„Hemmersmoor ist der Eingang zur Hölle“ – dieses Zitat aus dem Buch beschreibt die Grundstimmung des Buches. Hemmersmoor ist ein kleines Kaff irgendwo im Norden Deutschlands, umgeben von Moor und Brachland. Viele träumen davon, von hier fortzukommen, doch kaum einem gelingt es, den Hemmersmoor scheint die Seelen seiner Bewohner festzuhalten. Einer, der zurückkommt in dieses Dorf erinnert sich an seine Kindheit – genau wie seine ehemaligen Kindheitsfreunde. Aus den unterschiedlichen Perspektiven erfährt der Leser vom Leben in einer abgeschotteten Gemeinschaft in den 1950ern, die fest im Aberglauben verwurzelt ist, noch an Hexen und Flüche glaubt. Diese Kindheit und Jugend sind geprägt von Mord, Gewalt und Inzest. Jedes Kapitel hält solch einen Blick in menschliche Abgründe bereit, da wird eine zugezogene Familie aus purem Aberglauben ermordet oder Babyleichen gefunden. Das ist manchmal schwer zu ertragen, doch von einer grausigen Faszination, die einen zum Weiterlesen drängt. Doch das eigentliche Thema dieses Schauerromans ist das Heranwachsen, sind die Probleme pubertierender Jugendlicher, die sich fremd in ihrer Welt fühlen und viel zu früh die Unschuld verlieren. All die Gewalt, die in diesem Buch vorherrscht, kommt so alltäglich daher dass man sich unwillkürlich fragt, ob Ähnliches in direkter Nähe möglich wäre… und ob nicht in jedem von uns ein Stück Hemmersmoor steckt. Mein Fazit: ein schockierender, bewegender Roman, nichts für schwache Nerven.
1. Feb.Feb 1, 2023
Hemmersmoorby Stefan KiesbyeHeyne
