20. Okt.
Rating:4

Der Balkan in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Als Geisel der Türken, wächst ein junger Mann heran, der schon bald als Vlad der Pfähler in die Geschichte Europas eingehen soll und heute allen eher als Graf Dracula bekannt ist. Ein Mann der das Pfählen als Foltermethode der Türken erlernt und der nur eins möchte, Freiheit und Gerechtigkeit für sein Land. Getreu dem Motto „Wenn sie dich nicht lieben, dann lehre sie dich zu fürchten“, setzt er seine Ziele grausam und ohne Gnade durch. Doch seine Verbündeten erweisen sich als wankelmütig und so erliegt er ein ums andere Mal seinen erklärten Feinden den Türken, jedoch nicht ohne zahlreiche blutige Opfer. C.C. Humphrey erzählt die Geschichte des Pfählers aus historischer Sicht. Was trieb ihn an? Was ließ ihn zu diesem Monster werden, dass wir heute kennen?. Es dauerte ein bisschen bis ich in die Geschichte kam, denn sein Leben wird in dem Buch 5 Jahre nach Vlads Tod von drei seiner engsten Vertrauten erzählt. Von seinem getreuen Freund, seiner Mätresse und seinem Beichtvater. Aber einmal mittendrin gibt es kein Halten. Dass der Autor sein Handwerk versteht, merkt man daran, dass man beginnt hinter dem grausamen Schlächter, den Menschen zu sehen und Verständnis für sein Handeln bekommt. Ich muss gestehen an einigen Stellen war mir die Figur sogar sympathisch. Verraten von seinen Freunden, deffamiert durch die Propaganda seiner Feinde und im Stich gelassen von Untergebenen ist er nie gewillt aufzugeben. Er will die Walachei befreien, koste es was es wolle und wenn man dazu den Kopf eines Türken auf einer Tischplatte festnageln muss. Zartbesaiteten würde ich das Buch wegen, der doch sehr anschaulich beschriebenen Pfählung und anderer Foltermethoden nicht ans Herz legen. Wer sich aber für die historische Figur des Dracula und den Balkan interessiert, der ist bei „Vlad“ genau richtig.

Vlad
Vladby C. C. HumphreysHeyne