Agatha Christie gehört für mich zu den Autorinnen, zu denen ich immer wieder gerne zurückkehre. Ich liebe ihre klare Art zu erzählen, ihre oft überraschend raffinierten Konstruktionen – und natürlich den kleinen Belgier selbst. Hercule Poirot gehört für mich zu den charmantesten Ermittlern der Kriminalliteratur, und ich begleite ihn immer wieder gern bei seinen Fällen. Gerade deshalb waren meine Erwartungen an diese Sammlung von vier Poirot-Geschichten ziemlich hoch. Beim Lesen merkte ich jedoch recht schnell, dass das Buch für mich etwas hinter diesen Erwartungen zurückbleibt. Die Geschichten sind keineswegs schlecht – sie lesen sich angenehm und zeigen natürlich immer noch Christies Gespür für elegante Krimikonstruktionen. Trotzdem wirkten sie auf mich insgesamt eher flach und etwas unspektakulär. Was mir am meisten gefehlt hat, war einfach mehr Poirot. In den großen Romanen liebe ich seine Beobachtungen, seine Gedankengänge und die Momente, in denen er mit scheinbarer Leichtigkeit ein kompliziertes Puzzle zusammensetzt. Genau diese typische Poirot-Atmosphäre kommt hier durch die kürzere Form der Geschichten leider nicht ganz so stark zur Geltung. Die Fälle werden recht schnell erzählt und ebenso zügig aufgelöst. Am meisten im Gedächtnis geblieben ist mir Der Spiegel des Toten, weil hier neben dem Rätsel auch ein interessanter menschlicher Konflikt im Hintergrund steht. Insgesamt fühlten sich die Geschichten für mich aber eher wie kleinere Detektivübungen an als wie die raffiniert konstruierten Fälle, die ich sonst mit Poirot verbinde. Trotzdem habe ich das Buch nicht ungern gelesen. Christie kann einfach erzählen, und es ist immer schön, dem berühmten belgischen Detektiv wieder zu begegnen – auch wenn diese Sammlung für mich nicht zu den stärksten seiner Auftritte gehört. Fazit: Eine solide Poirot-Sammlung, die sich angenehm lesen lässt, mich aber nicht ganz so begeistern konnte wie viele der großen Poirot-Romane.
8. MärzMar 8, 2026
Hercule Poirot schläft nieby Agatha ChristieAtlantik Verlag
