Das Buch beginnt sehr spannend und intensiv. Interessante Charaktere aus verschiedenen Welten und in verschiedenen Lebenssituationen werden eingeführt und treffen aufeinander. Es ist humorvoll, spannend, angenehm unangenehm und prickelnd.
Und gerade als ich dachte, ich lese eines der besten Bücher seit langem, kommt es zu einem ziemlichen Durchhänger und es passiert lange Zeit nichts, bis es gegen Ende noch mal leicht aufflammt. Aber es kommt zu keiner Zeit mehr an den turbulenten Beginn heran.
Daher bin ich etwas traurig, da so viel mehr drin gewesen wäre. Stark begonnen, stark nachgelassen, dennoch eine Empfehlung wert.
Edie lebt in New York, lernt einen älteren Mann kennen und fängt eine Affäre mit ihm an.
Es ist kein einfacher Roman, manchmal ist der Roman verstörend, Dinge unschön dargestellt. Es ist schon irgendwie provokativ. Aber auch ehrlich , wenn es um das Thema Rassismus geht.
Sie lernt auch seine Frau und deren Adoptivtochter kennen und sie zieht sogar bei denen zu Hause ein.
Edie ist eine junge Frau , die wir auf ihren Weg zu sich zu finden , ein Stück begleiten.
Hitze hat mich überrumpelt. Was wie die Geschichte einer Affäre beginnt – junge Schwarze Frau, älterer weißer Mann in offener Ehe – entpuppt sich als viel mehr: ein schonungsloser, wütender, manchmal sogar komischer Roman über Einsamkeit, Begehren und Sichtbarkeit.
Edie ist 23, pleite, scharfzüngig, auf der Suche – nicht nach Erfüllung, sondern vielleicht einfach nach einem Platz im Raum. Sie ist keine klassische Heldin, und gerade das macht sie so faszinierend. Ich habe sie nicht immer verstanden, aber genau das mochte ich: Sie darf widersprüchlich, wütend, verletzlich sein – ohne sich erklären zu müssen.
Besonders berührt hat mich ihre Beziehung zu Akila, dem Adoptivkind des Ehepaars, bei dem sie schließlich wohnt. Zwei Schwarze Figuren in einer weißen Welt – ihre stille Verbundenheit hat für mich mehr Kraft als jede romantische Handlung.
Leilanis Sprache ist scharf, rhythmisch, manchmal schmerzhaft nah – und doch bleibt da eine Wärme zwischen den Zeilen. Hitze ist feministisch, aber nicht belehrend. Es zeigt, was es heißt, als Schwarze Frau zu existieren – zwischen Begehren und Auslöschung, zwischen Kunst und Kapitalismus.
Ich bin begeistert, ratlos, beeindruckt – und weiß: Dieses Buch bleibt.
Die Story war fesselnd und die zwischenmenschlichen Beziehungen in dieser außergewöhnlichen Konstellation total spannend. Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen.
Edie ist 23, lebt in Bushwick, Brooklyn, in einer heruntergekommenen WG und hält sich finanziell nach ihrem abgebrochenen Kunststudium mit einem schlecht bezahlten Verlagsjob über Wasser. Von ihrer prekären Lebenssituation lenkt sie sich mit wechselnden Liebschaften ab - ihre neueste Eroberung ist Eric, ein doppelt so alter, weißer Familienvater, der eine offenen Ehe führt. Schnell wird klar, dass Edie und Eric zwei völlig verschiedene Leben führen. Als Edie eines Tages einfach bei Eric zu Hause auftaucht, lernt sie neben seiner Ehefrau auch seine Schwarze Adoptivtochter Akila kennen.
Ich habe in diesen Tagen mehrfach darüber nachgedacht, dass es mir oft echt schwer fällt, mich in Protagonist*innen einzufühlen, die so lost im Leben sind wie Edie. Nichts an ihrer Lebenssituation gleicht meiner oder einer der Menschen aus meinem Unfeld - was Bücher wie "Hitze" von Raven Leilani aber auch umso interessanter und wichtiger machen. Edie lebt in tiefer Armut, ihre Wohnsituation ist katastrophal, bei der Arbeit ist sie von sexistischen und rassistischen Menschen umgeben und ihr Liebesleben ist außer Kontrolle. Die Lesenden begleiten sie durch ihre Affäre mit Eric, 46 Jahre alt, weiß und reich. Spannend wird die Story vor allem, als Edie in Erics Haus einzieht und sich dessen Ehefrau und Adoptivtochter annähert, was zu einer Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Einsamkeit und den Rassismen, denen sie täglich ausgesetzt ist, führt.
"Hitze" ist ein sehr roher Text, zu dem ich leider keinen richtigen Zugang gefunden habe. Ich fand viele Entscheidungen Edies nicht nachvollziehbar und habe auch nicht verstanden, wie genau sie in Erics Haus landet. Auch die seitenlangen Beschreibungen von Edies absolut wildem Alltag fand ich eher störend und haben die Handlung meines Erachtens nicht vorangebracht. Mir war der Roman außerdem zu "körperlich", von sämtlichen Körperflüssigkeiten Edies zu lesen war nicht mein Fall. Zwischen mir und Raven Leilanis Debüt hat es also nicht gefunkt, auch wenn ich versucht habe, mich darauf einzulassen.
Übersetzt von Sophie Zeitz.
Das Thema hat mich,von der Idee her, sehr gut gefallen. ich dachte, das könnte richtig was für mich sein, leider hat sich bei der Umsetzung, das ganze einfach nicht ganz stimmig angefühlt.
Edie ist jung und PoC und weiß einfach nicht so richtig wo im Leben sie steht, sie ist unsicher mit sich und das wiederspiegelt sich auch in ihren Beziehungen, sie hat viel Sex, und gerät nicht unoft an Männer die deutlich älter sind als sie.
Eric war mir, Genau wie seine Frau Rebecca, irgendwie nicht ganz zugänglich. Sie blieben in meiner Vorstellung irgendwie eindimensional und ich konnte nicht ganz greifen was in ihrer Konstellation so abgeht und was wer jetzt wirklich fühlt.
Einzig ihre Tochter Akila hat in mir noch etwas Emotionen entlocken können.
Der Schreibstil von Raven Leilani war Schnörkelig, umschreibend und Literarisch hochtrabend und hat mir eigentlich gefallen, manchmal wusste ich nicht wie das alles zu Edie passt und ob es wirklich der beste Weg ist ihre Geschichte zu erzählen.
Letztlich wollte das Buch für mich zu viele Themen aufgreifen die alle kurz abgehandelt werden aber doch für den Leser nicht ganz greifbar oder zuende gedacht wirken.
Die große suche nach dem Sinn im Leben, Klassizismus, Rassismus, Sexualität, Feminismus, Selbstakzeptanz...
Irgendwie wollte das Buch alles und hat nichts ganz zum Abschluss bringen können.
Es war nicht das was ich erwartet habe und letztendlich hätten es auch Ruhig mehr Seiten sein können, um wenigstens ein paar Angefangenen Themen ein würdiges Ende zu bieten, ich hätte es besser gefunden. So war es leider für mich nur was Halbes und nichts ganzes, schade.
Eine 23-jährige dunkelhäutige Frau lernt einen fast doppelt so alten, verheirateten Familienvater über das Internet kennen und findet sich in Selbstfindung, Gewalt und Armut wieder. Die Geschichte ist sehr unangenehm und erschreckend ehrlich. Der Rassismus und die Klassengesellschaft haben mich teilweise sehr eingenommen.
Brutal und schonungslos, ein Buch das ich am liebsten versuchen würde abzuwaschen, weil sich das lesen dreckig angefühlt hat, bis fast zum letzten Kapitel. Raven Leilanis Art zu schreiben ist erschreckend plaatisch und greifbar, Edie ein Charakter den man am liebsten schütteln will. Erstaunlich, wie viel Emotion und Leben in 254 Seiten stecken kann.
Eigentlich eine vielversprechende Story . Edie ist 23 Jahre alt und lernt den fast doppelt so alten Eric im Internet kennen. Dieser ist weiß und lebt in einer offenen Ehe mir Rebecca. Nachdem Edie ihren Job verliert, zieht sie zu dem Ehepaar und deren schwarzen Adoptivtochter Akila. Zwei komplett verschiedene Welten treffen aufeinander. Themen wie Lust, Gewalt, Missbrauch, Rassismus,Armut, Einsamkeit werden thematisiert, aber für mich leider zu oberflächlich. Es ist interessant zu lesen, aber an manchen Stellen zu wenig um mich zu fesseln.
new york. eine affäre. eine dreiecksbeziehung. neugier. klassenunterschiede. abhängigkeit. schwarz sein. einsamkeit. sexualität.
edie lernt eric über eine datingplattform kennen. sie ist 23 jahre alt, schwarz, lebt mit einem abgebrochenen kunststudium und assizenzjobs eher am existenzminimum in einer schäbigen wg. er ist älter, weiß, verheiratet - in einer offenen beziehung, sucht das abenteuer und ist deutlich wohlhabender.
aus dem kennenlernen wird eine immer größere neugier. bis edie auf erics frau und seine schwarze pflegetochter trifft. und auf einmal wandeln sich die beziehungen. es entsteht ein etwas verworrenes konstrukt der protagonist*innen mit abhängigkeiten und der frage - wer will hier eigentlich was von wem?
mit knapp 250 seiten könnte der roman sehr kurzweilig sein. und auch die zusammenfassung liest sich entsprechend ereignisreich. für mich hat sich die geschichte leider trotzdem gezogen, weil zu wenig passiert bzw. zu viel ungesagt bleibt. spannende aspekte und beziehungen werden, wenn überhaupt, nur oberflächlich angerissen. gerne wäre ich tiefer in die beziehungen der protagonist*innen eingestiegen. so bleibt bei mir eher der eindruck, dass der roman zu viele themen behandeln wollte & dadurch den fokus auf ein kernthema verloren hat.
angeblich soll es ja obamas lieblingsbuch sein... meines wird es nicht.
Ein mega beeindruckender Schreibstil und auch eine beeindruckende Geschichte. Das Buch ist wirklich zu empfehlen!
Ich bin fasziniert. Das Buch hat mich gezogen. Es ließ sich flüssig lesen und es war wirklich spannend.
Edie und ihr Leben haben mich interessiert und es war spannend, wie Edie Sachen und Situationen wahrnimmt. Und wie dieses durch den Schreibstil klar wird.
Ich habe gemerkt, wenn ich aufhörte zu lesen, dass die Gedanken um dieses Buch schwirrten, um Edie, ihr Leben, ihre Gedanken und ihre Situation,...
Knallhart ehrlicher, rasanter Roman über Rassismus, Einsamkeit und Sexismus. Über soziale Spannungen in der amerikanischen Gesellschaft. Aufrührend. Empfehlenswert.
Ein sehr gehyptes Buch mit einem Cover, das um Aufmerksamkeit buhlt, "ein Lieblingsbuch von Obama" - kann es halten, was es verspricht? Ich für mich muss feststellen: eher nicht.
Ich beginne mal mit der Aussage zu Obama. Ich glaube, dass der Mann viel liest, aber eigentlich weiß ich nicht genau was und ob unsere Geschmäcker deckungsgleich sind, kann ich nicht beurteilen - denn Lesen ist ein sehr subjektives Erlebnis und nicht bei jedem bringt ein Buch etwas zum Klingen. In diesem Fall muss ich mich aber schon fragen, was Obama denn so umgehauen hat - die passive, stark sexuell aufgeladene und überforderte Sinnsuche der 23-jährigen Edie wird es wohl kaum gewesen sein, sondern (rein spekulativ natürlich) vermutlich eher die Tatsache, dass er namentlich im Buch auf S. 124 erwähnt wird. Würde mir das passieren, wäre ich wohl auch hingerissen und begeistert.
Ansonsten ist dieser Roman einer, der in seiner Bewertung geradezu nach einer deutlichen Trennung von Diskurs- und Inhaltsebene schreit. Auf der Ebene der erzählerischen Vermittlung hat mir der Roman zeitweise richtig gut gefallen. Die Erzählinstanz versteht es, Unausgesprochenes in den Mittelpunkt zu stellen, das Schweigen spricht, verunsichert aber nicht. Sie schlägt unvermittelte Bögen, die sinnvoll sind, und die Leserschaft nicht verwirren, sie deutet an und erkennt, kommentiert und lässt offen - sehr dosiert, sehr gut gemacht. Sie ist Beobachterin ihres eigenen Lebens, mit großer Distanz und Passivität lässt sie die Tage vorbeigleiten. Der einzige Wermutstropfen ist das Sprachregister, das einen Hang zu bildungssprachlichen Fremdwörtern aufweist, nicht zu der Selbstwahrnehmung der Erzählerin zu passen scheint und für mich daher störend war.
Inhaltlich dreht sich der Roman im ersten Teil um sehr viel Sex und die Möglichkeit mit Sex und Gewalt zu kontrollieren und kontrolliert zu werden, sowie der Versuch durch Sex eine Daseinsberechtigung zu erreichen und wahrgenommen zu werden. Diese inhaltliche Ausrichtung soll Edies Minderwertigkeitskomplexe unterstreichen, in ihrer Ausführlichkeit und ihrem Fokus nahm die Thematik für mich aber viel zu viel Raum ein und wurde ziemlich schnell einfach nur öde. Die zweite Hälfte des Romans hat mir inhaltlich besser gefallen, da hier der Fokus mehr auf Edies erwachendes Selbstverständnis gelegt wird. Allerdings waren mir viele Symbole und Ereignisse, die den Weg zur Beantwortung der Frage "Wer bin ich?" ebnen sollten, zu platt, zu zahlreich und zu simpel gewählt. Die vielen fehlschlagenden Versuche, sich selbst zu zeichnen, und der verlangende Blick in den Spiegel - das geht doch nun wirklich auch subtiler. Ansonsten besticht Edie hauptsächlich durch ihre schon enervierende passive Art, die besonders in Zeiten eines aktiv selbstbestimmten Feminismus zeitweise wie ein anachronistischer Rückgriff auf ein antiquiertes Frauenbild anmuten mag. Darf man als Frau überhaupt noch zulassen, dass einem alles nur zustößt? Darf man als Mensch heute überhaupt noch zulassen, nichts zu tun oder zu sein?
"Hitze" ist ein Roman, der Gespräche und Gedanken anzustoßen vermag, und sicher auch ein paar Analysemöglichkeiten bietet. Erzählerisch auf gutem Niveau, bleibt er inhaltlich jedoch zu einfach und einseitig.
Zu Recht gehypt und als Obama's Lieblingsbuch beworben? Ich bin mir da ein bisschen unschlüssig und wusste wirklich nicht wie bewerten.
Also eins ist ganz klar, es ist anders geschrieben als gewohnt, da kommen Sätze drin vor, die waren eine halbe Seite lang (was sehr stark an Kafka erinnert
Literarisch hochtrabend - aber leider nichts ganz was für mich
"Hitze" erzählt von einer unglücklichen Kindheit. Von emotionalem und körperlichen Missbrauch. Von Rassismus. Und von der Suche nach sich selbst.
"Ein unglaublich berührendes Buch" verspricht der Klappentext - leider kann ich dem nur teilweise zustimmen. Edie ist ein Charakter, den ich nur schwer liebgewinnen konnte. Sie lässt sich revht plan- und perspektivlos durchs Leben treiben, da sie sehr in ihrer Vergangenheit festhängt. Sie eckt häufig an, ist unsensibel und nimmt selten Rücksicht auf andere. Oft steckt viel Berechnung in ihren Handlungen und Gedanken - in dieser Hinsicht war sie zumindest eine ehrliche Erzählerin. Der meist eher distanzierte, wenn auch detaillierte und bildhafte Stil von Raven Leilani machten es mir leider nicht möglich, emotional mit Edie mitzufiebern. Ich habe mich stark wie eine dritte Person gefühlt. Lediglich Erics Adoptivtochter Akila konnte richtige Emotionen in mir auslösen. Alle anderen Charaktere blieben mir fremd und schwer zugänglich. Der Schreibstil ist gewaltig, mit vielen Metaphern und einem ausgereiften Stil. Ich verstehe, was Leute darin sehen, auch wenn mir die Sprache oft zu derb und vulgär war. Von mir gibt es 3