Runden spielen darf und sie ist knapp bei der Hälfte. Sie bleibt und steht später der Tatsache gegenüber, dass ihre Familie ohne sie abgereist ist. Im Haus haben sich Soldaten der Volksbefreiungsarmee eingenistet und da sie ihre Identität nicht preisgeben darf, ohne Gefahr zu laufen gefangen oder gar ermordet zu werden, ist es tabu. Völlig mittellos nimmt sich Wang Vier Hua Manyue an. Sie zieht bei dem ehemaligen Dienstboten ein und wird später sogar seine Frau und Mutter seines Sohnes. Doch das alles tut sie ohne Freude, Lust und Leidenschaft. Man hat den Eindruck, sie lebt ihr Leben und hat doch jegliche Vitalität verloren. Die Kulturrevolution und ihre Folgen macht aus ihr eine elende Frau, die vor ihrer Zeit altert. Nur das Verlangen, die 100 Runden irgendwann zu Ende zu spielen, hält sie aufrecht. Ob es dazu kommt, müsst ihr selber lesen. Fang Fang hat vor dem Hintergrund dieses Schicksals die Umbrüche in der chinesischen Gesellschaft ab 1949 zusammengefasst. Nach und nach bekommen wir als Leser*innen mit wie stark und auch, wie oft sich die Bevölkerung an gerade herrschenden Regeln gewöhnen muss. Dabei schleicht sich eine gewisse Lethargie ein. Den Eskapismus, den unsere Protagonistin betreibt, findet man in der chinesischen Gesellschaft auf vielfache Weise. Nach außen hin wird das gemacht, was von oben bestimmt wird, die Möglichkeiten sich individuell auszuleben aber sind sehr begrenzt. Deswegen schätzt man die Flucht in die Zerstreuung und ein Spiel bietet da vielfältige Möglichkeiten. Der Einzelne zählt in dieser Gesellschaft nichts, und man spürt die Einsamkeit des Individuums in jeder Zeile. Die Politik der Amnesie, die der Kader verfolgt, zeigt Früchte, auch das hat die Autorin herausgearbeitet. Das Vergessen wird hier so lange praktiziert, bis es schwer wird, Ursache und Wirkung nachzuvollziehen. Das hat auch Jahrzehnte später noch folgen. Der Schreibstil von Fang Fang ist eigenwillig und parabelhaft. Sie erzählt uns die Geschichte chronologisch und um vieles nachvollziehbarer zu machen, gibt es einige Anmerkungen, die ich wirklich interessant fand. Allerdings herrscht auch eine gewisse Distanz in der Ausdrucksweise. Somit bleiben die Protagonisten immer auf Abstand und es fiel mir schwer Sympathie mit irgendjemandem in diesem Text zu entwickeln. Beim Lesen macht sich Kälte und Emotionslisigkeit breit und die Frage steht im Raum, wie viel die Autorin von sich und ihrem Leben in China Preis gibt. Fang Fang gilt heute als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Chinas, besonders im Kontext von sozialem Gewissen, moralischem Mut und kritischem Denken – auch unter Zensurdruck. Mich hat die Lektüre sehr bereichert und ich bin immer noch fasziniert davon, wie die Autorin es schafft, historische Fakten so als Kulisse zu inszenieren, dass man viel lernt und trotzdem das Einzelschicksal nie aus den Augen verliert. Ich empfehle das Buch allen, die auf literarische Art und Weise etwas über die Umwälzungen in China nach 1949 erfahren möchten und Menschen, die sich mit Eskapismus, insbesondere ins Spiel, auseinandersetzen wollen.
Zwischen Mahjong und Krieg
Der Chinesische Bürgerkrieg steht kurz bevor, doch die Protagonistin Hua Manyue blendet das völlig aus – sie ist völlig eingenommen vom Mahjong-Spiel. Erst als es zu spät ist, merkt sie, dass sie fliehen müsste. Stattdessen bleibt ihr nur noch, sich zu verstecken, ihren Namen zu ändern und sich als Teil des einfachen Volkes durchs Leben zu schlagen. Als Frau aus gutem Hause ist sie plötzlich mittellos und auf die Gnade ihrer früheren Bediensteten angewiesen. Hua Manyue ist keine sympathische Figur. Sie wirkt kühl, abweisend, fast schon gleichgültig – außer, wenn es um Mahjong geht. Und genau das macht sie interessant. Ich fand ihre Darstellung fast parabelhaft: Wie gehen Menschen mit plötzlichen Umbrüchen um? Was gibt ihnen Halt, wenn alles um sie herum zerbricht? Und kann eine einzige Leidenschaft ausreichen, um nicht den Verstand zu verlieren? Es war auch bemerkenswert, wie sie trotz ihrer Namensänderung und dem Verlust ihres früheren gesellschaftlichen Standes weiterhin im Mittelpunkt vieler Menschen steht – obwohl sie keinerlei Macht mehr ausüben kann. Auch wenn die politische Lage nur in knappen Worten angedeutet wird, bleibt die Bedrohung durch den Bürgerkrieg ständig spürbar. Ich hatte zwar oft wenig Sympathie für Hua Manyue, aber manchmal doch Mitgefühl. Im Nachwort wird das historische Geschehen noch einmal eingeordnet – was ich sehr spannend fand, da ich mich mit der chinesischen Geschichte nicht besonders gut auskenne. Das hat dem Buch für mich zusätzliche Tiefe verliehen. Besonders hervorheben möchte ich noch, dass im Nachwort erwähnt wird, dass dieses Buch in China nicht erscheinen durfte – es wurde stattdessen als Manuskript für die deutsche Übersetzung zur Verfügung gestellt. Umso wichtiger finde ich es, dass es gelesen wird. Ich bin gespannt auf weitere Werke von Fang Fang. Eine klare Empfehlung für alle, die besondere Charaktere schätzen – nicht immer sympathisch, aber mit einem faszinierenden Innenleben, das fesselt. *unbezahlte Werbung- Rezensionsexemplar










