12. März
Rating:4

Dies Buch tut weh, einfach nur weh! Sci-Fi trifft auf Religion

Es ist komplett egal, was ihr euch vorstellen mögt beim Lesen des Klappentextes, was euch erwarten wird - es kommt definitiv anders. Immer. Wer denkt hier werden arrogante, von ihrem Glauben eingenommene Jesuiten in ihrem Missionarswahn mit einer erschütternden Realität konfrotiert, der irrt.Mary Doria Russell kreiert liebenswerte, facettenreiche Figuren, die nicht weiter weg von meiner Erwartungshaltung sein konnten. Man wächst und gewöhnt sich an sie und wird genau daran irgendwann zerbrechen. Dieses Buch beschäftigt sich sehr intensiv der Fragestellung, inwieweit ein allmächtiger und gutmütiger Gott so viel Leid zulassen kann. Und wie der Mensch trotz dieser Tatsache seinen Glauben zu Gott finden/behalten kann. In dem Buch steckt natürlich noch viel mehr, aber vorrdergründig setzt es sich eben mit dieser Fragestellung (und auch. wie viel Leid der Mensch aushalten kann) auseinander. Da Mary Doria Russell keine gläubige Christin ist (schreibt sie im Vorwort) ist das Buch erfreulicherweise nicht druchtränkt mit Religion, sondern behandelt das Thema sehr sanft und hintergründig. Die Figuren sind auch nicht ausschließlich Jesuiten, wodurch es auch um viele andere wissenschaftliche, kulturelle, soziologische und anthropologische Aspekte gleichermaßen geht. Am Ende möchte ich aber noch eine kleine Triggerwarnung aussprechen - ohne zu viel spoilern zu wollen, werden hier Themen wie sexueller Missbrauch und Folter behandelt. Trotzdem ein sehr starkes Buch, welches lange nachhallen wird!

Sperling
Sperlingby Maria D RussellHeyne