Besser lesen als hören...
Ich habe "Die wilden Jahre" von Susanne Goga als Hörbuch gehört, eingelesen von Isabel Kluth. Die Story spielt in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg in Düsseldorf und Mönchengladbach, das unter belgischer Besatzung steht. Die Hauptprotagonistin Thora ist gezwungen, eine Gre\nze zu passieren, um ihre Eltern in Mönchengladbach zu besuchen. Sie selbst hat ihren Traum verwirklicht und studiert in Düsseldorf Schauspiel. Ihr Bruder Hannes, zurück von der Front, ist orientierungslos. Einerseits soll er die Firma seines Vaters übernehmen, andererseits möchte er Architektur studieren. Eines Tages wird Hannes wegen Mordverdachts verhaftet., schweigt aber beharrlich. Thora möchte ihm helfen , aber auch sie stößt auf Schweigen. Sie beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Wie von Susanne Goga gewohnt, schildert sie die damalige Zeit spannend. Vorurteile gegenüber Frauen und weitere gesellschaftspolitische Themen sind gut in die Story um Thora und Hannes eingeflochten. Die Sprache ist gut verständlich und bildhaft. Thora und Hannes waren mir beider sympathisch und ich habe mitgefiebert, ob es Thora gelingt, ihrem Bruder zu helfen. Daher habe ich auch durchgehalten bis zum Schluß. Aber jetzt kommt der Punkt, wegen dem ich fast abgebrochen hätte und das ziemlich früh: Die Sprecherin des Hörbuchs.! Isabel Kluth lag mir zum Einen stimmlich nicht (dafür war die Hörprobe zu kurz), zum Anderen hat sie eine sehr merkwürdige Art, Wörter zu betonen und auszusprechen. Ich würde es als Überbetonung bezeichnen (Beispiel: hätte klingt wie hättäää), Das hat mich massiv gestört. Hörbuchsprechende sollten ein Buch zum Leben erwecken und daher werden hierfür in den überwiegenden Fällen ausgebildete Schauspieler*innen eingesetzt, was auch gut so ist. Leider hat mir die Sprecherin den Genuss des Hörbuchs verdorben, ich werde den Roman irgendwann noch einmal als Buch lesen. Ich hoffe, dabei nicht immer die Stimme im Ohr zu haben. Die Story hat 4 Sterne verdient, aufgrund der Sprecherin gibt es aber nur sehr gut gemeinte 3 Sterne.
