Ein weiteres der wenigen Bücher, die mir im Juli bisher gefallen haben. Ausserdem eine kleine Sensation für mich. Von Leyden beschreibt die Stimmung während des sommerlichen Rammadans in Marrakesch so eindrücklich, dass ich in jeder Zeile mitfühlen konnte. Der Autor vermittelt auch, wie wichtig den Menschen die Einhaltung dieser religiösen Regel ist. Mit Karim hat von Leyden einen sympathischen Ermittler mit einigen menschlichen Fehlern geschaffen, der mir sofort ans Herz gewachsen ist. Gerade weil Karim auch Fehler macht, eben kein Maigret oder Poirot ist, mochte ich ihn auf Anhieb. Ich litt mit ihm, ich freute mich mit ihm, und konnte es stets kaum erwarten, zu ihm zurückzukehren. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass dieser Titel kein Wohlfühlroman ist. James von Leyden stellt Zustände dar, die noch immer aktuell sind, die die Stadt bewegen. Einiges davon haben wir in Europa mitbekommen, aber dieses Buch schürft tiefer. Ich war emotional so involviert, dass ich manchmal am liebsten die Figuren gegen die Wand geknallt hätte. Sie anschreien wollte. Ihnen erklären, dass sie sich doch bitte mal zusammenreissen sollen. Aber das Leben geht nicht immer so, wie man es möchte. Das erlebt auch Karim, der Gute. Nun muss ich mir dringend den nächsten Band holen, obwohl ich selten zwei Bände derselben Reihe so kurz aufeinander lese. Aber hier mache ich eine Ausnahme.
21. Dez.Dec 21, 2024
Schatten über Marrakeschby James von von LeydenHeyne
