Lässt mich sicher noch eine Weile nachdenklich zurück.
Goldkind handelt von einem sehr unterschiedlichen Zwillingspaar in Trinidad. Der „seltsame“ Zwilling verschwindet und die Familie muss einige schicksalhaften Entscheidungen treffen.
Die Geschichte ist unaufgeregt erzählt. Allerdings zog sie sich deshalb ganz schön in die Länge. Wo ich mir mehr Beschreibungen gewünscht hätte, kamen keine, an anderen Stellen hätte ich die detailreichen Darstellungen lieber überblättert.
Vielleicht einfach nicht meinen Geschmack getroffen aber durchaus mal lesbar.
Während ich die Prämisse und das Setting mochte, kam ich leider nicht mit der Schreibe, respektive Übersetzung, klar. Die paar Seiten zogen sich für mich dahin wie Kaugummi. Vielleicht wäre das englische Original hier die klügere Wahl gewesen?
>>Was ist der Preis eines Lebens, wenn eine goldene Zukunft alles ist?<<
„“Goldkind“ von Claire Adam hat mich innerlich ziemlich zerrissen muss ich sagen. Es ist ein Roman der für mich in eine völlig unverständliche und als Mutter nicht nachvollziehbare Richtung geht. Nachdem hier der leistungsschwachere Zwilling Paul spurlos verschwindet und nach kurzer Zeit Lösegeld für sein Leben gefordert wird, wäre mein Schritt ganz klar... denn für jedes meiner Kinder würde ich alles geben. Doch Clyde betrachtet seine beiden Söhne auf sehr unterschiedliche Weise. Paul ist zwar einerseits sein Sohn, doch seine Zukunft sieht er nicht. Peter hingegen ist sein 'Goldkind' und für ihn opfert und tut er alles... Ich möchte nicht spoilern, daher werde ich auf sein weiteres Handeln nicht eingehen, muss aber nachdrücklich sagen, dass mich seine Entscheidungen sehr sehr schockiert haben und die Autorin hier eine Geschichte schafft, die mich zum Ende wirklich sehr bewegt und innerlich aufgewühlt hat! Der Start in die Geschichte zog sich etwas muss ich sagen, doch auf den letzten 100 Seiten kommt die Geschichte sehr in Fahrt und hat mich von sich überzeugt!
Fazit: Ein Roman mit sehr viel Wortkraft, der den Leser am Ende sicher nicht unberührt lassen wird!
Trinidad ist eine Insel im karibischen Meer und die größte Insel der kleinen Antillen. Sie liegt wenige Kilometer vor Venezuela und dem südamerikanischen Kontinent entfernt. Die Kriminalitätsrate ist in Trinidad höher als im Rest der Ostkaribik. In den letzten Jahren gab es verstärkt Entführungen, die aber Einwohner aus Trinidad betrafen, um Lösegelder zu erpressen. Dorthin nimmt Claire Adam den Leser mit und erzählt aus der Sicht des allwissenden Erzählers die Geschichte von Pauls Verschwinden und wie es dazu kam.
Rückblickend erfährt man von dem Sauerstoffmangel, unter dem Paul bei der Geburt litt und der dafür sorgte, dass er im Gegensatz zu seinem Zwillingsbruder, einem intelligenten und vielversprechendem ‚Goldjungen‘, zurückgeblieben ist und immer ein wenig Ärger machte. Relativ schnell wird dabei auch die Ungerechtigkeit deutlich, die in der in der Gleichbehandlung der Zwillinge liegt, deren Unterschiedlichkeit doch so offensichtlich ist. Immer ist einer der Jungen gezwungen dem anderen nachzueifern oder zurückzustecken, so dass beide ihr eigentliches Potential nicht ausschöpfen können.
Aber man erfährt auch viel über das Leben auf Trinidad, über hohe Kriminalität und den Kampf um ein besseres Leben. Dabei gelingt es der Autorin, die selbst in Trinidad geboren und aufgewachsen ist, ein stimmungsvolles Bild von der Insel und den Lebensumständen zu zeichnen, so dass man sich allmählich immer besser in die Situation hineinfinden kann. Als die Entführer sich schließlich bei Pauls Vater melden, ist dieser gezwungen eine folgenschwere Entscheidung zu treffen.
Auf dem Klappentext steht bereits die Frage, ob man wirklich das Leben eines Kindes zugunsten des anderen opfern kann. Und genau diese Frage treibt einen durch das ganze Buch und lässt einen bis zum Schluss nicht los. Das lässt auch über einige Längen hinweglesen, denn die Antwort darauf, wie Pauls Vater sich entscheidet und wie alles ausgeht, erhält man erst gegen Ende dieses Romans.
„Goldkind“ nimmt mit dem Zuklappen des Buches jedoch nochmal richtig Fahrt auf, wenn man die unterschiedlichen Möglichkeiten im Kopf durchspielt, die Pauls Vater gehabt hätte und wozu diese hätten führen können.
Ein Buch, das nachhallt.