Packendes, einzigartiges Buch, das mich wirklich sofort abgeholt hat!
Schön geschrieben und vorgelesen
Mainstory top, Umsetzung einfach nicht ganz meins
Öhm, Kriminalfälle im London des späten 19. Jahrhunderts und Schiffsexpeditionen in die Arktis? Als ich das gehört habe, war mein Daumen bereits auf dem Kaufen-Button. Im Buch geht es um Maude Horton, deren jüngere Schwester Constance als Junge verkleidet auf einem Schiff angeheuert hat, das zur Arktis aufgebrochen ist. Leider kommt nur die Nachricht von ihrem Tod mit dem Verweis auf einen Unfall zurück. Maude kann dies nicht auf sich sitzen lassen und stellt Nachforschungen an - und bekommt dabei das Tagebuch ihrer Schwester zu fassen. Dort erfährt sie Details der Reise und vor allem ein Name sticht daraus hervor: Edison Stowe. Durch dessen Verfolgung und dem Schmieden von Intrigen kommt sie einem grausamen Verbrechen auf die Spur. Die Idee des Buches ist toll. Wir verfolgen detailliert wie Maude über ihren Schatten springt und in die Londoner Gesellschaft eintaucht, um ein Puzzelstück nach dem anderen zu kombinieren. Das Buch wechselt dabei zwischen der Perspektive von Maude, den spannenden Tagebucheinträgen von Constance und, nach dessen Einführung in die Geschichte, der Perspektive von Edison Stowe. Leider muss ich sagen, dass mir gerade dessen Kapitel sehr schwer zu Lesen fielen. Edison ist ein gewollt ekelhafter und grausamer Mensch, was mir etwas den Spaß genommen hat und mir persönlich war dessen Vorgeschichte auch ziemlich egal und für die Story nicht unbedingt relevant. Gerade zu Ende waren der Wechsel zwischen Maude und Edison jedoch sehr spannend und trieben die Story voran, passten auch zu deren Annäherung und gegenseitigem auf die Schliche kommen. Da Edison schlecht von jedem außer sich denkt, sind auch dessen Gedanken entsprechend formuliert. An manchen Stellen musste ich auf Grund der Wortwahl und Beleidigungen doch etwas schlucken und auch an Brutalität und Blut mangelt es in diesem Buch nicht. Die teilweise boshafte Wortwahl und die Längen in der Mitte des Buches haben es für mich leider etwas versaut. Im Endeffekt finde ich die Idee der Story und den dreiteiligen Aufbau allerdings super gestaltet und bin daher echt traurig, dass mich der Schreibstil nicht in gleichem Maße begeistern konnte.

Atmosphärisch bombastisch geschrieben und thematisch super interessant. Der Fokus aber ganz anders als erwartet. Trotzdem gut. 3,5 Sterne!
London, 1850: Maudes Schwester Constance ist tot. Sie war als Junge verkleided an Bord eines Schiffes Richtung Arktis unterwegs, doch ihre letzten Tage sind unklar. Laut Kapitän war es ein Unfall, doch als Maude das Tagebuch ihrer Schwester in die Hände fällt, ahnt sie, dass mehr dahintersteckt. Entschlossen, das Schicksal von Constance aufzuklären, begibt sich Maude in zwielichtige Ecken, bereit, um jeden Preis Gerechtigkeit für ihren Verlust zu erlangen ... »Die glorreiche Rache der Maude Horton« ist ein atmosphärisch wahnsinnig stark geschriebenes Buch! Der Schreibstil transportiert einen unmittelbar ins Geschehen, vermittelt Geräusche, Gerüche, Gefühle und Gegenden als würde man selbst mittendrin stehen. Das war wirklich unglaublichg gelungen. Von der ersten Seite an war ich gebannt, wie gut die Autorin das schafft. Egal, ob es um Maudes Recherchen in London geht, oder die Rückblicke auf das Schiff in der Arktis. Es war roh, echt, und teilweise erschreckend. Denn das Buch ist durchaus nichts für schwache Nerven. Es gibt viele intensive brutale oder auch ekelige Beschreibungen, die zur Story total gut passten, die man aber lesen können muss. Generell fand ich, dass diese unangenehmen Einsichten den Hauptteil der Geschichte ausgemacht haben, und die "Rache" darunter sehr gelitten hat. Maude war für mich passiver als erwartet, hat wenig konkrete Pläne geschmiedet, und am Ende war das Ergebnis zwar nicht enttäuschend, aber definitiv auch nicht glorreich. Mir hat einfach dieses aktive "starke junge Frau nimmt für ihre Schwester die Dinge selbst in die Hand und lässt sich nicht unterkriegen" im Fokus gefehlt, was ich erwartet hatte. Es gab auch viele Kapitel aus Sicht des sozusagen Gegenspielers. Es war zwar interessant, seine Motivation zu kennen, aber so tief in seinen Kopf zu gucken hätte ich nicht gebraucht. Trotzdem war Maude auch nicht unsympatisch, ebenso mochte ich es, die Gedanken von Constance zu verfolgen. Ich mochte, dass es durchaus einige Überraschungen gab und generell eben, mit wie viel Liebe zum Detail die Geschichte gewoben wurde. So fand ich das Buch auf jeden Fall interessant zu lesen, atmosphärisch wirklich bombastisch, aber inhaltlich nicht, was ich mir erhofft hatte. 3-3,5 Sterne



