
Mörderin oder Opfer?
Die Geschichte startet mit einer beklemmenden und gleichzeitig unglaublich spannenden Ausgangssituation: Eine Frau wacht morgens neben einer Leiche auf – ohne Erinnerung daran, was in der Nacht passiert ist. Allein dieser Einstieg sorgt dafür, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen kann. Besonders gefallen hat mir die düstere Atmosphäre, die sich konstant durch die Handlung zieht. Während nach und nach immer mehr Details ans Licht kommen, wird man selbst zum Miträtseln animiert. Ich hatte ständig neue Verdächtige im Kopf und habe mehrfach meine Meinung geändert. Genau das macht für mich einen guten Thriller aus. Die Figuren wirken größtenteils authentisch und glaubwürdig. Vor allem die innere Unsicherheit und Angst der Hauptfigur werden sehr greifbar beschrieben, wodurch ich emotional schnell mitgefiebert habe. Es ist sehr spannend, dass auch die Protagonistin bis zum Schluss nicht weiß, ob sie die Mörderin ist. Allerdings hatte das Buch für mich auch kleinere Schwächen. An manchen Stellen zog sich die Handlung etwas, weil das Privatleben der Ermittler oft in den Vorfergrund gezogen wurde. Auch die ständigen Perspektivwechsel zwischen echtem Geschehen und Brieferzählung haben mich zu Beginn sehr verwirrt und man braucht etwas Zeit, um reinzukommen. Ich habe bis zum Schluss nicht gewusst, dass das Buch der dritte Teil einer Reihe ist und werde auf jeden Fall die anderen beiden Bänder lesen. (Wenn dieses Buch jetzt nicht schon alles verraten hat) Trotzdem überwiegen für mich ganz klar die positiven Aspekte: spannende Atmosphäre, ein starker Einstieg und ein permanentes Gefühl von Unsicherheit. Wer psychologische Thriller mit düsterer Stimmung und vielen Verdachtsmomenten mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Ich finde es wird ein bisschen unterbewertet.








