Ein Roman, der gefällt, berührt und zugleich betrübt
Leben ohne Ende ist eine gut geschriebene Dystopie, die mich während des Lesens immer wieder wütend, fassungslos und am Ende traurig gemacht hat. Nicht, weil das Buch schlecht wäre – im Gegenteil –, sondern weil es konsequent eine Haltung zeigt, die erschüttert. Im Vergleich zu vielen anderen Endzeitromanen fehlt hier der Versuch, Gewohntes zu bewahren oder Verantwortung zu übernehmen. Die dargestellte Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber dem, was verloren geht, wirkt bedrückend und lässt einen als Leser nicht kalt. Gerade diese Konsequenz macht das Buch so wirksam. Gleichzeitig beginnt man, die eigenen Wertvorstellungen und das Festhalten an Altbewährtem zu hinterfragen und sich zu fragen, ob die eigene Sicht auf Ordnung, Fortschritt und Verantwortung vielleicht nicht die einzig mögliche ist. Ein Roman, der gefällt, berührt und zugleich betrübt.


