27. Jan.
Rating:4

Mein erster Krimi – und was für einer! 🕵️‍♀️✨

Sonntags Tod von Carla Berling ​„Wie viel Schuld tragen wir, wenn wir wegsehen?“ 🖤 ​Eigentlich kehrt die Journalistin Ira Wittekind nur für die Beerdigung ihrer ehemaligen besten Freundin in ihre Heimat zurück. Ein schwerer Gang, der von tiefen Schuldgefühlen überschattet wird: Hätte sie damals mehr tun müssen? Hätte sie den Kampf ihrer Freundin gegen den Alkoholismus verhindern können? ​Mitten in dieser eigenen Trauer stößt sie auf einen Fall, der wie ein Spiegel ihrer eigenen Vorwürfe wirkt: Ein Mann liegt wochenlang tot in seiner Wohnung. Er ist einsam gestorben, während die Nachbarn die Nase rümpften, aber die Tür geschlossen hielten. ​Was mir besonders gefallen hat: ​Die psychologische Tiefe: Das Buch zeigt gnadenlos, wie Erlebnisse aus der Kindheit, die Angst vor Ablehnung und die Suche nach Anerkennung unser Verhalten steuern. ​Ehrliche Emotionen: Iras eigene Zerrissenheit wegen ihrer verstorbenen Freundin macht sie so menschlich. Es geht um die Frage: Wann ist es „not my problem“ und wann tragen wir Verantwortung? ​Die Mischung: Trotz der schweren Themen wie seelische Gewalt und NS-Vergangenheit gibt es einen Lichtblick durch die Liebesgeschichte mit Andy und den tollen, trockenen Humor. ​Mein Fazit: Ein Krimi, der unter die Haut geht. Er zeigt, dass Familie oft kein sicherer Hafen ist („Blut ist nicht immer dicker als Wasser...“) und wie gefährlich das Schweigen der Gesellschaft sein kann. Ein absoluter Lesetipp mit viel Tiefgang! ⭐⭐⭐⭐⭐

Sonntags Tod
Sonntags Todby Carla BerlingHeyne
29. Juli
Ein Familienkrimi, der eher einschläfert als fesselt
Rating:3

Ein Familienkrimi, der eher einschläfert als fesselt

Sonntags Tod von Carla Berling war für mich leider kein Pageturner, sondern eher ein Einschlafhelfer. Die Handlung plätschert gemütlich vor sich hin und erinnert stellenweise mehr an eine ausgedehnte Familiendokumentation als an einen Krimi. Spannung? Kaum. Atmosphäre? Eher im Schneckentempo. Ein Grund dafür ist die extreme Detailverliebtheit. Jeder Raum, jedes Haus, jeder noch so unscheinbare Ort wird ausführlich beschrieben – für Fans akribischer Beschreibungen mag das ein Pluspunkt sein, für mich fühlte es sich eher wie ein Bremspedal an. Statt Nervenkitzel gibt es viel Interieurkunde. Die Figuren sind zwar sorgfältig gezeichnet, doch gerade mit der Protagonistin konnte ich mich weder identifizieren noch richtig warmwerden. Dadurch blieb das Geschehen für mich emotional auf Distanz – kein Mysterium, das einen packt, kein Ermittler, dem man wirklich folgt. Alles in allem ist Sonntags Tod ein sehr bedächtig erzählter Familienkrimi, der für Liebhaber langsamer, detailreicher Geschichten funktionieren mag. Für mich jedoch war er schlicht zu träge und spannungsarm, um wirklich zu fesseln.

Sonntags Tod
Sonntags Todby Carla BerlingHeyne
18. Juli
Rating:5

Kurzbeschreibung: Die Welt in der kleinen Stadt scheint in Ordnung zu sein – bis der Hotelier Richard seine Frau Verena und sich selbst tötet. Ira Wittekind kehrt zur Beerdigung ihrer Freunde an den Ort ihrer Kindheit zurück. Die Reporterin wird wenig später Zeugin, als eine halb verweste Leiche in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird. Und dann entdeckt sie den tragischen Zusammenhang zwischen dem Tod von Verena und Richard, dem Toten im Dreck und einem schrecklichen Unglück in der Vergangenheit. *Quelle* Zur Autorin: Carla Berling, im Norden von Ost-Westfalen-Lippe geboren, lebt in Köln. Nach verschiedensten Tätigkeiten, u.a. als Verkäuferin, Mannequin, Versicherungsvertreterin und Seminarreferentin, gelingt ihr 1995 der Seiteneinstieg bei einer auflagenstarken Regionalzeitung. Bis 2005 verfasst sie als Journalistin mehr als 7.000 Artikel, außerdem vier Bücher. Sie beginnt kabarettistische Lesetouren mit jährlich etwa 30 Auftritten. Im Juni 2007 erscheint ihr erster Roman, Im Netz der Meister, es folgen Im Netz der Meister 2, die kabarettistische Jesses-Maria-Trilogie und der Roman Die Rattenfänger. Der Durchbruch gelingt ihr 2011 mit Ihrem Buch Vom Kämpfen und vom Schreiben. Im September 2013 erschien ihr erster Kriminalroman Sonntags Tod, der in ihrer Heimatstadt Bad Oeynhausen spielt. Meinung: Die Zeitungsjournalistin und Endvierzigerin Ira Wittekind kehrt an ihren Geburtsort Rehme in der Nähe von Bad Oeynhausen zur Beerdigung ihrer Kindheitsfreundin Verena zurück. Diese wurde von ihrem Mann Richard vergiftet, bevor er sich selbst das Leben nahm. Doch niemand weiß den Grund hierfür. Ein paar Tage später geht Ira beruflich bedingt mit der Polizei auf Streife und sie werden an einen Tatort gerufen, der Ira schockiert: Eine verweste Leiche liegt in einer Wohnung, die völlig verwahrlost ist. Hierbei stellt sich schnell heraus, dass es sich um Michel Sonntag handelt, den Sohn einer Bauernfamilie aus Rehme, der jahrelang als verschollen galt. Ira beginnt zu ermitteln, nicht nur aus beruflicher Neugier, sondern auch, weil sie Michels Familie seit ihrer Kindheit kennt und somit begibt sie sich auf "Hof Eskendor", dem Wohnsitz. Dort kochen bald alte, wohlgehütete Familiengeheimnisse hoch und es wird klar, dass die Tode von Verena, Richard und Michel in irgendeiner Weise zusammenhängen müssen... Ich bin ein großer Fan von den sogenannten Regionalkrimis und daher war ich auch infolge der Kurzbeschreibung sehr auf Carla Berlings ersten Krimi gespannt. Am Ende des Buches angelangt, war mir klar, dass ich mit diesem einen wahren Glücksgriff getan hatte. Denn Carla Berling hat mit Sonntags Tod eine sehr tiefgreifende Geschichte ersonnen, die vollkommen auf blutige Details und Gemetzel verzichtet, sondern sich vielmehr mit der Psyche und Physis des Menschen beschäftigt. Iras Recherchen auf "Hof Eskendor" bringen viele ungesagte und totgeschwiegene Geheimnisse innerhalb der Familie zutage, die den Leser betroffen machen. Über Jahrzehnte hat sich in dieser Familie soviel angestaut, sodass Iras Fragen nahezu ein Ventil öffnen und man merkt, dass die Betroffenen froh sind, nun endlich über all ihr Erlebtes reden zu können. Von traurigen Schicksalsschlägen erfährt der Leser genauso wie von Vorurteilen, Ablehnung und auch gewalttätigen Akten. Die aufkommenden Fragen, die den Leser beschäftigen, kann Carla Berling sehr schlüssig beantworten, doch dies nicht, ohne auch manch geschickte Wendungen und Irrwege in den Roman miteinzubauen, sodass man beim Lesen auch ein wenig mitknobeln kann. Die einzelnen Familienmitglieder der Weyers werden tiefgängig und vielschichtig von der Autorin charakterisiert, sie versuchen zwar, die Fassade einer glücklichen Großfamilie zu erhalten, doch diese bricht nach und nach ein, was sehr anschaulich dargestellt wird. Ich kann Sonntags Tod jedem geneigten Krimi-Leser ans Herz legen, der auch ohne drastisch geschilderte Szenen auskommt und mehr Wert auf die Charakterisierung der Personen legt. Dieser Roman verläuft zwar in eher ruhigen Bahnen, doch konnte mich gerade dies bei der Handlung überzeugen, denn die Familiengeheimnisse, die nach und nach zutage treten, sind Spannung und auch Drama genug. Carla Berling ist mit ihrem Krimi ein Buch gelungen, das im Leser nachzuhallen vermag. Fazit: Ein Krimi, der ohne blutige Brutalität auskommt und eher auf die Psyche und Physis der Personen setzt - sehr empfehlenswert! Ich hoffe, Carla Berling wird sich auch weiterhin dem Krimigenre widmen, das Zeug dazu hat sie auf jeden Fall.

Sonntags Tod
Sonntags Todby Carla BerlingHeyne
6. März
Rating:4

Das Buch ist eine Mischung aus Familiendrama und Krimi. Kommt ohne großes Blutvergießen, Verfolgungsjagden und Gewaltszenen aus. Es gibt auch keine Ermittler und Kommissare, sondern eine Journalistin die den Ursachen auf den Grund geht. Es ist trotzdem sehr unterhaltsam geschrieben. Der lockere Schreibstil von Carla Berling gefällt mir und mit Ira Wittekind hat sie eine sympathische Protagonistin geschaffen.

Sonntags Tod
Sonntags Todby Carla BerlingHeyne