25. März
Rating:2.5

An sich ist Die Erfinderin der Freiheit wirklich ein gutes Buch mit einem spannenden historischen Hintergrund – gerade die Geschichte rund um die Erfindung des BHs um 1908 fand ich super interessant. Allerdings hatte ich beim Lesen einige Probleme. Zum einen war die Handlung teilweise ziemlich verwirrend. Innerhalb weniger Seiten springt die Geschichte zeitlich so stark, dass man kaum hinterherkommt – eben noch Weihnachten, plötzlich ist Ostern. Das hat mich öfter rausgebracht. Was mich aber wirklich gestört hat: Es hätte meiner Meinung nach unbedingt eine Triggerwarnung gebraucht. Es wird ziemlich detailliert eine Abtreibung beschrieben, und auch wenn ich normalerweise nicht empfindlich bin, war mir das ehrlich gesagt zu viel. Manche Dinge muss man einfach nicht so genau wissen. Besonders wütend gemacht hat mich die Rolle des Mannes in der Geschichte. Wenn man verheiratet ist, sollte man vielleicht nicht in anderen Betten landen – und dann auch noch von der Frau verlangen, abzutreiben, weil man es sich „nicht leisten kann“? Ernsthaft? Es ist ihr Körper, nicht seiner. Und die Konsequenzen sind ja alles andere als harmlos: eine gefährliche, unsichere Prozedur, die schlimmstenfalls dazu führen kann, nie wieder schwanger zu werden. Ich verstehe viele Gründe, warum Frauen sich für eine Abtreibung entscheiden – aber dieser hier hat mich einfach nur fassungslos gemacht. Vor allem, wie wenig Gegenwehr da kommt und wie lapidar das Ganze teilweise dargestellt wird („ist ja überstanden“), hat mich echt irritiert. Fazit: Ein eigentlich starkes Buch mit interessantem Thema, aber durch die verwirrende Struktur und einige sehr schwierige Inhalte für mich nur eingeschränkt empfehlenswert.

Die Erfinderin der Freiheit
Die Erfinderin der Freiheitby Elke BeckerHeyne
18. März
Rating:3

Die Idee zu dem Buch ist interessant: Das Patent für den Brusthalter, also eine Form des BH. Leider war dies bei Weitem nicht der Haupthandlungsstrang. Gleichzeitig wurde noch von jemand anderem der Kaffeefilter erfunden. Weiterhin erleben wir die Leben vierer Freundinnen inklusive aller ihrer Liebschaften. Das waren einfach zu viele Handlungsstränge. So schade, da die Idee sowohl über die Erfinderin des BHs zu schreiben oder auch über die Erfinderin des Kaffeefilters toll ist.

Die Erfinderin der Freiheit
Die Erfinderin der Freiheitby Elke BeckerHeyne
25. Feb.
⭐️⭐️⭐️(⭐️)
Ein Panorama des Dresdner Lebens zu Anfang des 20. Jahrhunderts
Rating:3.5

⭐️⭐️⭐️(⭐️) Ein Panorama des Dresdner Lebens zu Anfang des 20. Jahrhunderts

Christine Hardt arbeitet im Lahmann–Sanatorium auf dem Weißen Hirsch in Dresden als Therapeutin. Aufgrund ihrer Erfahrungen mit Frauen, die wegen des Tragens eines Korsetts in Ohnmacht fallen, versucht sie die Frauen zu anderen Kleidungsstücken zu überreden, die ihrer Gesundheit förderlicher sind - zum Beispiel einen von ihr erdachten Brusthalter. Sie muss ziemlich kämpfen, denn Konvention geht zum damaligen Zeitpunkt vor Innovation. Dieses Buch soll einer Frau ein Denkmal setzen, die ihrer Zeit voraus war. Doch es geht in diesem Roman nicht nur um Christine. Auch die Mitbewohnerinnen ihres Hauses spielen eine große Rolle. Da ist zum Beispiel ihre Mitbewohnerin Lotta. Und auch Julia, die für sie ab und zu Näh- und Stickarbeiten übernimmt. Alle drei sind Protagonistinnen, deren Geschichten mit der von Christine verknüpft sind. Doch auch bekannte Dresdner Persönlichkeiten lässt die Autorin in diesem Roman wieder lebendig werden - allen voran Amalie Auguste Melitta Bentz, die Erfinderin des Kaffeefilters und Karl August Lingner, der Erfinder des Odol-Mundwassers, dem neben seinem Hang zum Flirten viele Wohltaten für die Dresdner Arbeiterklasse zugeschrieben werden. Das war für mich als Dresdnerin schon sehr interessant. Man sollte aber bei diesem Buch wissen, dass es sich nicht ausschließlich mit der titelgebenden Erfindung des BH beschäftigt. Der wird spätestens ab der Hälfte des Buchs eher zur Nebensache. Vielmehr ist der Roman eigentlich ein Panorama des Dresdener Lebens zu Beginn des 20. Jahrhunderts und greift einige Anekdoten/Fakten/Begebenheiten aus dieser Zeit auf. Ich war darüber ein wenig überrascht. Anhand des Klappentextes hatte ich eine eher „straighte“ Story darüber erwartet, wie Christine auf die Idee kommt, ein neues Kleidungsstück zu designen und wie sie versucht es zu etablieren. Der Roman setzt jedoch bereits dort an, wo es um die Verbreitung des Kleidungsstücks geht und stellt statt dessen mehr die Freundschaft zu ihren Mitbewohnerinnen und deren Irrungen und Verwirrungen zwischenmenschlicher Art in den Mittelpunkt. Gegen Ende hin wird sogar noch fast ein Kriminalfall draus! Mir persönlich war diese Mischung ein wenig zu bunt. Ich hatte mich einfach auf eine andere Art von Geschichte eingestellt und mir diese gewünscht. Das was ich bekam, war definitiv nicht schlecht, sondern ein gut erzählter und unterhaltsamer historischer Roman, der auch gut recherchiert zu sein scheint. Es entsprach nur eben nicht ganz meinen Erwartungen und konnte mich deshalb nicht ganz rückhaltlos begeistern. Für alle, die einen Überblick über das Leben in Dresden um die Jahrhundertwende bekommen und auf unterhaltsame Weise einige bekannte Namen der Stadt kennenlernen möchten, ist das Buch auf jeden Fall sehr zu empfehlen!

Die Erfinderin der Freiheit
Die Erfinderin der Freiheitby Elke BeckerHeyne
10. Feb.
Rating:5

Was wären wir ohne der starken Frauen ?

Die Geschichte beginnt in Dresden 1908. Christine arbeitet als Therapeutin im Sanatorium Lahmann. Schnell stellt sie fest die Patientinnen fallen wegen dem viel zu engen Korsett Reihenweise in Ohnmacht. Ihr Erfindungsgeist ist entfacht und sie näht aus Papiertaschentüchern und Hosenträgern den ersten BH. Die Damen der feinen Gesellschaft lehnen ihn erstmal ab. Zum Glück hat sie aber ihre Freundinnen Julia, Lotta und Amelie. Tatkräftig stehen sie ihr zur Seite zu viert haben sie viele Ideen. Werden sie es schaffen? Und welche Rolle spielen Franz und Johanna die im Sanatorium auftauchen? Es war für mich nicht das erste Buch der Autorin und hatte deshalb sehr hohe Erwartungen, und die wurde zu 100% erfüllt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft. Von der ersten Seite war ich im Roman. Es wurde wieder sehr gut recherchiert auch was die Charaktere anbelangt. Die Geschichte war sehr mitreißend und ich fieberte mit den Mädels mit. Ein Roman über sehr starke Frauen ihrer Zeit , und sehr oft kam der Gedanke was wären wir heute wenn sie nicht gewesen wären. Gut es es solche Frauen gab die uns für das heutige Leben viel erkämpft haben. Diese Buch ist für jeden der gerne gut recherchierte historische Romane über starke Frauen liest. Ich gebe eine klare Lese Empfehlung für die Erfinderin und freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin.

Die Erfinderin der Freiheit
Die Erfinderin der Freiheitby Elke BeckerHeyne