Wichtige Geschichte, von der Autorin wie schon beim Vorgängerroman großartig umgesetzt.
"Die Zeit im Sommerlicht ist eine fiktive Geschichte, die aber auf wahren Begebenheiten beruht." Es ist eine grausame Geschichte, die hier erzählt wird und ich frage mich, wahrscheinlich wie viele, die das Buch gelesen haben, wer auf diesen Titel gekommen ist, der so gar nicht zum Buch passt. Ich bin nicht leicht in den Roman reingekommen, denn er wird aus der Sicht von fünf Protagonistinnen und Protagonisten erzählt, welche noch dazu zwischen zwei Zeiträumen springen, die 30 Jahre auseinander liegen. Erzählt wird von der erzwungenen Zeit im Kinderheim, auf welche die samischen Kinder gehen mussten. Man verbat ihnen in ihrer Muttersprache zu sprechen und zu jölken. Dafür mussten sie schwedisch lernen und gnadenlosen Gehorsam. Alles mussten diese Kinder hinter sich lassen, was sie bisher kannten. "Im Sommerlicht war die Zeit endlos, und sein Körper kannte keine Müdigkeit." Das waren die Zeiten mit den Rentieren, den Eltern, Großeltern und Geschwistern. Geblieben waren Angst, Schläge und das Verschwinden der Gebräuche. Nur zweimal im Jahr durften die Kinder nach Hause und waren nicht mehr die selben. "Er vergrub sein Gesicht in der Kleidung auf den Bügeln und atmete die Familie in sein Herz ein." Auch im erwachsenen Leben blieben die meisten dieser Kinder zerrissen. Die von nicht samischen Einwohnern rassistisch beleidigt werden und sich kaum trauen ihre Tracht zu tragen. Dann taucht die wirklich böse Hausmutter wieder in der Stadt auf. Die ersten 50 bis 100 Seiten musste ich "überstehen", dann hat mich das Buch noch abgeholt und erschüttert.

Eine sehr einfühlsame und gleichzeitig erschreckende Erzählung über das Leben der samischen Kinder in der 50er-Jahren und die Kerben, die die traumatischen Erlebnisse in einem Nomadenheim in die Familien und Lebenswege geschlagen haben. Es ist mein zweites Buch von Ann-Helén Laestadius und man spürt mit jeder Pore, wie sehr sie diesen Volksstamm und seinem Leben zugetan ist. Dieses Mal konzentriert sie sich auf die Schicksale der samischen Kinder, denen in Nomadenheimen unter staatlicher Kontrolle die samische Kultur ausgetrieben werden sollte, damit sie sich als "gute christliche Schweden" besser integrieren. Ihre eigenen samischen Wurzeln machen aus der Erzählung ein authentisches Werk und sensibilisieren für die Bedürfnisse von Urvölkern und ihren Lebensräumen. Die verschiedenen Perspektiven geben Einblicke in unterschiedliche Reaktionen auf Trauma und Gewalt.
Ihre Augen begegneten sich im Spiegel, an dem kleine Hände Fingerabdrücke hinterlassen hatten. "Du wirst dich doch nicht von ihr ins Bockshorn jagen lassen." Marge schüttelte den Kopf. "Das ist es nicht." "Was ist es dann?" Pirjo schob die Aufzugstür auf und sah sie neugierig an. Marge bekam Angst vor ihren eigenen Gedanken. Sie konnte Pirjo doch nicht sagen, dass die Gefahr bestand, dass sie die Alte totschlug. Aber genau so war es. - Zitat, Seite 192 "STRAFF" - Strafe, so lautet der Originaltitel des Romans von Ann-Helén Laestadius, der das Trauma der samischen Kinder, die in den 1950er Jahren gezwungen wurden, auf sogenannte Nomadenschulen zu gehen, und dieses an nachfolgende Generationen weitergeben, thematisch aufgreift. Eine fiktive Geschichte auf zwei Zeitebebenen, die leider auf realen Begebenheiten beruht, wie die Autorin in ihrem Dankwort betont. Und die ohne die Hilfe ihrer eigenen Mutter, die selbst zur Nomadenschule gegangen ist, nicht hätte erzählt werden können. Es ist fast unerträglich, den Alltag der kleinen Mädchen und Jungen zu begleiten, die in dieser Nomadenschule bzw Internat physischer und psychischer Gewalt hilflos ausgesetzt sind. Zudem soll ihre Identität und Herkunft durch eine angepasste Hülle ersetzt werden. Sie dürfen ihre samische Sprache nicht sprechen und müssen schwedisch lernen. Besonders große Angst herrscht vor der Hausmutter Rita Olsson, die im Stillen als Hexe bezeichnet wird. Nur die Betreuerin Anna, wagt es ab und an, ihre schützende Hand über die Kinder zu halten, doch eines Tages ist sie plötzlich verschwunden... Die zweite Handlungsebene findet Mitte der 1980er Jahre statt. Die kleine Else-Maj hat ihre eigene Familie, Anne-Risten sogar einen bürgerlichen schwedischen Namen und Marge einen Job als Pflegekraft. Auch Jon-Ante versucht, nicht über die Vergangenheit zu grübeln, auch wenn ihn sein kleiner, abstehender Finger stets an die Gewalt im Heim erinnert. Dann erkennt Marge bei einem Hausbesuch in einer alten Patientin ihre Peinigerin und Hausmutter wieder und alte Wunden brechen auf und auch der Gedanke an Rache. Die Autorin nimmt sich viel Zeit, um ihre Geschichte zu erzählen, die von dem Respekt realer Erfahrungen geprägt ist, die hier durch die fiktiven Charaktere dargestellt werden, die jeweils ihre ganz eigene Persönlichkeit haben. Wenn man sich unbedarft in die Lektüre stürzt, wird man vielleicht etwas überfordert sein und sich fragen, wohin uns die Autorin führen will. Auch liegt die Schwere der Thematik wie der einmal beschriebene Trauerstein auf der Brust. Es lohnt sich jedoch durchzuhalten, weil das Konzept der Autorin, den Lesenden in die komplexe Geschichte und in die Lebensrealität ihrer Protagonisten einzubinden, am Ende wirklich aufgeht. Von dem leuchtendem Cover mit dem sehr unpassendem Buchtitel sollte man sich allerdings nicht blenden lassen! FAZIT Mir haben besonders die verschiedenen Charaktere des Romans gefallen. Besonders herzerwärmend fand ich die Geschichte der erwachsenen Marge, die ein kleines Mädchen aus dem Ausland adoptiert und natürlich versucht, die beste Mutter der Welt zu sein. Gerade das Ambivalente an der Situation in Verbindung mit dem eigenen "Päckchen" der Protagonistin, fand ich sehr gut dargestellt. Wer sensibel auf Gewalt gegen Kinder reagiert, sollte das Buch mit Vorsicht betrachten. Ansonsten eine Leseempfehlung.
Beeindruckender Roman über das Schicksal der Samikinder im Schweden der 1950ger Jahre. Es geht zu Herzen, wie brutal diese Kinder in Schulen gepresst und misshandelt wurden, wie sie von ihren Familien getrennt wurden. Dieser Roman ist mir sehr nahe gegangen und hat mich koch lange bewegt. Die Schreibweise war anschaulich, flüssig und fesselnd.
Eindrücklicher Roman über schwedische Sámi
Schweden 1950er Jahre, alle Sámikinder im schulpflichtigen Alter werden zwangsweise in ein sogenanntes Nomadeninternat eingeschult , das zur Umerziehung der als Lappen beschimpften indigenen Kinder dient. Für Monate werden sie ohne Besuchsmöglichkeit von ihren Familien entfremdet. Unter der Herrschaft der lieblosen, rassistischen und gewalttätigen Leiterin wachsen traumatisierte Menschen heran. Glücklicherweise gibt es auch den Kindern wohlgesonnene Erzieherinnen, trotzdem macht diese fiktive, jedoch auf realen Begebenheiten beruhende Erzählung die Leser betroffen, was indigenen Menschen auf der ganzen Welt angetan wurde und wird. Die schwedische Journalistin und gebürtige Sámi A. Laestadius, deren Mutter ebenfalls solch eine Nomadenschule besuchen musste, erzählt die Lebenswege der Kinder in zwei Zeitsträngen, so dass wir erfahren, wie es ihnen 30 Jahre später ergeht, wie sie es teilweise schaffen, ihre Traumata zu überwinden, das ist spannend und berührend zugleich. Ein eindrückliches, unbedingt lesenswertes Buch, dass ich unbedingt empfehlen möchte, genauso wie ihren ersten Roman „Das Leuchten der Rentiere“ .
Eine bewegende Geschichte
**** Worum geht es? **** Anstatt Natur und Rentiere, heißt es für eine Gruppe samischer Kinder ab ins Internat, in dem sie einzig schwedisch zu sprechen haben. Ein dunkles Geheimnis überschattet die schwere Zeit, welches sie alle noch viele Jahre später mit sich herumtragen. Zwischen Verachtung, Zusammenhalt und Einsamkeit hören sie alle nie auf zu hoffen. Wird es eine Rückkehr ins Licht geben? **** Mein Eindruck **** Zunächst einmal habe ich mich sehr gefreut, dass Laestadius erneut ihre Stimme hergibt um der samischen Kultur gehör zu verschaffen. In der Geschichte geht es vor allem um das Verständnis von Kultur und Tradition, dem Wunsch akzeptiert zu werden und die Folgen von Ungerechtigkeit zu durchleben. Die Thematik hat mich sehr berührt und die emotionalen Zwischentöne in dieser Geschichte wogen schwer. Ich war geschockt von dem Geschehen und gleichzeitig fasziniert davon, wie die Autorin das ganze aufrollte. Der Zusammenhang der unterschiedlichen Charaktere und ihre Sichtweisen in zwei Zeitebenen zu verfolgen war ein interessanter Ansatz, wenn auch nicht optimal ausgereift. Es kam zu unnötigen Längen in der Geschichte und grad zu Beginn half das hin und her nicht gerade um sich in die Geschichte hineinzuversetzen. Trotzdem weckte das Geschehen genug Interesse bei mir und als ich erst drin war, gab es auch keine Verständnisschwierigkeiten mehr. Der Schreibstil der Autorin sagt mir sehr zu, ihre Art zu erzählen, ist dynamisch und der Text flüssig zu lesen. Der Wechsel zwischen Dialogen und Erzählszenen war ausgewogen und angemessen. **** Empfehlung? **** Insgesamt handelt es sich hierbei um eine emotionale Entwicklungsgeschichte mit kulturell anspruchsvollem Hintergrund und einer bedeutenden Botschaft. Eine Empfehlung für Leser*innen der nordeuropäischen Kultur und literarisch ansprechenden Texten.
Das Schicksal der Kinder Eindringlich aber in ruhigen Worten erzählt. Eine Geschichte die zum Nachdenken anregt.
Wichtige Geschichte, manchmal etwas langatmig
ange ist es mir nicht mehr so schwer gefallen, ein Buch in seiner Qualität einzuschätzen wie bei diesem hier. Den Plot fand ich wirklich interessant. Wir begleiten 5 Kinder durch die schwersten Jahre ihres Lebens. Sie sind Samen und müssen in den 50er Jahren ihre Familien verlassen, um in einem Nomadeninternat ihre Identität abzulegen, ihre Sprache gegen das Schwedische einzutauschen und ihre Kultur zu verschweigen. Als wäre das nicht schlimm genug sind sie auch noch einer sadistischen „Hausmutter.“ ausgeliefert, die ihre kolonialistischen Machtfantasien an den Kindern auslebt. Zurück bleiben schweigende Wesen, die schwere seelische und körperliche Verletzungen davon tragen und in einem Fall sogar mit Gewalt antworten. Jedes Kind geht im Laufe seines Lebens anders mit dieser Erfahrung um. Die Traumata, die sie entwickeln, sind auch nicht gleich doch eins haben sie gemeinsam: Sie behindern Sie in der Entfaltung zu glücklichen Menschen. Das merkt man im zweiten Zeitstrang, der in den 80er Jahren spielt. Die Vergangenheit lastet auf ihren Schultern. Doch darüber reden möchten sie nicht. Ein großer Auslöser für eine neuerliche Auseinandersetzung mit dem Thema ist das Auftauchen ihrer Peinigerin, die mittlerweile eine betagte Alte ist. Und auch Anna, die Erzieherin, die ein Herz für die kleinen gequälten Samen-Kinder hatte und die irgendwann von heute auf morgen verschwand, ist wieder da. Was ist damals passiert? Und welchen Weg wählen die nun erwachsenen Protagonisten? Die multiperspektivische Erzählweise ist ruhig gehalten. Vieles wiederholt sich, Gedanken werden manchmal in Endlosschleife gewälzt, und schwanken beim Lesen zwischen Sog und Dahinplätschern. Die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt und es passiert nicht viel. Die Handlung wird bestimmt von Kleinigkeiten und viel nonverbaler Kommunikation mit sich selbst oder untereinander. Aber wir schauen in die Köpfe der Protas und das ist häufig sehr bedrückend. Dabei glückt es der Autorin nicht immer Zusammenhänge herzustellen. Was sehr deutlich wird, ist das Leid der Kindheit das auch auf die nächste Generation übertragen wird, welche individuell damit umgeht. Das Flüstern, das auf Zehenspitzen gehen und die Unberechenbarkeit der Menschen, die sich um sie kümmern sollen, zerstört das Vertrauen in Erwachsene nachhaltig. Ich habe schon einen guten Einblick bekommen wie sich das soziale Gefüge verändert. Zum Beispiel verweigern sich einige Figuren vollkommen ihrer Herkunft, während andere das Samisch sein sehr intensiv leben. Besonders gut hat mir der Strang mit Marge gefallen. Stella war ein lebendiger Sonnenstrahl in dieser düsteren Historie. Sehr gelungen sind die Beschreibungen der Landschaft und des Wetters. Das hat mir schon in „Das Leuchten der Rentiere“ gut gefallen. Der Titel passt allerdings überhaupt nicht und auch das hat das Buch mit dem Vorgänger gemeinsam. Es suggeriert eine idyllische Sommer Geschichte. An diesem Buch er erinnert aber gar nichts an ein Idyll. Die Figur des Nilsa konnte ich am wenigsten greifen. Ich fand es etwas unglaubwürdig, dass sich in dem letzten Kapitel so viel aus seiner Familie offenbarte, was vorher kaum zu spüren war. Was einerseits zur Atmosphäre beigetragen hat aber mir andererseits oft zu viel wurde, sind die Samenwörter, die die Verwandtschaftsgrade bezeichnen. Die Worte für Mutter und Vater hätte ich ja noch okay gefunden aber kleine Schwester oder großer Bruder und andere Bezeichnungen haben mich eher im Lesefluss behindert. Ab und an gab es sogar ganze Sätze in der samischen Sprache. Sie erklärten sich zwar später von selbst doch fand ich sie für uns in Deutschland überflüssig. In Schweden mag das einen anderen Effekt haben. Das Glossar um die Worte zu übersetzen, war nicht ausreichend. Viele Bezeichnungen tauchten nicht auf. Ein stilistisches Mittel, was mich beim Lesen eher gestört hat. Diese Geschichte ist wichtig erzählt zu werden, die Umsetzung ist aber für meinen Geschmack nur teilweise gelungen. Trotzdem werde ich dieses Buch sicherlich nie vergessen, denn das Mitgefühl, dass es auslöst schwingt noch nach.
Eine fesselnde und bewegende Geschichte über samische Kinder, die in den 50er Jahren in einem Internat nicht nur entwurzelt, sondern auch traumatisiert wurden. Dass es diese Nomadenschulen wirklich gab macht das Leseerlebnis noch eindrücklicher. Rezension folgt auf meinem Instagramaccount seelich_buchliebe
Obwohl es augenscheinlich Bezüge zu "Das Leuchten der Rentiere" gibt, konnte ich mich nur sehr wage an die Namen erinnern und war daher immer etwas unsicher in wie weit meine Erinnerung mich trügt oder nicht. Aber auch ohne diese Zusammenhänge hat der Roman eine ziemliche Erzählkraft entwickelt. Die Ereignisse die hier geschildert werden sind wirklich schlimm und wer nicht gut über Gewalt an Kindern lesen kann, sei gewarnt. Physische und psychische Gewalt spielen hier definitiv eine Rolle und werden auch nicht nur angedeutet. Persönlich finde ich das aber in diesem Kontext auch wichtig, da man nur so begreift, was den samischen Kindern und ihren Familien mit den sogenannte Nomadenschulen angetan wurde. Die Dimensionen des dort erlebten begleitet die Kinder auch noch im Erwachsenenalter und bestimmt ihre Entscheidungen. Die angeblich gewünschte Eingliederung in die schwedische Gesellschaft (wobei es ähnliche Schulen auch in Norwegen gab) führte nicht zu einer echten Gleichberechtigung sondern sorgte eher dafür, das viele samische Kinder nur noch schwer Zugang zu ihrer eigenen Kultur fanden. Und gleichzeitig täglich von Gewalt betroffen waren. Diese Schulen gab es noch in den 50er Jahren des 20 Jahrhunderts! "Die Zeit im Sommerlicht" handelt von Angst, dem Versuch das Erlebte zu verarbeiten aber auch dem Wunsch die eigene Identität wieder zu entdecken. Mir persönlich hat das wieder gut gefallen, die Autorin erzählt sehr lebendigt und eindringlich. Im Nachwort erfährt man, das sie dabei auch persönliche Gespräche mit Betroffenen führen konnte, darunter auch ihrer eigenen Mutter. Die Autorin gibt vielen eine Stimme, die sich nicht in der Lage sahen ihre Erlebnisse zu berichten. Auch weil ihnen so lange niemand zugehört hat. Auch darum geht es im Roman, um die lang anhaltende Stille, die Verdeckung von Straftaten, das Schweigen. Ich hätte mir vielleicht manchmal einen etwas weniger episodenhaften Erzählstil gewünscht.
Nicht meine Welt. Die Misshandlungen der Kinder sind für mich nicht zu ertragen. Lege es bei 30% endgültig weg
Fesselnder Roman
Wow, was für ein Roman. Nachdem mir „Das Leuchten der Rentiere“ schon sehr gut gefallen hat war ich sehr neugierig auf dieses Buch und wurde nicht enttäuscht. Es gibt 2 verschiedene Zeitstränge. In einem erleben wir aus der Sicht des jeweiligen Kindes wie sie das Leben im Internat erlebt haben und der andere spielt ca. 30 Jahre später, da treffen wir sie als Erwachsene wieder. Schonungslos wird uns vom Internat berichtet, die Kinder waren schon sehr jung und monatelang dort, sollten umerzogen werden zu Schweden und ihre Herkunft ablegen, Schwäche war nicht gestattet und wurde umso härter bestraft. Was das mit Menschen macht lesen wir dann in den Abschnitten, in denen die Kinder erwachsen sind. Kann man dauerhaft seine Herkunft ablegen? Was passiert mit Menschen, die wenig Zuneigung, Hilflosigkeit und ständige Angst erfahren mussten? Die Autorin findet die richtigen Worte um uns die Emotionen der Protagonisten nahezubringen, sie erzählt sehr feinfühlig diese unheimlich tragische und doch auch sehr interessante Geschichte. Hier ist einfach ein Generationentrauma entstanden, das unheimlich traurig und verstörend ist. Durch die bildhafte Beschreibung, die mich bei „Das Leuchten der Rentiere“ so beeindruckt hat ist man wieder mitten drin und ganz nah dabei. Ein wunderbarer, ganz großartiger Roman, der unbedingt gelesen werden muss. Gehört für mich jetzt schon zu den Highlights in diesem Jahr.
Hat lange gebraucht bis es mich richtig gecatcht hat, aber war dann super bewegend. Generell ein echt heftiges Thema aber ich fand die Umsetzung so gut gelungen! Die Autorin überzeugt einfach!













