Ich bin ohne Erwartung in das Buch reingegangen. Ich habe auch den Klappentext nicht gelesen, da dieser meiner Meinung nach zu lang für das kurze Buch war, und ich mich nicht Spoilern wollte.
Aber es war ein reines (fiktives) Politik-Roman. Sorry aber damit kann ich echt nichts anfangen…
Deshalb habe ich es ab Seite 50 abgebrochen.
Hier wird der Fokus auf Gerechtigkeit, Diversität, Chancengleichheit und alltogether Fortschrittlichkeit gelegt - aber so schäbig, dass ich es Schreibers Darstellungen verachte. Für mich kommt eine Angst vor der "Übernahme unseres Landes" durch, und eine Verhöhnung von Inklusion und angestrebter Gleichstellung.
Manche werden Schreibers Roman vielleicht als Überspitzung / Übertreibung der aktuellen Bewegung zu Diversity und Inklusion beschreiben, aber für mich ist das keine Überspitzung mehr und geht deutlich zu weit.
Es gibt viele Spitzen, die hier und da verstreut im Buch rumlungern, die ich deutlich unangenehm fand. Als Beispiel dafür das Vielfaltsförderungsgesetz, das meiner Meinung nach geschmacklos und übertrieben ist. Aber auch vieles anderes.
Und unabhängig davon ist auch der Plot sehr flach, mit einem vorhersehbaren Twist, aus irgendwelchen doofen an den Haaren herbeigezogenen Gründen - hier wirkte es, als solle das Buch einfach schnell beendet werden, da die erforderliche Seitenzahl erreicht wurde.
Ein Roman, der zu viel will, aber doch etwas schafft
Ich schlage das Buch auf und denke mir erst mal: „Okay. Tagesschausprecher schreibt politischen Roman. Kann klappen. Oder auch sehr schiefgehen.“
Spoiler: Es klappt. Irgendwie. Und irgendwie auch nicht.
Denn kaum habe ich mich hingesetzt, bin ich auch schon nicht mehr im Heute, sondern in einem Deutschland der Zukunft. Also… so halb Zukunft. Eher so: „Aussicht auf das, was uns vielleicht mal bevorsteht, wobei vieles auch heute schon in der Art Thema bei uns ist.“
Wir schreiben die 2050er. Bundestagswahl. Große Spannung. Und vorne liegt: Sabah.
Muslima. Als Kind nach Deutschland geflüchtet. Mittvierzigerin. Kanzlerinnenmaterial, sagen ihre Fans. Sie selbst sagt es auch. Und die Umfragen nicken zustimmend. Sie liegt vorne.
Die Welt in diesem Buch ist nicht zusammengebrochen – sie hat sich einfach verschoben, Stück für Stück. Religion, Identität, Sprache, Macht. Alles neu sortiert. Alles politisch. Alles aufgeladen. Linke gegen Rechte. Christen gegen Islamisten. Alte weiße Männer gegen starke Frauen. Und Russland und China sind auch 2050 noch genau so in den Schlagzeilen wie sie es heute sind.
Es gibt Regeln über Regeln in diesem Deutschland. Quoten, Vorgaben, Checklisten. Vielfalt wird gelebt und gewünscht und gesetzlich geregelt.
Alles korrekt. Alles sauber. Alles irgendwie richtig deutsch.
Namen/Lieder können gendertechnisch angepasst werden (bspw. dürfen Frauen aus ihrem Nachnamen „Kaufmann“ Kauffrau machen) und was ist eigentlich mit James Bond? Tja. Jetzt ist es „die neue 007“. Eine homosexuelle Frau mit Behinderung. Warum auch nicht? Vielfalt und Abwechslung werden in Deutschland 2050 SEHR groß geschrieben.
Das Buch liest sich schnell. Vieles bleibt aber oft auf der Strecke; Themen werden manchmal nur angerissen. Linker Aktivismus, Rechtsextremismus, Medien, Meinungsfreiheit, Klima, Krieg – alles kurz angerissen, kaum vertieft. Man merkt: Der Autor hatte sehr viele Gedanken. Und sehr wenig Seiten. Ich hätte mir gewünscht, dass da 100 mehr gewesen wären, dann wäre es für meinen Geschmack eine runde Sache gewesen.
Und dann… das Ende.
Ich klappe das Buch zu und denke nur: Ernsthaft jetzt?
Nicht im Sinne von „schlecht geschrieben“, sondern eher: „Das war’s schon? Und jetzt? Was passiert jetzt? Wie geht es weiter?“
So viel Aufbau, so viele Ideen – und dann ein Abgang dieser Art, sodass ich mir jetzt denk: „Hätt ich auch lassen können, mich hier einen Abend hinzusetzen und 200 Seiten durchzuhauen.“
Unterm Strich: Das Buch hat was. Es provoziert. Es kann phasenweise unterhalten. Es will, dass man sich aufregt, darüber nachdenkt und sich reflektiert – und das schafft es auch. Kein literarisches Meisterwerk, aber ein Text, den man sich zwar reinziehen kann, aber nicht unbedingt muss.
Vorab, dass Buch zeigt einen Mitschnitt und endet mit einem Cliffhänger. Der Schluss endet so, dass man sich selbst denken kann, wie es ausgeht oder eben nicht
Das Buch zeigt ein fiktives Deutschland wahrscheinlich im Jahr 2030. Der Islam nimm Einzug in die Politik.
Es geht um Gendern, Benachteiligung, Diversität, andere Rechte als bisher und wie es sein kann oder nicht sein kann und das weiße Männer die reichen sind und Ausländer:innen durch Niedriglohn klein gehalten werden.
Interessante Sichtweise.
📚 Inhalt
Wir befinden uns in Deutschland, in ungefähr dreissig Jahren, kurz vor den nächsten Bundestagswahlen. Das Land steht am Abgrund, zerrissen zwischen Hoffnung und Hass. Die aussichtsreichste Kandidatin für die Regierungsspitze ist Sabah Hussein, Feministin, Muslimin, Einwanderin und Mitglied der ökologischen Partei.
Aber längst nicht alle wollen diese Frau an der Macht sehen und tun alles, um Sabahs Wahl zu vereiteln.
📖 Meinung
Wo soll ich da bloss anfangen? Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut, da ich das Thema super spannend finde. Man verbringt viel Zeit mit der Protagonistin Sabah und sollte meinen, dass man sie gut kennen lernt. Aber sie bleibt leer, wirkt zweidimensional und austauschbar. Und was ich fast am schlimmsten fand, sind die ganzen Stereotypen.
Ja, es ist mir bewusst, dass der Autor Stereotypen als Stilmittel benutzt und sie bewusst überspitzt darstellt. Aber es war einfach zu viel des Guten. Viel zu viel. Das Buch bewirkt meiner Meinung nach das direkte Gegenteil davon, was es eigentlich möchte. Für mich liest es sich wie eine Panikmache vor linksgrüner Politik, die durch den Einsatz verschiedener rechtsextremer Vorurteile befeuert werden.
Es ist ein furchtbares Buch, das eigentlich eine interessante Grundidee hatte. Einfach nur ein schlimm zu lesen. Hände weg.
Ein modernes 1984. Gnadenlos wird der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten und ein düsteres Zukunftsszenario gezeichnet, auf welches wir als Gesellschaft zusteuern, wenn sich nichts ändert.
Hustlers MUST read
Habe mir ehrlich gesagt ein bisschen mehr vom Buch erhofft. Das Thema gibt mehr her. Es ist alles sehr oberflächlich gehalten und es fehlt mir ein bisschen die Spannung.
Gerne hätte ich auch gewusst wie es ausgeht.
Ich finde ganz, ganz viele Punkte in dieser fiktiven Erzählung gut und würde ich mir auch schon für heute wünschen. Mich persönlich hat die zu große Gewichtung der Religion in der Politik gestört, sodass es mir schwer fiel, mich voll und ganz in dieser fiktiven Gesellschaft wiederzufinden.
Kein wirklich gutes Buch, Hr. Schreiber war sich scheinbar nicht sicher, welche Art Buch er schreiben wollte. Böse PC-Links grüne Sprachpolizei Dystopie, Klischee Anti-Islambuch (und das obwohl er schon Bücher über den Islam geschrieben hat) oder einen Kritik am Umgang mit rechtsradikalen Strukturen. Alles unausgegoren, nur angedacht und auf 200 Seiten gedruckt.
Das war leider gar nichts und ich verstehe die Kritik an dem Buch nun vollkommen
Hier wird der Fokus auf Gerechtigkeit, Diversität, Chancengleichheit und alltogether Fortschrittlichkeit gelegt - aber so schäbig, dass ich es Schreibers Darstellungen verachte. Für mich kommt eine Angst vor der "Übernahme unseres Landes" durch, und eine Verhöhnung von Inklusion und angestrebter Gleichstellung.
Manche werden Schreibers Roman vielleicht als Überspitzung / Übertreibung der aktuellen Bewegung zu Diversity und Inklusion beschreiben, aber für mich ist das keine Überspitzung mehr und geht deutlich zu weit.
Es gibt viele Spitzen, die hier und da verstreut im Buch rumlungern, die ich deutlich unangenehm fand. Als Beispiel dafür das Vielfaltsförderungsgesetz, das meiner Meinung nach geschmacklos und übertrieben ist. Aber auch vieles anderes.
Und unabhängig davon ist auch der Plot sehr flach, mit einem vorhersehbaren Twist, aus irgendwelchen doofen an den Haaren herbeigezogenen Gründen - hier wirkte es, als solle das Buch einfach schnell beendet werden, da die erforderliche Seitenzahl erreicht wurde.