Rating:4★
Kurzrezension | Gwendys WunschkastenDiese 128-seitige Kurzgeschichte konnte mich ganz gut unterhalten, auch wenn einige Dinge über den Wunschkasten im Unklaren blieben und die Figuren nicht sehr stark ausgemalt waren.Gwendys Wunschkasten ist auch das erste Buch, welches ich dem King-Universum hinzufügen kann. Dieses Leseprojekt habe ich erst vor Kurzem entdeckt und mich direkt verguckt.Rezension – Gwendys WunschkastenCoverDie kleinen Silberdollar und die Schoko Figuren sind absolut passend für den Inhalt des Buches, doch vermisse ich auf dem Cover die oft genannten Tasten „rot“ und „schwarz“ des Wunschkastens.HandlungGwendy ist 12 Jahre und übergewichtig. Nachdem sie beschlossen hat an ihrer körperlichen Situation etwas zu ändern, trifft sich nach einem Training auf den mysteriösen Mr. Farris. Dieser überreicht ihr in einem alten Segeltuchsack einen Wunschkasten, voller farbiger Tasten und Hebel an der Seite.Mr. Farris erklärt ihr kurz dass die einzelnen bunten Taste für die Kontinente der Welt stehen, die schwarze Taste bringt ein großes Unheil und mit der roten Taste ist einfach alles möglich. Und Mr. Farris meint wirklich alles. Außerdem gibt ihr der Kasten jeden Tag ein Schokoladentierchen und ab und zu einen wertvollen Silberdollar.Hier sollte die Geschichte eigentlich spannend werden, aber sie tröpfelt nur so dahin, und erzählt davon wie Gwendy nach und nach ihr Wunschgewicht erreicht und sonst einfach alles leicht von der Hand fällt. Wenn ich jetzt hier mehr von der Geschichte erzählen würden, dann könnte ich einem Spoiler nicht mehr ausweichen.Insgesamt ist die Geschichte ganz behaglich zu lesen, auch wenn alles ein wenig grotesk wirkt. Aber ich denke, genau das gibt dem Buch das Mystische, dem sich die Leser:innen nicht entziehen können.Charaktere & SettingDie Charaktere sind alle, bis auf Gwendy und Mr. Farris, sehr schwammig und farblos dargestellt, was ich ein wenig schade fand. Aber für ein Kurzgeschichte ist dies wohl zu verzeihen.Es heißt, dass dieses Buch King-Fans zurück nach Castle Rock bringt. Ich mir aber jetzt nicht sicher bin, ob ich mit Gwendy ebenfalls in dieses Städtchen zurückgekehrt bin. Da die paar King-Bücher, die ich gelesen habe, schon viele Jahre zurückliegen. Viel erfährt man nicht über Castle Rock, aber die gesamte Grundstimmung des Buches ist trotz einer sehr erfolgreichen und glücklichen Gwendy bedrückend und düster. Und irgendwie auch skurril.SchreibstilDa ich bisher noch nicht so viele Bücher vom berüchtigten Stephen King gelesen habe und Richard Chizmar für mich völlig unbekannt ist, kann ich nicht genau sagen, wer von beide in diesem Buch mehr heraussticht. Aber es war ein angenehmer lockerer Schreibstil, der auch etwas leicht Bedrohliches in sich hatte. Was dem Buch aber wirklich den richtigen Touch gibt.FazitEin grotesk wirkendes Buch, welches mich einfach nicht losgelassen hat. Selbst die eintönigen Nebencharaktere können daran nichts ändern. Denn das Mystische stiehlt sich schonungslos in das Leserherz und am Ende blieb ich mit so vielen offenen Fragen zurück, die ich aber auch gar nicht beantwortet haben will. Denn dann wäre das Nebulöse nicht mehr so anziehend.
Gwendys Wunschkastenby Stephen KingHeyne