Mein Wunsch für dich ist ein stiller Roman über eine Liebe, die sich nie ganz verliert – und dennoch nie wirklich gelebt wird. Wer zarte, ruhige Liebesgeschichten ohne große Dramatik schätzt, wird hier sicher fündig. Wer jedoch nach Figuren sucht, die handeln, wachsen und sich behaupten, dürfte an dieser Geschichte eher verzweifeln als mitfühlen. - - -
Mein Wunsch für dich ist ein leiser, feinfühlig erzählter Roman über eine Liebe, die Jahrzehnte überdauert – und genau darin liegt für mich das Problem. Michelle Adams erzählt von zwei Menschen, die ein Leben lang aneinander denken, von Toms eindeutigen Zeichen – und doch handeln beide nie wirklich. Die zentrale Botschaft des Romans scheint zu sein, dass es nie zu spät ist für die große Liebe. Für mich überwog jedoch ein anderes Gefühl: Wie viel wertvolle Zeit kann man verstreichen lassen, bevor man begreift, dass es Mut braucht, um das eigene Glück in die Hand zu nehmen? Im Mittelpunkt steht Elizabeth, die sich zwar emotional zu Tom hingezogen fühlt, aber einem anderen Mann versprochen wurde. Sie ist eine zurückhaltend gezeichnete Figur, die sich selbst gern in einer Opferrolle sieht, obwohl sie es selbst in der Hand hätte, etwas zu ändern. Dass sie jahrzehntelang auf die liebevoll hingestellten Zeichen Toms nicht reagiert und erst aktiv wird, als sie plötzlich ausbleiben, wirkt auf mich nicht berührend, sondern frustrierend – und ehrlich gesagt auch ziemlich dumm. Auch Tom, obwohl als stiller, treuer Romantiker angelegt, bleibt in seiner Passivität schwer nachvollziehbar. Er investiert über Jahre hinweg Zeit und viel Gefühl in dieses Ritual – schafft es aber nie, selbst die Initiative zu ergreifen und mit Elizabeth zu sprechen. Beide Figuren verharren über Jahrzehnte in einem emotionalen Stillstand, der schwer auszuhalten ist. Die Tragik ihrer Geschichte ist nicht rührend, sondern ernüchternd – vor allem, weil sie vermeidbar gewesen wäre. Die Geschichte ist in zwei Zeitebenen aufgebaut, was grundsätzlich gut funktioniert und Struktur verleiht. Auch sprachlich ist der Roman gelungen: Michelle Adams schreibt ruhig, klar und stimmungsvoll, ohne ins Sentimentale abzurutschen. Die melancholische Atmosphäre ist stimmig, das Setting schön eingefangen. Doch die Handlung entwickelt sich so langsam und vorhersehbar, dass mir über weite Strecken schlicht die emotionale Bindung fehlte. Ich habe fast fünf Monate gebraucht, um das Buch zu beenden – weniger, weil es schwer verständlich wäre, sondern weil mich die Geschichte (abgesehen von der tragischen Erkrankung Toms) schlicht nicht fesseln konnte.








