4. Apr.
Rating:4.5

Es geht um ein Mutter-Tochter-Verhältnis in Südkorea. Die Tochter ist lesbisch. Die Mutter arbeitet in einem Pflegeheim. Die Leben und Ansichten von Mutter und Tochter könnten nicht unterschiedlicher sein. Gut herausgearbeitetes inneres Dilemma und gleichzeitig harte Gesellschaftskritik.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
7. Jan.
Rating:4

Großartig beschriebene Entwicklung der Gefühlswelt und Verwirrung der Mutter zwischen Liebe und Hingabe zur Tochter und Festhalten an traditionellen Vorstellungen und Tradition. Habe ich nicht so weglesen können, weil dieser Einblick fremd und manchmal hart war, trotzdem hat mir das Buch gut gefallen.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
16. Dez.
Rating:3.5

Die Protagonistin muss sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass ihre Tochter nicht ihre Sexualität hat, nicht ihre Ansichten teilt, nicht das Leben führen möchte, welches sie für das Richtige erachtet. Sensibel, gemächlich, verständnisvoll wird über die Annäherung berichtet.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
4. Sept.
Eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung
Rating:4

Eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung

„Die Tochter“ ist ein gesellschaftskritischer Roman, der konservative Familienstrukturen in Korea eindrucksvoll zeigt. Die Mutter ringt damit, die Beziehung ihrer Tochter zu einer Frau zu akzeptieren – sie lehnt diesen Lebensstil ab, toleriert ihn aber am Ende zumindest. Für mich war allerdings auch die Tochter unsympathisch, da sie der Mutter kaum Verständnis entgegenbringt, obwohl sie mit ihrer Freundin bei ihr lebt. Der Nebenstrang um die alte Frau im Altenheim wirkte zudem überflüssig. Insgesamt ein relevantes Buch, das wichtige Themen anspricht, aber von der Figurenzeichnung her nicht immer leicht zugänglich ist. Für mich 4 Sterne.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
27. Juli
Super relevant und aktuell...
Rating:4.5

Super relevant und aktuell...

Dass sie kein Sohn ist, ist schon schlimm. Aber dass sie darüber hinaus lesbisch und politisch aktiv ist, macht es noch schlimmer. Wieso kann sie nicht sein, wie alle anderen und sich dadurch in die farblose Gesellschaft einfügen? Das tun, was alle tun? Bescheiden und unauffällig leben? Kinder kriegen und den Mund halten...Obwohl die Mutter ihr Leben lang dafür gearbeitet hat, dass es der Tochter mal besser geht. Aber die Verbindung zwischen Mutter und Tochter ist fester als alle Verschiedenheit, auch wenn die junge Generation der alten kaum erklären kann, warum Neues und Anderssein nicht schlimm ist. Die wahrscheinlich älteste Diskussion der Welt. Wie ähnlich sie sich sind, wird erst im Verlauf der Geschichte klar. Sie kämpfen für die Rechte anderer, ohne Rücksicht auf sich selbst. Weil sie verstehen, dass sie selbst die nächsten sein könnten oder wohl sein werden, wenn niemand etwas tut. Erschreckend wie ähnlich die Geschichte auch hier in Deutschland erzählt werden könnte. Unliebsame Lebensformen und Meinungen sollen stumm gemacht werden. Anstatt sachlich zu diskutieren und weg vom einzelnen Menschen, stürzt man sich auf Banalitäten, die nichts mit der Qualifikation zu tun haben. Es geht darum, daß homosexuelle Lehrende ausgeschlossen werden, na klingelt es da? Warum ist das eigentlich so? Warum macht Queerness vielen Menschen so viel Angst? Was bezwecken sie mit dieser Feindseligichkeit? Als wären alle Probleme gelöst, wenn wir nicht mehr existieren? Stattdessen ist es doch nur eine Ablenkung davon, dass die eigentlichen Probleme entweder nicht lösbar sind oder zumindest nicht so leicht, wie man es gerne hätte. Aber die Lösung ist sicher nicht, Randgruppen noch weiter auszugrenzen. Wir könnten alle zusammen so viel mehr sein. Tolle Message und ganz wichtiges Buch. 5 Punkte gibt es nur deshalb nicht, weil die Hauptfigur für meinen Geschmack zu lange um sich selbst kreist...das wird schnell öde. Aber das ist auch schon alles.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
21. Juli
Rating:4

Mit dem Schlagwort Familie errichte ich ein Bollwerk, das das Mädchen vertreiben soll.

Kim Hye-Jin hat uns einen wunderbaren Roman über die Vielschichtigkeit eines Generationskonflikts geschenkt, der in der verhältnismäßig kleinen Welt unser Protagonistinnen nicht deutlicher zum Tragen kommen könnte. Wir werden mitgenommen in eine Welt voller Schicksale, in deren Trostlosigkeit in verschiedenen Wegen nach Trost gesucht wird. Die Starrsinnigkeit von einer Mutter, die das Lebensmodell ihrer aktivistischen und lesbischen Tochter nicht annehmen will, wirkt auf den ersten Blick sehr anstrengend und kann für eine aufgeklärte, westliche Leserschaft sehr abschreckend wirken. Nichtsdestotrotz ist es ein Blickfeld in die Seele einer Generation, der ehrlicher kaum sein kann und Bewusstsein dafür schaffen kann, wieso ein Generationenkonflikt so drastisch auseinandergeht. Gerade in der konservativen Einstellung vieler älterer Menschen scheint es hier einen kaum merklichen Unterschied zwischen der asiatischen und europäischen Gesellschaft zu geben. Das alles findet in einem kleinen Kosmos von Mutter, Tochter, deren Gemeinschaft aus Partnerin und Freund*innen, sowie Arbeitskolleg*innen und zu pflegender Person der Mutter statt und ist beeindruckend gewaltig. Lesenswert für alle, die sich gerne mit den verschiedenen Generationen und ihren Denk- und Wirkweisen auseinandersetzen, sich von konservativen Denkmustern nicht abschrecken lassen und die Tragik des Pflegesystems mit Fassung nehmen. Teilweise gibt es auch sehr explizite Beschreibungen der drastischsten Szenen in diesem Buch. Kein Buch, wie man es schon häufiger gelesen hat, obwohl die gesellschaftlichen Entwicklungen und Verwicklungen so allgegenwärtig erscheinen. Well done.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
27. Dez.
Rating:3.5

Das Buch hat mir wirklich gefallen. Im Normalfall wäre die Mutter die ,,Bösewichtin" der Geschichte gewesen, aber man konnte ihre Gedanken und Beweggründe immer nachvollziehen, ob man sie nun teilt oder nicht. Obwohl sie so handelte, wie sie handelte wurde sie sympathisch. Die Parallelen der Diskriminierung die sowohl die Tochter, duch ihre Sexualität, als auch die Mutter, auf Grund ihres Alters, erleiden ist gut gewählt. Beide sind sich viel ähnlicher als sie denken. Die Angst vor dem Alter und die Trostlosigkeit durch das Wetter und das wenige Geld sowie die harte Arbeit zieht sich durch das ganze Buch und gibt ihm eine deprimierende Atmosphäre. Ich finde es wichtig auch mal auf die Queere community in Südkorea einzugehen, mit der ich mich bis jetzt noch nicht beschäftigt habe.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
9. Nov.
Rating:4

Brutal, Ehrlich und Wahrhaftig! Ein Roman bei denen zwei Generation aufeinander prallen durch unterschiedliche Wertvorstellungen. Mit nur einer Gemeinsamkeit, am Ende eines jeden Menschen wartet der Tod.

Sollte jeder Lesen! Mehr gibt es nicht zu sagen… es ist einfach schonungslos, aber unsere Realität!

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
28. Sept.
Rating:3.5

Wichtige Themen, Umsetzung naja

Das ist das zweite Buch, was ich von der Autorin gelesen habe, und ich komme mit der Art wie sie ihre Geschichten aufbaut, nicht so wirklich klar. Auch zwischendurch ist es verwirrend, weil dann gesprungen wird. Dennoch sind es wichtige Themen die in dem Buch eine Rolle spielen. Es liest sich schnell und hat interessante Punkte über die man sich mehr Gedanken machen kann.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
14. Aug.
Rating:2

Ich habe "Die Tochter" von Kim Hye-jin als Hörbuch gehört. Schon nach kurzer Zeit war mir klar, dass ich den Text in Buchform nicht zu Ende gelesen hätte. Leider konnte ich die Abneigung, die die Mutter gegen Homosexuelle hat, einfach nicht als zu einer literarischen Figur zugehörig abhaken. Und diese Eigenschaft der Mutter hat mich auch leider so sehr abgelenkt, dass ich nicht so viel vom Stil und der Sprache der Autorin mitgekommen habe. Aus diesem Grund war das Ganze ein wirklich anstrengendes Hörerlebnis für mich..

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
5. Aug.
Rating:5

Ein Generationenkonflikt der bis heute noch allgegenwärtig ist📖💁‍♀️

"Die Tochter" von Kim Hye-Jin ist ein Buch was ich gerne las und es mit einer kleinen "Zwangspause" nicht aus der Hand legen konnte.🤗 Kleine Leseempfehlung vorweg: Spannend, brisant, ungeschönt ist dieses Buch und sehr lesenswert❤️! Es geht um eine Mutter, dessen mitte dreißigjährige und homosexuelle Tochter wieder bei ihr einzieht, ohne Geld und mit deren Partnerin. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Die ganze Geschichte spielt einen ganzen Sommer lang in Südkorea und ist aus der Sicht der Mutter geschrieben. Als Leser/-in begleitet man die Gedankengänge der Mutter (z.B. was sie für Vorstellungen über das Leben der Tochter hat, wie sie über die Beziehung der Tochter denkt, Sorgen, eigene Erkenntnisse in ihrem Alter etc.). Man begleitet aber auch ihre Arbeit als Pflegehilfskraft in einem Pflegeheim. Ungeschönt und spannend hatte die Autorin eine Geschichte erschaffen, die sich mit Thematiken auseinandersetzt die heute noch da sind und von denen echt jede Familie, gefühlt, ein Lied singen kann (z.B. Vorstellung wie Kids mal ihr Leben leben "sollten" etc.). Man merkt diese tiefe Kluft, auch in der Kommunikation zwischen Mutter und Tochter, man bekommt mit wie die Mutter die Partnerin hasst und alles daran setzt sie aus dem Haus zu vertreiben, damit die Tochter ein einfaches "abgesichertes" Leben führt (Ehemann, Kinder). Aber wie die Partnerin sehr ruhig in den Situationen bleibt und trotzdem da bleibt und auch für die Mutter da ist, obwohl diese respektlos, diskriminierend und erniedrigend ist. Gleichzeitig bekommt man knall hart und ungeschönt ihre Arbeit im Pflegeheim mit. Die Begleitung einer Demenzkranken Patientin (selber keine Kinder und Angehörige) und wie es im Pflegeheim abläuft (Materialmangel, Kosten sparen, Personalmangel etc. zu Lasten der Mitarbeiter und Patienten!). Es macht einen selber nochmal bewusst, was im Alter auf uns zu kommen kann und dass es auch hier bei uns teils so abläuft. Es ein Knochenjob ist, egal ob ambulant oder stationär. Da ich in einem Teil der Pflege arbeite, waren mir diese Szenen schon bekannt. Zu erleben wie die Mutter eigene Sorgen hat (sie ist Anfang sechzig), den inneren Konflikt mit sich selbst, das anfängliche sich öffnen für das Leben ihrer Tochter und leider ihre innere Entscheidung wieder mitzubekommen 😟, das sehen wie die Partnerin sich um sie kümmert und sie sich das eingestehen musste, aber auch die Vorstellung wie das Leben der Tochter auszusehen hat, mit sogar eigenen Vorwürfen was falsch lief, samt wie die Gesellschaft sich vorstellt wie Menschen ein Leben zu führen haben.... War interessant zu lesen.📖🤗

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
26. Juli
Hoppla, da hab ich es fertiggelesen… 👀
Rating:4.5

Hoppla, da hab ich es fertiggelesen… 👀

Ei, ei, ei… Eine Geschichte aus der Perspektive einer homophoben Mutter, die nicht damit klarkommt, dass ich ihre Tochter mittlerweile seit 7 Jahren mit einer Frau zusammen ist. Kann das gutgehen? Ich bin ehrlich und hatte ein bisschen Angst, dass das Ganze nicht gut verpackt ist, aber lässt sich alles ziemlich gut nachvollziehen (auf eine Art und Weise - Kultur usw.), auch wenn es mich immer wieder an die Grenzen meiner Emotionen gebracht hat (aaaaah). Um dieser erstmal ein bisschen zu ordnen, lasse ich das Ganze erstmal ein bisschen sacken.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
2. Juni
Rating:4

3.5 Tat mich ein bisschen mit der Schreibe schwer. Konnte manchmal der Handlung bzw den Gedanken nicht so richtig folgen. Die Entwicklung der Mutter ist theoretisch gut gemacht, aber für mich unbefriedigend ausgeführt, irgendwie fanden da ständig Sprünge statt, die ich nicht als besonders organisch empfand. Außerdem hat mich das Buch, oft gleichzeitig, traurig und wütend gemacht und ich denke mir gerade, dass es mir so langsam für dieses Jahr reicht mit Büchern die mich wütend machen.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
1. Jan.

Mhmm... so richtige Worte habe ich nicht für dieses Buch. Da waren auf jeden Fall Wörter auf Seiten abgedruckt... Umgehauen hat es mich keinesfalls. Es lief auf nichts hinaus und war für mich persönlich eher unnötig. Ich habe absolut nichts aus diesem Buch mitgenommen und es weckte keinerlei Emotionen in mir.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
16. Nov.
Rating:4

Eine Art Coming-Out Geschichte aus der anderen Perspektive

Ich habe am Anfang ein wenig gebraucht, um die die Geschichte zu kommen. Sie ist geschrieben aus der Sicht einer koreanischen Mutter, die viel arbeitet und ein gesellschaftlich normales Leben führt. Als ihre Tochter mit ihrer Lebenspartnerin notgedrungen zu ihr zieht, treffen sehr unterschiedliche Welten und Ansichten aufeinander. Die Autorin erzählt mit der Mutter einen Generationkonflikt und, was es in diesem Fall braucht, um an ihm zu arbeiten. Die Mutter befindet sich emotional in ihrer und ihrer Elterngeneration und der ihrer Tochter. Eine faszinierende Perspektive. Man kann sehr gut die Denkprozesse der Mutter nachvollziehen und man merkt, was unterschiedliche Situationen mit ihr machen. Eine Empfehlung für zwischendurch :)

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
20. Okt.
Rating:5

A great book to get back into reading. Loved the story, loved that it was from the perspective of a non-accepting mother. A must-read in the discrimination section. I wished the story was longer because I was enjoying it so much, but content-wise it's just right.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
24. Juli
Rating:4

Unaufgeregt wie es der koreanische Stil ist erzählt Kim Hye-Jin von einer Mutter, deren Tochter sich einfach nicht an die sozialen Normen anlassen will. Oder doch eher kann? Südkoreanische Gesellschaftsromane sind mittlerweile ein fast schon eigenes Lieblingsgenre von mir, "Die Tochter" ist genau was ich von dem Text erwartet habe, aber am Ende überraschend ergreifend für mich. Während in Südkorea der Weg unserer queeren Geschwister noch lang ist, müssen wir uns in fortschrittlicheren Ländern daran erinnern dass wir für uns alle kämpfen. Überall.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
22. Mai
Die Geschichte einer Mutter, die - teils durch ihre Sozialisierung - im Alter noch lernen muss, was Akzeptanz bedeutet.
Rating:4

Die Geschichte einer Mutter, die - teils durch ihre Sozialisierung - im Alter noch lernen muss, was Akzeptanz bedeutet.

Das besondere an diesem Buch ist, finde ich, nicht einmal die logische und nachvollziehbare Wandlung der Mutter, sondern wie die Autorin mit uns spielt und uns den Weg gemeinsam mit der Mutter gehen lässt. Zu Anfang sehen wir ihre Tochter noch mit ihren Augen, je mehr wir Green allerdings kennenlernen, desto mehr fällt uns die Diskrepanz auf und wir lernen, wie auch ihre Mutter, sie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
30. Jan.
Rating:4

Die Tochter – kim Hye-Jim Ein wunderbarer Roman, welcher die Unverständlichkeit einer konventionellen ältere Frau auf die Jugend darstellt. In dem Roman verfolgen wir eine Asiatische-Mutter, wessen Tochter ein eher weniger Konventionellen Lebensstil führt. Dabei schafft es die Autorin die Charaktere sympathisch und gleichzeitig unsympathisch darzustellen. Eine absolute Leseempfehlung von mir!

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
8. Jan.
Rating:5

Die Protagonistin ist Witwe und Mutter einer Tochter in Südkorea und arbeitet in der Altenpflege. Sowohl beruflich als auch privat steht sie vor zahlreichen Problemen. Der Umgang mit den alten Menschen in ihrem Heim ist unmenschlich, aber sie kann wenig dagegen tun, wenn sie nicht ihren Arbeitsplatz und damit ihre Lebensgrundlage verlieren will. Außerdem zieht ihre Tochter mit ihrer Freundin wieder bei ihr ein, was die Mutter, die mit dem homophoben Gedankengut ihrer Kultur erzogen worden ist, vor arge Probleme stellt. Und ihre Tochter nimmt lautstark den Kampf gegen die Homophobie in ihrem Land auf. In diesem Minenfeld versucht die Erzählerin, das Richtige zu tun. Ein faszinierendes Buch darüber, wie eine Gesellschaft mit Schwachen und Randgruppen umgeht; keine der hier angesprochenen Problematiken ist wirklich auf Südkorea begrenzt, sie alle finden sich zu einem gewissen Grad auch in unserer Kultur.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
22. Sept.
Rating:4

Eine Mutter. Und ihre erwachsene Tochter. Beide haben sich im Laufe der Jahre weit voneinander entfernt, müssen aufgrund von Lebensumständen jetzt aber wieder zusammenrücken. Wenn auch nur räumlich. Denn die Tochter zieht mit ihrer Lebenspartnerin wieder bei der Mutter ein. Und hier offenbart sich schon die Problematik. Die Tochter ist lesbisch, was von der ich-erzählenden Mutter nicht akzeptiert wird. Wobei “nicht akzeptiert” eindeutig zu harmlos als Beschreibung ist. Wir haben es hier mit einem grundlegend gesellschaftlichen Problem zu tun. Hierzulande stehen Eltern im Abseits, die die Homosexualität ihres Kindes nicht akzeptieren. In Südkorea hingegen ist die Gesellschaft an sich homophob. Schwule und Lesben werden konsequent ausgegrenzt und diskriminiert, da sie von der Norm abweichen. Die Mutter liebt ihre Tochter, ist aber in den Konventionen der Gesellschaft gefangen. Letztlich greift hier das Totschlagargument an sich: sie will nur das Beste für ihr Kind. Und das Beste ist für sie nun mal, dass die Tochter einen Mann heiratet, Kinder bekommt und einfach glücklich ist. Die perfekte Lebensschablone. Dass man auch anders Glück im Leben finden kann, ist für die Mutter nicht zu begreifen. Das ist schon starker emotionaler Tobak. Aber Kim Hye-Jin gelingt es, die Mutter mit leisen Worten facettenreich zu zeichnen. Graustufen statt einer konsequent schwarz-weißen Welt, deren zentrales Thema gar nicht so sehr die sexuelle Gesinnung der Tochter ist. Denn die Mutter ist geprägt von Verlustängsten. Und das macht sie zumindest ein wenig verständlicher. Zumal sie ihre konsequent ablehnende Haltung nach und nach ablegt und versucht, sich anzunähern. Allerdings innerhalb der Grenzen der gesellschaftlichen Konventionen. Kim Hye-Jin ist hier ein ebenso stiller wie eindringlicher Roman gelungen. Mit viel Fingerspitzengefühl widmet sie sich einem sensiblen Thema und bricht ganz behutsam Horizonte auf, indem sie einer Frau eine Stimme verleiht, die fest in südkoreanischen Traditionen verankert ist. Ja, ihre Sichtweise ist befremdlich. Vor allem, wenn man selbst ganz anders über das Thema denkt. Man bekommt die “andere Seite” aber nicht einfach aufs Gemüt gedrückt, sondern zart und stark menschelnd präsentiert. Das ist schon sehr ergreifend und beeindruckend.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
22. Sept.
Rating:5

Mutter und Tochter könnten auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein: die Mutter ist Pflegerin in einem Seniorenheim, führt(e) ein bescheidenes Leben, immer mit dem Fokus, dass sie und ihre Tochter gut über die Runden kommen. Mit nun über 30 Jahren hat die Tochter immer noch keinen Mann, sondern seit sieben Jahren eine Freundin, kein geregeltes Einkommen und geht demonstrieren, um sich für eine bessere Gesellschaft einzusetzen. Die Konflikte sind natürlich vorprogrammiert nachdem die Tochter mit Freundin bei der Mutter einzieht. Allerdings entwickelte sich für mich persönlich der Roman zu einer tiefgründigen und realen Situation. Die Darstellung der Figuren auf 172 Seiten fand ich sehr interessant. Die Schicksalsschläge und alltäglichen Situationen laden die Protagonisten zum Innehalten und Reflektieren veralteter Gedankenmuster ein. Vor allem die Mutter-Tochter-Beziehung und die Dialoge hat die Autorin wunderbar herausgearbeitet. Gern und hoffentlich mehr von Kim Hye-Jin! Absolute Leseempfehlung.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
17. Sept.
Rating:3

TW: Homophobie. Wenn ich Bücher lese, die Homosexualität in den Fokus rücken, sind das meist Bücher aus der Sicht der Betroffenen. In 'Die Tochter' hingegen nimmt die Erzählerin die Perspektive der Mutter einer homosexuellen Frau in Südkorea ein. Einer Mutter, die keineswegs unterstützend und verständnisvoll auf die lesbische Beziehung ihrer Tochter reagiert, sondern versucht, diese zu sabotieren und sie weder respektiert noch akzeptiert. Die ganze Geschichte spielt in einem einzigen, sehr heißen Sommer und hat neben dem Zuhause der Frauen noch die Arbeitsplätze von Mutter und Tochter als Schauplätze. Während die Tochter an einer Universität lehrt und sich dort für die Rechte von homosexuellen Lehrkräften einsetzt, arbeitet die Mutter in einer Pflegeeinrichtung und kämpft gegen die Windmühlen von menschenunwürdigen Pflegebedingungen. An sich sind das Themen, die mich total fesseln, doch 'Die Tochter' fühlte sich oft genauso lang und klebrig an wie die Hitzewelle, unter der die Protagonistinnen leiden. So drehen sich die homophoben Gedanken der Mutter immer wieder im Kreis und ich hatte oftmals das Gefühl, dass nichts vorangeht. Zwar gibt es durchaus Entwicklungen und Lichtblicke im Roman, doch durch die distanzierte Erzählweise der Mutter war die Strahlkraft mir nicht stark genug. Ich würde dennoch sagen, dass sich das Lesen allein für die außergewöhnliche Perspektive gelohnt hat, zudem scheint mir grade diese langatmige, zarte Entwicklung einen hohen Realitätsfaktor zu haben. Es ist auf jeden Fall ein außergewöhnliches Buch.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne
11. Sept.
Rating:4

Sie ist alt genug, um auf eigenen Beinen zu stehen, sollte längst einen Mann und mindestens ein Kind haben. Doch die Tochter hat seit Jahren eine Partnerin, arbeitet eher freiberuflich und als es zu finanziellen Engpässen kommt, zieht sie wieder bei ihrer konservativen Mutter ein - samt Partnerin versteht sich. Die Mutter ist alles andere als begeistert, kann nicht verstehen, wie ihre Tochter "so werden" konnte und fragt sich permanent, was sie falsch gemacht haben könnte. Dabei versucht sie wirklich ernsthaft, ihre Tochter zu verstehen. Was dabei herauskommt ist schmerzhaft - auch für die Lesenden. Die für mich vernünftigste Person ist die Partnerin der Tochter, die versucht, als Vermittlerin zu fungieren; versucht, Verständnis für die Mutter zu haben, aber auch ihre Freundin nicht zu verprellen. Immer wieder geht sie den Schritt auf die permanent ablehnende Mutter zu. Immer in der Hoffnung, dass sie und ihre Tochter sich nicht völlig verlieren. Sprachlich bin ich von koreanischen Schriftsteller:innen eigentlich einen eher nüchternen Ton gewohnt. Umso überraschender finde ich hier die Eindringlichkeit der Sprache. Der bedrohlich anschwellende Konflikte ist ab Seite eins spürbar, ohne das er ausgesprochen werden muss. Ich spüre beim Lesen die Hitze, die über der Stadt liegt, fühle mit der Tochter, will die Mutter dazu bringen, sich endlich zu öffnen, möchte die Partnerin trösten, die immer wieder gegen Mauern rennt. Ein kurzes, aber umso beeindruckenderes Buch.

Die Tochter
Die Tochterby Kim Hye-jinHeyne