13. März
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Ein absolutes Lesehighlight ! Eindrucksvolle Geschichte um die Anfänge des Genossenschaftlichen Wohnungsbau

Mit ihrem historischem Roman,, Das Haus in Charlottenburg " nimmt die Autorin Beate Sauer den Leser mit auf eine spannende Zeitreise Ende des 19. Jahrhunderts nach Berlin.  Mitten in die so schnell gewachsene Stadt,  daß Wohnraum nicht nur äußerst knapp , sondern auch noch von den kargen Einkünften kaum bezahlbar ist. So leben viele Menschen auf kleinstem Raum und  unter oft erbärmlichen Umständen.  Zudem sind die Mieter der Willkür der geldgierigen  Vermieter ausgeliefert , werden die Mieten grundlos erhöht oder  man muß von heute auf morgen ausziehen,  auch wenn der Vertrag eigentlich noch gültig wäre. Selbst wenn  man ein eigenes kleines Grundstück sein  eigen nennt, ist man nicht sicher,  wenn ein Immobilienspekulant genau  dort eine Mietskaserne für viele Menschen  bauen will.  So erging es auch Elise und ihrer Familie,  als ihr Vater bei einem Unglück ums Leben kam.  Seitdem  wohnt sie mit ihrer Mutter und den zwei jüngeren Geschwistern Willy und Marie  beengt in einem Mietshaus.  Ihr  Lohn als gelernte Schneiderin  reicht so gerade für das Nötigste.  Ihr großer Traum ist es , eines Tages bei einem renommierten Modeatelier zu arbeiten. Bis dahin ist sie der Schikane und Ausbeutung ihrer Chefin ausgesetzt.  Auch der Architekt Johann kommt mit seinen Aufträgen nur so gerade eben über die Runden.  Als er einen lukrativen Auftrag erhalten kann, lehnt er ihn ab. Denn eine Mietskaserne zu bauen,  kann er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren.  Mit seinem Freund , dem Professor Louis D'Arnaud , der an der Charité tätig ist, hat er  stattdessen  ein genossenschaftliches Wohnprojekt.  Mit potentiellen Geldgebern und den eigenen Anteilen der zukünftigen Bewohnern möchten  sie bezahlbares , komfortables  und sicheres Wohnen möglich machen.  Das will Baronin  Leonora von Rienäcker,  Louis Mutter, aus eigenem Interesse auf jeden Fall verhindern und dafür ist ihr jeder Weg recht.  Nachdem Elise  und Johann mehrmals zufällig aufeinander treffen,  entwickeln sich nicht nur  zarte Gefühle,  sondern auch eine wunderbare Freundschaft mit Louis, auch wenn sie aus so unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen.  Das Wohnprojekt  fasziniert Elise  von Beginn an, da sie nie wieder in ihrem Leben ihr Zuhause verlieren möchte. Mit Eifer und Elan  lassen  sich die Freunde auch bei  Rückschlägen nicht von dieser Vision abbringen. Wird ihr Traum vom Genossenschaftlichen Wohnen in Erfüllung gehen und damit den Menschen sicheren und zugleich  bezahlbaren Wohnraum bescheren ?  Beate Sauer hat mich mit dieser Geschichte und ihrem hervorragend bildhaften Schreibstil von der ersten Seite an in den Bann gezogen.  Die abwechslungsreichen Erzählperspektiven von Elise, Johann und auch Leonore von Rienäcker ließen mich tief in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten eintauchen.  Die Spannung wie es weitergeht  steigerte sich mit jedem weiteren Kapitel,  so daß ich das Buch gar nicht mehr aus dem Hand legen konnte.  Es war wie ein Rausch, die Verstrickungen , Intrigen und unerwarteten Wendungen ließen mein Herz vor Aufregung klopfen. Bei einigen Situationen konnte ich die Tränen nicht zurück halten oder musste vor Freude lächeln . Die Charaktere sind liebevoll,  detailliert und realistisch ausgearbeitet,  mit allen Facetten  von sympathisch, herzlich  und liebenswert bis unheimlich und skrupellos.  Eindrucksvoll und erschreckend  realistisch sind die Lebensumstände der ärmeren Bevölkerung in Berlin dargestellt,  der Willkür von  Vermietern und Arbeitgebern ausgesetzt.  Wer sich zur Wehr setzt,  hat mit dramatischen Konsequenzen zu rechnen.  Im Gegensatz zur gehobenen Gesellschaftsschicht, in der auch der Adel eine große Role einnimmt, die in prächtigen Villen ihr sorgloses Leben genießen . Auch wenn  der ein oder andere als Gönner  darstellt, ist es doch  meist mit Hintergedanken und  dient zum eigenen Vorteil.  Hervorragende recherchiert  zeichnet Beate Sauer ein  absolut authentisches und lebendiges Bild der Zeit.  So wird Geschichte lebendig und beim Lesen lerne ich immer noch etwas dazu.  Im Nachwort geht die Autorin nochmals auf die historischen Fakten ein, was ich zusätzlich immer sehr spannend finde.  Beate Sauer hat mich mit dieser großartigen Geschichte auf eine spannende und gefühlvolle Zeitreise nach Berlin entführt,  mich in die Gefühle,  Träume und Visionen aber auch in die tiefen Abgründe , Intrigen und Verbrechen der Personen gezogen . Ein absolutes Lesehighlight,  welches ich von ganzem Herzen empfehle.  

Das Haus in Charlottenburg
Das Haus in Charlottenburgby Beate SauerHeyne