Göttlich respektlos und herrlich bissig ✝️
„Gott bewahre“ ist ein Buch, bei dem man sich zwischendurch des Öfteren fragt, ob man gerade lachen darf – und es dann einfach trotzdem tut. John Niven schert sich nämlich herzlich wenig um religiöse Befindlichkeiten und haut mit einer herrlich überspitzten, teils ziemlich derben Sprache einfach alles raus, was ihm (oder besser gesagt Gott) so durch den Kopf geht. Die Idee allein ist schon genial: Gott kommentiert höchstpersönlich nach einem "kurzen" Angelurlaub das zwischenzeitlich entstandene Chaos auf der Erde – inklusive der verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen. Und das macht er nicht etwa sanft und weise, sondern genervt, sarkastisch und mit einer ordentlichen Portion „Was zur Hölle macht ihr da eigentlich?!“. Neu anzufangen ist zu stressig, daher wird Jesus kurzerhand wieder zurück auf die Erde geschickt und findet sich in New York wieder . Besonders stark sind die völlig absurden, aber urkomischen Darstellungen: Jesus, der sich plötzlich nur noch „J. C.“ nennt, als Rock Musiker einen Road Trip quer durch die USA unternimmt und lieber über das Gras im Himmel philosophiert, Apostel, die ihre Kreuzigungen vergleichen wie alte Kriegsgeschichten, oder Gott selbst, der sich über Moses’ Version der 10 Gebote aufregt, als hätte jemand seine WhatsApp-Nachricht komplett missverstanden. Das alles ist oft gnadenlos überzogen, manchmal geschmacklich hart an der Grenze, aber eben genau deshalb auch so verdammt witzig. Niven trifft mit seinem Humor regelmäßig ins Schwarze, auch wenn nicht jeder Gag zündet. Ein Stern Abzug, weil es stellenweise vielleicht etwas zu drüber ist und der Humor nicht für jeden funktioniert. Wer aber schwarzen Humor, Sarkasmus und respektlose Religionssatire mag, wird hier definitiv seinen Spaß haben.
























