
"Versuche zu leben so lange du kannst versuche zu leben so lange du kannst versuche zu leben so lange du kannst versuche zu leben so lange du kannst versuche zu leben " Der menschliche Körper, ein faszinierendes Wesen, in Lias Fall wohnt ein Wesen in diesem Wesen, der Krebs. Ein Karzinom, abstammend vom lateinischen Karkinos, was Krabbe oder Krebs bedeutet. Auch dieses Wesen kommt in dem Roman zu Wort. Und was für ein Roman ist dieser jungen Autorin mit diesem Werk gelungen!! Man merkt sofort die Liebe zum Wort und zur Literatur. Es wird mit den Wörtern gespielt, experimentiert, zitiert, poesiert und gemalt. In diesem Buch wurden Zeichnungen aus Wörtern eingefügt und mich hat es an den Roman "Chimäre" erinnert, auch hier hatte ich nicht alles verstehen und entschlüsseln können, was ich gelesen habe. Der Titel des Buches ist z. B. unglaublich passend gewählt in seiner Vieldeutigkeit. Der Atlas des Körpers nicht nur als systematische Sammlung von Organen und Knochen, sondern auch im mythischen, sinnbildlichen Tragen/Aushalten, wie der griechische Titan Atlas es getragen hat. Aushalten muss Lia viel im Verlauf der erneuten Brustkrebsdiagnose. Beistehen tun ihr ihr Mann und ihre Tochter Iris. Mit ihr zusammen "spielt" sie auch das Wortverdreh-Varieté und macht daraus ein Kinderbuch. Die Beziehung zwischen Lia und Iris hat mich ganz besonders berührt. Der autofiktionale Roman führt uns durch das Leben von Lia, beginnend in der Kindheit, aufgewachsen in einem Pfarrerhaushalt. Die erste große Liebe, die mit scharfer Feder geschrieben und beschrieben wird. Überhaupt ist das Buch entweder hart und präzise, oder poetisch surreal geschrieben. Auch in Bezug auf die Beziehung zu ihren Eltern und dann auch zur Krankheit. Ihr merkt schon, das Buch hat mich fasziniert, bewegt, begeistert und verwirrt. Es ist ein Wörterbuch, ein Atlas, eine Liebeserklärung an die Mutter der Autorin und eine Leseempfehlung von mir.








