Aus Schmerz wird Zeugnis, aus Schweigen wird Stimme
Das Buch ist äußerst spannend, schockierend und tief bewegend. Es sollte von viel mehr Menschen gelesen und gehört werden. Die Autorin Mihrigul Tursun erzählt darin ihre eigene Lebensgeschichte. Sie ist Uigurin und wächst in China auf. Später geht sie für ein Auslandssemester nach Ägypten, wo sie ihren zukünftigen Ehemann Mahmoud kennenlernt. Die beiden heiraten und bekommen Drillinge, bis dahin scheint es eine ganz normale und interessante Lebensgeschichte zu sein. Doch als Mihrigul ihre Eltern in China besuchen möchte, beginnt das große Leid. Sie wird verhaftet und in ein sogenanntes „Umerziehungslager“ gebracht. Dort erlebt sie psychische und physische Gewalt, wird gefoltert und monatelang von ihren Kindern getrennt. Insgesamt wird sie dreimal in solche Lager verschleppt. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, aber die Grausamkeiten, die sie dort erleiden muss, sind kaum in Worte zu fassen. Was mich an diesem Buch besonders bewegt hat, ist nicht nur ihr persönliches Schicksal, sondern auch das weltweite Schweigen darüber. Wir sehen, hören und lesen zwar von Leid in der Welt, aber das, was die Uiguren in China ertragen müssen, ist unvorstellbar und zutiefst unmenschlich. Ich lese gerne Bücher, die über das Leid von Völkern sprechen, wie zum Beispiel „Der Junge, der vom Frieden träumte“. Doch dieses Buch hat mich noch stärker getroffen. Ich glaube, kein Leid kann das übertreffen, was Mihrigul Tursun beschreibt vor allem, weil es real ist und bis heute weitergeht und es keine Veränderungen der Situation gibt. Schlimm finde ich, wie die Welt wegschaut. Wie es gelingt, dass dieses Leid uns kaum erreicht. Aber am schlimmsten finde ich, wie es dem chinesischen Regime gelingt, die Wahrheit zu unterdrücken. Die staatliche Kontrolle über Medien und Informationen sorgt dafür, dass die Welt kaum etwas erfährt. Dieses bewusste Schweigen und Vertuschen ist kein Zufall ,es ist ein Teil des Machtapparates eines autoritären, rechtsextremen Staates, der durch Angst und Propaganda versucht, seine Taten zu verschleiern. Das so viel Leid bewusst erzeugt wird , einzig, um Macht zu behalten und Menschen zu beherrschen.







