John Grisham erzählt in Der Gefangene eine wahre Geschichte, die einen fassungslos zurücklässt. Es geht um Ron Williamson, einen einst hoffnungsvollen Baseballspieler, dessen Leben aus den Fugen gerät. Nach dem Scheitern seiner Karriere und einer Abwärtsspirale aus psychischen Problemen und Drogen wird er in einen Mordfall verwickelt, den er nicht begangen hat. Doch das hält die Ermittler nicht davon ab, ihn zum perfekten Sündenbock zu machen. Das Buch liest sich wie eine gut recherchierte True-Crime-Doku in Schriftform – sachlich, aber nicht emotionslos. Grisham hält sich an die Fakten, doch wo es angebracht ist, spart er nicht mit Kritik. Besonders die fragwürdigen Ermittlungsmethoden sind frustrierend: eine sogenannte Haaranalyse, die mehr auf Bauchgefühl als Wissenschaft basiert, Gefängnisspitzel, die sich mit erfundenen Aussagen Vorteile erschleichen, und Polizisten, die ihre eigenen Theorien mit aller Gewalt durchdrücken. Am meisten schockiert aber, wie konsequent Warnzeichen ignoriert werden. Ron Williamson ist offensichtlich nicht zurechnungsfähig, doch das interessiert niemanden – weder die Polizei noch die Justiz. Das Ergebnis: Ein Mann wird jahrelang für ein Verbrechen bestraft, das er nicht begangen hat, während der eigentliche Täter viel zu lange ungeschoren davonkommt. Der Gefangene ist keine angenehme Lektüre, weil sie ein Justizsystem offenlegt, das an vielen Stellen einfach nicht funktioniert. Genau deshalb ist es aber ein wichtiges Buch. Wer sich für wahre Kriminalfälle interessiert und starke Nerven hat, sollte es definitiv lesen.
Einfach immer wieder betrüblich, solche Justizfälle zu verfolgen.
Weniger ein Roman als die Dokumentation eines Justizskandals. Grisham offenbart schonungslos die eklatanten Defizite des Justizsystems der vermeintlich größten Demokratie. Er tut dies sachkundig, nüchtern und fesselnd. Dass dies trotzdem kaum zu ertragen ist, liegt nicht am Autor, sondern am Inhalt.

Unfassbare Geschichte einer Verurteilung eines Unschuldigen
Man kann beim Lesen eigentlich nur den Kopf schütteln! Tränen habe ich aber auch ein paar vergossen. Die Geschichte von Ron Williamson ist unglaublich, aber leider wahr. Es ist ein wichtiges Buch. Es zeigt viel über die Justiz in den USA aber ich bin davon überzeugt dass auch hierzulande schon Unschuldige verurteilt worden. Das Buch ist sehr wichtig, hat hier und da auch ein paar Längen, aber die nehme ich für die detaillierte Thematik gerne in Kauf. Auf jeden Fall eine interessante Lese-Erfahrung.



