Not Dead Yet liest sich weniger wie eine klassische Rockstar-Biografie und mehr wie ein ehrlicher Rückblick eines Musikers, der weiß, dass er vieles richtig, aber auch einiges falsch gemacht hat. Am meisten hängen geblieben sind für mich die frühen Kapitel: Kindheit, Familie, die Anfänge mit Genesis und der Moment, in dem Collins plötzlich Frontmann wird. Diese Phase des kreativen Schaffensrauschs, der Experimente und der Entstehung von Musik, die bis heute wirkt, macht das Buch für mich wirklich lesenswert. Später verschiebt sich der Fokus stärker auf private Brüche, Erschöpfung und Rückschau. Das ist offen und reflektiert, zieht sich stellenweise aber auch. Nicht jede Phase seiner Karriere interessiert mich gleich stark, und gerade die späteren Kapitel fühlen sich manchmal etwas lang an. Trotzdem wirkt Collins dabei nie selbstverliebt, sondern eher wie jemand, der versucht zu verstehen, warum sein Leben so verlaufen ist, wie es verlaufen ist. Unterm Strich ist Not Dead Yet vor allem für Menschen spannend, die sich für den Menschen hinter der Musik interessieren. Kein Hochglanz-Mythos, sondern ein ehrliches Buch mit Stärken, Schwächen und viel Musikgeschichte.
16. Dez.Dec 16, 2025
Da kommt noch was – Not dead yetby Phil CollinsHeyne
