Hatte aufgrund des Klappentextes mehr erwartet. Das Buch hat mich leider nicht abgeholt..
„Die Überflüssigkeit der Dinge“ von Janna Steenfatt ist ein ruhiger, stellenweise bedrückender Roman über Ina, eine junge Frau, die in ihrem Leben festzustecken scheint. Sie arbeitet im Theaterumfeld, treibt durch Beziehungen und Tage, ohne klare Richtung, geprägt vom Tod der Mutter und einer distanzierten Beziehung zum Vater. Vieles bleibt fragmentarisch, vorläufig – so wie Ina selbst. Der Roman erzählt keine klassische Entwicklungsgeschichte. Es gibt keine Lösung, keinen großen Wendepunkt, keine Erlösung. Genau das empfand ich als zugleich schwierig und ehrlich. Inas Situation bleibt ungelöst, sie bleibt verletzlich, zögernd, manchmal fast passiv. Und doch lebt sie weiter. Dieses „Weiterleben ohne Antwort“ hat mich berührt. Das Buch ist leise, beobachtend und melancholisch. Es fordert Geduld und lässt einen mit einer gewissen Schwere zurück. Aber gerade darin liegt für mich seine Stärke: Es beschönigt nichts und zwingt Ina nicht zu einer Klarheit, die das Leben oft selbst nicht bietet. Am Ende bleibt kein Trost – aber eine Form von Beharrlichkeit. Und die hat mir gefallen.

