24. Apr.
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Rating:3.5

Wie begegnet man den Männern, die die Welt in das, wahrscheinlich größte Desaster der Menschheit, gestürzt haben? Asta weiß es nicht aber sie muss es schaffen, als Dolmetscherin eingesetzt zu werden. Und es gelingt ihr. Zuerst nach Luxenburg ins "Grand Hotel" und anschießend nach Nürnberg. Sie verfolgt aber auch eigene Ziele. Welche mögen das sein? Dann gibt es noch Leo, ein ehemaliger Kriegsgefangener. Kann sie ihm trauen? Das Thema ist grundsätzlich sehr interessant, vor allem Rund um die Gerichtsverhandlung, die Dynamik zwischen dem 4 Siegermächten, allen voran den USA und Sowjetunion. Allerdings blieb mir die Figur der Asta zu oberflächlich und unnahbar. Bzw einige Erzählstränge blieben lose und kamen zu keinem Schluss. Alles in allem ein gutes Buch um etwas über den wahrscheinlich wichtigsten Gerichtsprozess zu erfahren. Aber die Hauptpersonen blieben mir fremd.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
14. Apr.
Ein überaus spannendes Buch über eine dunkle und spannende Zeit. Die Prozesse in Nürnberg, wegweisend für ein neues Völkerrecht. Mittendrin eine Dolmetscherin die ganz eigene Ziele verfolgt. Sie sind alle dabei. Die Alliierten, die Nazis, im Gefängnis oder im Untergrund und natürlich viele viele deutsche Menschen, von denen einige sich als wenig menschlich erweisen.
Titus Müller versteht es, Geschichte auch noch über einem halben Jahrhundert packend darzustellen!!!
Rating:5

Ein überaus spannendes Buch über eine dunkle und spannende Zeit. Die Prozesse in Nürnberg, wegweisend für ein neues Völkerrecht. Mittendrin eine Dolmetscherin die ganz eigene Ziele verfolgt. Sie sind alle dabei. Die Alliierten, die Nazis, im Gefängnis oder im Untergrund und natürlich viele viele deutsche Menschen, von denen einige sich als wenig menschlich erweisen. Titus Müller versteht es, Geschichte auch noch über einem halben Jahrhundert packend darzustellen!!!

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
27. März
Rating:4

Kann den Vorkritikern/innen nur zustimmen: Sehr gut recherchiert, sehr spannend, aber es bleibt eine gewisse Distanz zu den Hauptcharakteren und meiner Meinung nach sind es etwas zu viele Namen und Figuren, die vorkommen.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
6. Feb.
Rating:4

Ein hervorragend recherchiertes Buch. Die Referenzen dazu findet man im Anhang. Titus Müller schreibt wie gewohnt flott, und manchmal stockte mir der Atem, wie er Grausamkeiten so leicht darstellen konnte. Es gab unendlich viele Figuren, die mich in ihrem Zusammentreffen verwirrt haben, wo ich manchmal nicht wusstest welcher Seite sie stehen, ob sie gut oder böse sind. Das entspricht wahrscheinlich der Absicht von Titus Müller, denn selbst die Hauptfigur „die Dolmetscherin“ ist ständig mit sich selber in der Auseinandersetzung über Schuld und Sühne. Das wirkt zum Schluss ermüdend. Aber es hat mich zum Nachdenken gebracht, weil Fragen ich mich oft gefragt habe, wie ich mich in diesen Situationen verhalten hätte. Es ging ums pure Überleben im Jahr 1945. Das Ende des Romans kam für mich völlig überraschend, und ich dachte: und nun, wie geht’s jetzt weiter? Das fand ich unbefriedigend. Für mich sehr neu und auch sehr aufschlussreich war die Darstellung der Simultanübersetzung, die durch diesen Prozess einen ordentlichen Anschub erhalten hat. Es wird mehrmals deutlich dargestellt, unter welchen Druck die Übersetzer stehen und welche enormen, mentalen Fähigkeiten sie besitzen müssen. Faszinierend! Der für mich wichtigste Gedanke in diesem Roman ist, auf Seite 333 zu finden und lautet: ein Angriffskrieg stellt ein Verbrechen dar, und wer auch immer ihn führt, muss angeklagt, verurteilt und bestraft werden. Das war die Leistung vom Hauptankläger Jackson, der damit ( vermutlich ) Geschichte geschrieben hat. Wer Interesse an dieser ganzen Problematik hat, dem kann ich das googeln der Fernsehanstalten empfehlen. Unter dem Stichwort Nürnberger Prozesse 1945 findet man etliche erhellende Dokumentationen.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
26. Jan.
Rating:4

Spannend und historisch fundiert

Die Dolmetscherin von Titus Müller überzeugt durch eine beeindruckend gründliche historische Recherche. Besonders gelungen ist der Perspektivwechsel: Statt ausschließlich Angeklagte oder Opfer der Nürnberger Prozesse in den Mittelpunkt zu stellen, richtet der Roman den Fokus auf jene Menschen, die diese historischen Verfahren überhaupt erst möglich gemacht haben. Die Einblicke in die Arbeit der Dolmetscherinnen und Dolmetscher sind faszinierend und ungewöhnlich detailliert – man spürt, wie sehr Sprache, Präzision und Verantwortung hier über Schicksale entscheiden. Gleichzeitig bleibt die Geschichte durchgehend spannend, nicht zuletzt durch die zentrale Frage, welche Rolle Asta in all dem tatsächlich spielt und wie sehr sie selbst Teil der historischen Ereignisse wird. Ein kluger, atmosphärischer Roman mit Tiefgang, der Geschichte einmal aus einer anderen, sehr lohnenden Perspektive erzählt.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
18. Jan.
Rating:4

Asta soll dolmetschen, vom deutschen ins englische. Es ist ein Dilemma. Erst weiß sie zuwenig, was sie eigentlich tun soll, im Laufe der Geschichte weiß sie zuviel. Inmitten dieses Chaos steht Leonhard, genannt Leo, der ihr ganz sachte den Hof macht und sie umschmeichelt - sofern das einem Kriegsgefangenen möglich ist. Doch auch er birgt Geheimnisse und will zuviel wissen, wie die Nürnberger Prozesse laufen. Denn schließlich hat er sie auch schon an seinem Wissen teilhaben.lassen. Ich hab schon viele Bücher, Geschichten, Zeitzeugenberichte gelesen, doch dieses Werk ist eines der schwächeren Sorte. Gut geschrieben,man sollte diese Zeit nicht vergessen, doch irgendwie fehlt mir etwas. Vielleicht ist es diesmal nicht eindrücklich genug. Trotz allem eine Leseempfehlung von mir.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
16. Jan.
Historischer Roman rund um die Nürnberger Prozesse, der mich nicht komplett überzeugt hat
Rating:3

Historischer Roman rund um die Nürnberger Prozesse, der mich nicht komplett überzeugt hat

Das Buch startet mit einem angenehmen Einstieg und man lernt Asta, die Hauptprotagonistin im Roman, kennen. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass Asta ein Geheimnis mit sich trägt und dies führt dazu, dass man das Buch zu Beginn gerne weiterliest, immer mit der Frage, was es für ein Geheimnis sein kann. Die Verstrickungen von Asta nehmen dann aber mit der Länge des Buches zu und irgendwann fand ich dies zu überladen. Hier hätte weniger aus meiner Sicht auch gereicht. Neben dem Handlungsstrang mit Asta gibt es einen weiteren Handlungsstrang mit einem kleinen Jungen. Hier erfährt man erst später in der Handlung, wie dieser mit Asta zusammenhängt und welche Gemeinsamkeit diese haben. Auch dieser Handlungsstrang führt am Anfang dazu, dass man das Buch gerne liest. Hinzu kommt die sehr detaillierte Beschreibung der damaligen Zeit. Deutschland liegt nach dem Krieg in Trümmern. Durch die Beschreibung wird einem sehr eindrücklich klar, wie schwer das damalige Leben war und welche Herausforderungen es in diesem gab. Je länger die Handlung vorangeht, umso langatmiger wurde das Buch aber aus meiner Sicht. Trotz des Einstiegs am Anfang waren für mich die Charaktere auch wenig nahbar und ich konnte auch keine wirkliche Beziehung zu diesen aufbauen. Durch die vielen Verstrickungen von Asta war es dann für mich mit der Zeit doch mehr eine Agentengeschichte als ein historischer Roman rund um die Nürnberger Prozesse. Auch wenn diese in der Handlung natürlich immer wieder vorkommen und die Ausführungen zu diesen gut recherchiert sind, hatte ich mir hier im Vorfeld mehr erwartet. Das Ende des Buches war für mich etwas zu schnell. Gerade im Vergleich zur restlichen Handlung ist das Buch dann doch recht zügig zu Ende. Hier hätte ein etwas langsamer Ausstieg aus der Geschichte aus meiner Sicht besser gepasst. Insgesamt konnte mich daher das Buch nicht komplett überzeugen.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
9. Nov.
Weltgeschichte, but make it snackable
Rating:4.5

Weltgeschichte, but make it snackable

Fesselnd und wahnsinnig gut recherchiert erzählt Titus Müller die Geschichte einer Dolmetscherin der Nürnberger Prozesse 1945. Er verpackt die Unmenge an historischen Fakten und die Komplexität der Nachkriegsprozesse beeindruckend detailreich in eine Romanform, der sich mit Spannung folgen lässt. Wir begleiten die Protagonistin Asta auf der Suche nach Richtig und Falsch zwischen Geheimdienstaffären und dem eigenen moralischen Kompass und bekommen durch sie ein Gefühl der Nachkriegszeit mit allem Leid und aller Freude. Die ProtagonistInnen, soweit nicht sowieso erwiesenermaßen Teil der Geschichte, sind realen Personen nachempfunden. Für mich noch dazu faszinierend: die Beschreibung der Schauplätze im vom Krieg zerstörten Nürnberg und die von einem männlichen Autor gewählte Perspektive einer weiblichen Protagonistin. Gelingt ihm gar nicht mal schlecht, finde ich. Tolles Buch!

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
26. Okt.
Einblicke in die Nachkriegszeit – fesselnd, aber fordernd.
Rating:3

Einblicke in die Nachkriegszeit – fesselnd, aber fordernd.

Der Gedanke daran, mehr über die Nachkriegszeit zu erfahren, hat mich dazu inspiriert, das Buch zu lesen. Die Geschichte hat mich durch die gut beschriebene Atmosphäre direkt in die Zeit zurückversetzt. Erzählt wird es aus mehreren Perspektiven, was zwar spannend, aber manchmal schwer voneinander abzugrenzen war. Zum Schluss wurde es etwas verwirrend, wer für wen arbeitet und warum. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, man bleibt gut im Lesefluss, aber man braucht definitiv Konzentration beim Lesen. Deshalb empfiehlt es sich, die Geschichte in ruhigen Momenten zu lesen und auch dran zu bleiben, da man sonst leicht den Überblick verliert. Trotz allem war es dennoch eine packende Erzählung, die neugierig macht und ist empfehlenswert, wenn man mehr Einblicke in die Zeit nach dem Krieg möchte.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
19. Okt.
Rating:3.5

Eine interessante Geschichte die sich gut lesen lässt. Es gab einige Dinge die ich noch nie gehört habe z.B.: das Göring mit 16 Koffern nd Kammerdiener im Gefängnis ankam. Die Protagonisten fand ich ok konnte aber keine richtige Empathie für sie aufbauen.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
6. Okt.
Rating:3.5

Interessante Perspektive der Nürnberger Prozesse

Die Geschichte wird aus verschiedensten Perspektiven erzählt. Das zeichnet ein neues Bild des Geschehens damals. Die Erzählung ist jedoch leider nicht so spannend und mitreißend wie die Trilogie über die Spionin.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
25. Sept.
Rating:3.5

Sehr anders als erwartet

Ich bin bei Titel und Klappentext von einem historischen Roman ausgegangen, der mir Einblicke in die Nürnberger Prozesse verschafft und mich so etwas dazu lernen lässt. Bekommen habe ich einen durchaus spannenden und gut recherchierten Agentenkrimi zur Zeit der Nürnberger Prozesse. Grundsätzlich nicht schlecht gemacht, aber nicht das, was der Leserschaft verkauft wird. Was mir gefallen hat: Titus Müller kann schreiben, flüssig, spannend, kommt man zügig voran. Er recherchiert gut, die historischen Charaktere wirken echt, passend, alles rund. Der Fakt, dass Simultanübersetzung durch die Nürnberger Prozesse gestartet ist und wie das für die Dolmetscher war, war mega interessant und gut erzählt. Was ausbaufähig war: Ich mochte Asta nicht. Warum sie sich genau in die Situation verstrickt hat, ist für mich mäßig erklärt und das Ende, der Ausweg raus etwas einfach. Die Prozesse selbst sind mir zu kurz gekommen. Ein Roman, in dem die Dolmetscherin viel zu viel hört und verarbeiten muss, wäre toll gewesen und genug Stoff für einen Roman. Die Agentengeschichte hätt ich nicht gebraucht. Leider durchwachsen, mit guten Ansätzen aber in eine Richtung, die nicht meine war.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
21. Sept.
Rating:2.5

So spannende Inhalte, aber leider konnte die Geschichte mich nicht erreichen. Da es sich um ein wichtiges Thema handelt, habe ich das Buch nicht abgebrochen was ich andernfalls getan hätte. Aber gerade bei so schwerer Kost, wäre ich gerne dem ein oder anderen Charakter nah gewesen und wäre gerne emotional berührt worden, aber das gelang diesem Buch leider gar nicht.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
10. Sept.
Rating:5

Die Dolmetscherin von Titus Müller ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe, aber ganz sicher nicht das letzte. In dem Buch werden die die Nürnberger Prozesse aus der Perspektive einer Dolmetscherin sehr authentisch dargestellt. Im Sommer 1945 beginnen die Gerichtsverfahren, die die Alliierten gegen die führenden Nationalsozialisten führen. „Das Wichtigste an diesem Prozess ist nicht, dass die Nazimörder verurteilt werden, sondern dass sich die vier Großmächte zu dem Prinzip bekennen, dass ein Angriffskrieg ein Verbrechen darstellt und dass, wer auch immer ihn führt, angeklagt und verurteilt und bestraft wird. Wir können 22 Millionen Menschen nicht wieder lebendig machen, und keine Strafe der Welt kann wiedergutmachen, was diese Nazis getan haben.“ (S. 333) Die Vorbereitung der Prozesse findet in einem Hotel in Luxemburg statt. Es ist der erste Prozess, bei dem die Übersetzung simultan über Kopfhörer erfolgt. Eine der Dolmetscherinnen ist die Deutsch-Amerikanerin Asta Maschner. Asta kann nicht nachvollziehen, warum die Naziverbrecher von den Alliierten so gut behandelt werden. Göring reist mit sechzehn Koffern an und führt sich auf wie ein Hotelgast. Asta möchte, dass die Nazis zügig bestraft werden, doch mit der Kontaktaufnahme zu den Russen hat sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. In Luxemburg lernt sie den Kriegsgefangenen Leo aus Nürnberg kennen. Die beiden freunden sich an. Auf Astas Wunsch hin nimmt Leo Kontakt zu hochrangigen SS-Männern auf, die sich aus Deutschland absetzen und Göring aus dem Justizpalast befreien wollen. Der Prozess ist sehr bildhaft dargestellt, ich hatte das Gefühl, im Gerichtssaal dabei zu sein und konnte nicht fassen, was für eine One-Man-Show Göring abgezogen hatte. Er gab sich nonchalant und charmant, und schaffte es sogar, die Lacher auf seine Seite zu bekommen. Die Bilder aus dem Konzentrationslager schaute er sich interessiert und emotionslos an, während manch anderer seiner Mitangeklagten in Tränen ausgebrochen ist. Sehr interessant fand ich die Darstellung der Arbeit der Dolmetscher*innen. Hierzu hat der Autor ausgiebig recherchiert, im Nachwort kann man die Quellen nachschlagen, die er hinzugezogen hatte. Die Figur der Asta ist der Dolmetscherin Margot Bortlin aus Wisconsin nachempfunden. Ein weiterer interessanter Aspekt war für mich der Umgang mit der Ermordung tausender polnischer Offiziere in Katyn. Diese Tat wollte Stalin den Deutschen unterschieben, erst im Jahr 1990 hat Gorbatschow öffentlich zugegeben, dass die Offiziere von Russen ermordet wurden, er bezeichnete Katyń als eines "der schwersten Verbrechen des Stalinismus". Neben Asta und Leo lernen wir zwei Kriegskinder kennen - Leos 6jährigen Sohn Robert und Görings 8jährige Tochter Edda. Robert sucht in den Trümmern verzweifelt nach Essbarem und wird vom Freund seiner Mutter zum Stehlen angestiftet. Edda lebt mit ihrer Mutter, Görings zweiter Frau Emmy in einem abgelegenen Haus im Wald. Asta hat mit Emmy noch eine Rechnung offen und sucht sie dort auf. Ich fand den historischen Roman, der auf wahren Tatsachen beruht, sehr informativ und spannend. Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
9. Sept.
Rating:3.5

Der klappentext erweckt einen komplett falschen Eindruck. Dadurch hat die Geschichte für mich leider verloren. Insgesamt sicherlich sehr gut recherchiert aber alles in allem m istbdas Buch eher ein Agentenromanals ein historischer Krimi. Asta, die Dolmetscherin übernimmt unter recht eigenwilligen Umständen eine Stelle als Dolmetscherin während der Nürnberger Prozesse. Dieser Teil der Geschichte ist sehr interessant. Dazu kommen noch die Beschreibungen der Stadt, der Bevölkerung so kurz nach dem Krieg. Insgesamt lässt sich richtig gut lesen aber ich hatte mir einfach ein bisschen mehr Tiefe versprochen.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
8. Sept.
Rating:3

Das Thema ist zwar sehr ineressant und erschütternd, aber leider wurde mir das Buch durch eine unsympathische, arrogante Hauptfigur etwas vermiest. Auch die Liebesgeschichte zwischen Asta und Leonhard wirkte für mich sehe konstruiert, Gefühle sind hier bei mir nicht angekommen. Außerdem finde ich, erwartet man vom Klappentext eine etwas andere Geschichte, da hier in wichtiger Aspekt komplett unterschlagen wird. Und es wäre kein Spolier gewesen, da man es gleich in den ersten 30 Seiten erfährt, aber ich wäre dann mit anderen Erwartungen an das Buch gegangen.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne
26. Aug.
Rating:3

Historisch packend und detailreich, aber emotional blieb die Geschichte für mich auf Distanz. Mit Asta konnte ich mich nie richtig verbinden.

Titus Müller ist bekannt für seine akribische Recherche, und das spürt man auch in Die Dolmetscherin. Das Buch versetzt die Leserschaft mitten hinein in die Nürnberger Prozesse – in jene Zeit, in der die Weltöffentlichkeit das Grauen der NS-Verbrechen verhandelte und zugleich der Kalte Krieg schon seine Schatten warf. Müller gelingt es, diese historische Kulisse eindrucksvoll und detailreich zu schildern: die Säle, die Atmosphäre im Gericht, die Machtspiele hinter den Kulissen. Gerade hier liegt für mich die Stärke des Romans: Die historischen Kontexte sind hervorragend aufbereitet und in eine spannende Rahmenhandlung eingebunden. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie groß die politische und moralische Tragweite dieser Prozesse war und wie sehr sie die Nachkriegswelt prägten. Was mich allerdings enttäuscht hat, sind die Figuren. Mit keinem der Protagonisten konnte ich wirklich warm werden. Besonders Asta, die titelgebende Dolmetscherin, hat mich nicht abgeholt. Ihr Doppelspiel, ihre Entscheidungen und die Art, wie sie durch die Handlung geht, blieben für mich schwer nachvollziehbar. An Stellen, wo ich innere Zerrissenheit, Zweifel oder Leidenschaft erwartet hätte, wirkte sie eher kühl und distanziert. Dadurch fiel es mir schwer, Sympathie oder echtes Mitgefühl für sie zu entwickeln. Auch die Nebenfiguren – von den Prozessbeteiligten bis zu den Geheimdienstkontakten – blieben für mich eher schablonenhaft und erfüllten hauptsächlich ihre Funktion für die Handlung. Der Schreibstil hingegen ist – wie bei Titus Müller gewohnt – flüssig, klar und gut zu lesen. Szenen wie die simultane Übersetzung im Gerichtssaal oder die Begegnungen im Umfeld der Prozesse sind lebendig beschrieben und machen das Buch insgesamt zugänglich. Fazit: Die Dolmetscherin bietet ein starkes und faszinierendes historisches Setting, das eindrücklich zeigt, wie komplex die Nürnberger Prozesse waren. Wer vor allem geschichtliches Interesse mitbringt, wird hier viel Spannendes finden. Wer sich jedoch eine Hauptfigur mit emotionaler Tiefe und Nähe wünscht, dürfte wie ich enttäuscht zurückbleiben. ➡️ Für mich: 3 von 5 Sternen – respektable historische Fiktion, aber ohne echte emotionale Bindung.

Die Dolmetscherin
Die Dolmetscherinby Titus MüllerHeyne