Am Anfang war ich etwas enttäuscht von dem Buch. Da ich fand Titel und Cover passen so gar nicht zusammen. Aber ich hatte Geduld und habe fleißig weiter gelesen. Auch wenn die Hunde vielleicht nicht so eine große Rolle spielen wie der Titel und das Cover vermuten lassen könnten, sind sie eben doch enorm wichtig für die Geschichte und für die Entwicklung der Charaktere. Das Buch hat einen enormen Tiefgang ist dabei aber nicht besonders emotional. Bzw. ich konnte nicht so richtig mitfühlen mit den Figuren. Man lernt die Personen zwar sehr gut kennen und deren Geschichten sind alle alles andere als einfach oder schön, aber so richtig berühren konnten sie mich eben nicht. Die Geschichte an sich fand ich aber toll. Die ganze Story Idee hat mir gut gefallen. Das Buch hat sich auch super flüssig weg gelesen. Aber es ging mir nicht so richtig ans Herz, leider. Das Ende hat mir auch super gut gefallen, besonders weil ich schon ein bißchen was anderen erwartet hatte. Das Buch konnte mich also auch echt gut überraschen. Es ist ein schöne Story mit Tiefgang und deswegen 4 von 5 Sternen.
Meine Mama hat mir „Little Dog und ich“ von einem Mängelexemplar-Wühltisch mitgebracht, weil es günstig war und ich Hunde liebe . Die Idee hörte sich eigentlich ganz interessant an: eine junge Ärztin ist gefangen in einer dunklen Blase aus Trauer und Depression, nachdem ihr Mann und ihr ungeborenes Kind bei einem Unfall ums Leben kommen. Dann tritt plötzlich eine streunende Hündin, Little Dog, in ihr Leben und sie öffnet sich wieder der Welt. So weit so gut. Oder auch nicht. Die Ausführung war nämlich grotesk. Die Handlung samt Plottwists können locker jeder Telenovela das Wasser reichen und einige der Formulierungen sind so grandios schlecht, dass es mich schon wieder amüsiert hat (einige davon habe ich in die Galerie mit angehängt). Worüber ich mich allerdings nicht amüsieren konnte war die fast schon groteske Darstellung psychischer Erkrankungen, die zuhauf nicht nur bei der Protagonistin, sondern auch bei fast einem Dutzend oberflächlich abgearbeiteter Nebencharaktere auftreten. Ein ganz tiefer Griff in die Klischeekiste und das bei einer Autorin, die ihre Doktorarbeit über Psychologie verfasste. Auch die im Buch genannten Therapieformen zeugen weder von Fachwissen noch von professioneller Recherche (es sei denn, in den USA läuft es tatsächlich so unterirdisch schlimm ab). Kompetenz, die an Jens Spahn erinnert. (Konnte ich mir nicht verkneifen.) Was mich mindestens genauso aufgeregt hat war der Umgang mit Hunden. Auch wenn der Titel einen glauben lässt, dass ein Hund eine zentrale Rolle spielt – das ist nicht wirklich der Fall. Little Dog taucht erst nach über 100 Seiten auf, und dann auch nur sporadisch. Ist allerdings trotz ihres Streunerdaseins perfekt stubenrein, brav, hört auf Kommandos und geht an der Leine. Also mein Hundi und ich wrestlen trotz Hundeschule regelmäßig sobald die Leine in Sichtweite ist. Im Laufe des Romans wird jedes Mitglied der Gruppe Anonymer Alkoholiker, in die die Protagonistin aufgrund ihrer wegen der Trauer entstandenen Kleptomanie als Therapieform gehen muss, mit einem Hund aus dem Tierheim beschenkt. Erstens: man verschenkt keine Hunde. Zweitens: man legt sich nicht von einem Tag auf den anderen einen Hund zu – das ist ein Lebewesen und in jedem Fall, aber vor allem wenn man selbst psychisch instabil ist, sollte man lange und gut überlegen, ob man ein Tier zu sich nimmt. Drittens: natürlich wirkt sich ein Tier auf den Gemütszustand aus, dass allerdings komplett auf professionelle Hilfe verzichtet werden kann und die Depressionen, die Trauer und die Sucht wie weggeblasen sind, sollte nicht mal in einem seichten Roman seinen Lesern verkaufen (vor allem nicht, wenn man wie die Autorin selbst vom Fach ist). Viertens: niemals, NIEMALS, nicht mal in einem Roman und never ever in reality lässt man einen Hund allein im Auto, egal ob man die Fenster einen Spalt weit öffnet oder nicht. Rant over.
Die Aufmachung des Buchs ist ziemlich schlicht. Das Cover passt sehr gut, allerdings hätte ich mir das Buch anhand des Covers nicht gekauft. Die Geschichte ist okay. Sie hat mich nicht umgehauen...irgendwie fehlte mir die Spannung und ich fühlte mich nicht so sehr unterhalten. Es war eine nette Story mehr aber auch nicht. Für die Figuren hätte ich mir wirklich mehr Tiefe gewünscht. Außerdem war ich manchmal etwas verwirrt wegen der Figuren. Manchmal haben mich die ganzen Namen verwirrt und die Figuren hatten für mich nicht genug Tiefe...man hätte noch mehr zu den Figuren erfahren können. Die Orte im Buch fand ich ganz gut gewählt. Sie wurden auch gut beschrieben. Die Geschichte ist definitiv ausbaubarer gewesen, genauso die Figuren.


