Krimikomödie mit einem außergewöhnlichen Schreibstil. Hat mir gut gefallen und mich immer wieder zum Lachen gebracht.
Der ehemalige Polizist Brenner arbeitet auf einem Müllentsorgungshof, auf dem Leichenteile gefunden werden. Im Wettlauf mit den ehemaligen Kollegen beginnt er zu ermitteln. Ein überaus amüsantes Lesevergnügen, das sich durch einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil abhebt. Teile von Sätzen, Artikel oder auch Verben werden einfach weggelassen. Der Erzähler wirkt dadurch sehr real. Besonders witzig, die vielen Einschübe die er dem Leser meint erklären zu müssen .
Jetzt ist schon wieder was passiert.
Da hat’s eine grosse Aufregung gegeben, wie sie auf dem Mistplatz* in Wanne 4 ein Knie gefunden haben. Ein menschliches noch dazu. Frage nicht. Das gehört da natürlich nicht hin. Auch kein tierisches Knie, noch nicht mal eins aus Titan, weil Wanne 4 nur Sperrmüll.
Die restlichen Teile haben die Mistler dann auch noch gefunden. In den anderen Wannen. Nur das Herz, das hat gefehlt.
Der Brenner, jetzt ein Mistler - frage nicht - wollt eigentlich gar nichts zu tun haben mit dem Fall. Aber dann ist er halt doch irgendwie wieder mit hineingezogen worden.
Und drum haben wir jetzt diese schöne Kriminalgeschichte als Buch vorliegen.
*Wertstoffhof
Kleiner Happen für zwischendurch. Schnell und leicht zu lesen... ein paar Längen, aber das wohl auch stilbedingt, Haas halt. Organspende-Thema in der Form aufzugreifen gibt einen Daumen nach oben.
Der Schreibstil hat mich total überrumpelt. Ich hab nicht damit gerechnet. Mit ein bisschen Zeit kam ich rein, ganz so meins war’s aber trotzdem nicht. Humoristisch angehaucht, das mochte ich sehr. Die Story war auch gut durchdacht. Der Schreibstil hat es mir aber leider ein ganz klein wenig erschwert…
Ich habe mich einfach mit der Sprache sehr schwer getan. Auf der einen Seite hatte ich das Gefühl, mit der erzählenden Person in einem Raum zu sitzen und zuzuhören. Auf der anderen Seite, war das manchmal sehr anstrengend und ich musste viele Stellen mehrfach lesen.
Brenner - ehemaliger Kripo-Beamter - arbeitet nun auf einem Mistplatz, auf dem aufgeteilt in die verschiedenen Wannen Leichenteile gefunden werden.
Irgendwie erfährt man dann, indem viel über Brenner selbst aber auch andere Angehörige des Toten (Tochter, neue Partnerin) oder Kollegen vom Mistplatz (Praktikant) erzählt wird, was so passiert ist. Die ProtagonistInnen haben jeweils ihre verschiedenen Eigenarten und werden auf humoristische Weise vorgestellt und begleitet.
Der Stil ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch freundet man sich schnell mit ihm an. Die Tatsache, wie die Geschichte erzählt wird, macht den Krimi auch so witzig und leicht zu lesen, dass man ihn gerne und schnell durch hat.
Ein ehemaliger Kriminaler arbeitet auf einem Wertstoffhof und findet mit den Kollegen in diversen Wannen Körperteile einer männlichen Person.
Als ich das Buch kaufte, wusste ich nicht dass es schon mehrere Krimis mit dem (Ex) Kommissar gab.
Der Schreibstil hat mich etwas irritiert.
Daher empfehle ich, das Buch mal „anzulesen“
Ansonsten ein recht (aber)witziger Krimi mit einem doch überraschenden Ende.
Denke aber , ehr was für Fans.
Der Schreibstil ist außergewöhnlich und trägt unfassbar zur Bildung der Charaktere bei. Wenn man sich einmal vom ewigen Perfektionismus im Schreiben gelöst hat, kann man sich wunderbar auf die spannende Geschichte einlassen.
Gewohnt gut, was der Brenner in seiner unnachahmlichen Art für eine Geschichte erzählt. Organspende schwieriges Thema halt, vor allem, wenn die Teile so einzeln an seinem neuen Arbeitsplatz auf dem Wertstoffhof (Österr.: Mistplatz) auftauchen. Die Personen skurril, eben aus dem Leben gegriffen. Die Handlung sehr fantasievoll und die Sprache einfach unverwechselbar. Brenner quasi. 😉
Auf einem der Wiener Mistplätze wird in der Sperrmüllwanne ein menschliches Knie gefunden. Auch in anderen Behältern tauchen Leichenteile auf - nur vom Herz des Toten fehlt jede Spur. Die Polizei stößt an ihre Grenzen und weiß nicht mehr weiter. Zum Glück arbeitet ihr Ex-Kollege Simon Brenner bei der MA 48 und kann ihnen dabei helfen den Fall zu lösen.
„Müll“ ist der neunte Band der Reihe. Der Schreibstil ist eigen – entweder man liebt oder hasst ihn. Dazwischen gibt es nichts. Auch dieser Teil konnte mich zur Gänze überzeugen. Immer wieder ein Genuss ein Buch von Wolf Haas zu lesen - Gott sei Dank habe ich noch einige Bände der Reihe vor mir. :-)
Trockener Humor, schräger, aber liebenswerter Schreibstil und pure Unterhaltung. Auch wenn ich im Nachhinein festgestellt habe, dass dies der neunte Band einer Reihe ist, hat das dem Leseerlebnis keinen Abbruch getan. Ich fand’s sehr unterhaltsam und die Optik gefällt mir auch gut. 3,5/5⭐️
"Müll" ~ Wolf Haas
Jetzt ist schon wieder was passiert...
Weil nicht dass du glaubst, dass der Haas uns jederzeit und immer gleich einen neuen Brenner-Krimi schreibt, bloß weil wir die gern lesen.
Aber jetzt pass auf, der Haas hat endlich seinen 9. Brenner geschrieben und der Brenner ist jetzt kein Kieberer mehr, nein, aber nicht dass du glaubst, Privatdetektiv oder so. Dir kann ich's ja sagen.
Der Brenner arbeitet jetzt am Müllplatz in Wien und dort Ruhe und Entspannung Fehlanzeige. Weil:
"Die ersten Leichenteile sind in der Wanne 4 aufgetaucht. Also ein Knie war das Erste, ist ja eh alles in der Zeitung gestanden, muss ich jetzt nicht so im Detail. Rechtes Knie, soweit ich mich erinnere. Aber egal, rechtes oder linkes Knie, in Wanne 4 gehört kein Knie hinein. Da ist sogar egal, ob es ein menschliches Knie ist oder ein tierisches Knie, nicht einmal ein Titanknie darf da hinein, und das Knie von einer Wasserleitung auch nicht, weil Wanne 4 nur Sperrmüll.
...Eine Viertelstunde nach dem ersten Knie ist die Polizei aufgetaucht."
Aber nicht dass du jetzt glaubst, das Buch ist nur lustig und dings aber sonst nix. Das ist schon ein richtig guter Krimi, wo du denken musst und dann schon schön schaust, wie dem Brenner dann ein Licht aufgeht und der den Fall löst.
Lesevergnügen Hilfsausdruck.
Und weil wir uns jetzt ja schon ein bisschen kennen so fast Bekanntschaft und so und dings, sag ich dir, dass der Haas für den neuen Brenner schon 5/5 🗑🗑🗑🗑🗑 kriegt
Die Mistler nehmen es ganz genau mit der Trennung. Nicht unbedingt mit der Trennung von Körperteilen, aber wenn schon, dann doch bitteschön in die richtige Wanne! Wenn da ein Knie falsch einsortiert wird, stimmt offenbar etwas nicht. Ganz und gar nicht, wenn sogar noch mehr Körperteile gefunden werden und schließlich die Polizei samt Anhängen auftaucht.
Diese schließt erst einmal auf eine Beziehungstat, aus Eifersucht vielleicht, in der das Herz des Toten eine nicht gerade unwesentliche Rolle spielt. Doch zunehmend erkennt Simon Brenner, ehemaliger Kommissar, mittlerweile Mistler, dass viel mehr dahinter steckt. Sehr viel mehr. Stichwort Organhandel. Kompliziert. Vor allem, wenn es über Landesgrenzen geht. Und noch komplizierter, wenn Familienangelegenheiten ins Spiel kommen.
Die Brenner-Reihe, die mit "Müll" seinen nunmehr zehnten Teil erreicht, kommt mit einer Besonderheit daher: einer speziellen Sprache. Deutsch - klar, aber einer Mischung aus Kneipendeutsch und Wienerdeutsch (korrigiert mich, wenn ich da falsch liege, mit meinem Österreichisch ist es nicht weit her). Anekdotenhaft wird uns diese Geschichte erzählt und ich muss ehrlich sagen: meins ist es überhaupt nicht. Ich brauchte nach diesem Buch dringend einen Roman in hübscher Sprache, mit ganzen Sätzen und weniger "Artifiziellem", wie es im literarischen Quartett letztens genannt wurde. Es mag ein Kunstgriff sein, aber einer, der mir nicht gefällt. Muss ja auch nicht immer sein. Inhaltlich fand ich den Roman dennoch lesenswert.