6. Apr.
Rating:4.5

Fesselnd, erschreckend, poetisch .

Die Dystopie, die mir bislang die wahrscheinlichste, ehrlichste und rationalste erschien. Ein absolutes Muss für alle, die sich mit female empowerment, black injustice und religious dystopian shit auseinander setzten wollen. Ich werde diese Geschichte jedenfalls noch lange mit mir herum tragen ...

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne
14. Sept.
Rating:4.5

Draußen ist grade perfektes Herbstwetter und wenn ihr ein dazu passendes Buch lesen wollt, d.h. einen absoluten Klassiker der dystopischen Literatur, dann könntet ihr zu Octavia Butlers "Die Parabel vom Sämann" greifen. Heute stelle ich euch nämlich Band 2 und damit den ungeplanten Abschluss der Dilogie vor, "Die Parabel der Talente" (Rezensionsexemplar). Eigentlich hatte Butler wohl 3 Bände geplant, hat den dritten aber nicht mehr abschließen können. Dementsprechend werde ich heute nur wenig über den Inhalt verraten, um euch nicht zu spoilern. Nur so viel: Nachdem wir in Band 1 Lauren Olamina kennengelernt haben, die in einem viel zu realistischen Amerika unserer Gegenwart und nächsten Zukunft, d.h. in den 2020ern, versucht hat eine eigene Religion zu begründen während um sie herum ein postapokalyptischer F4sch1smus mit dem MAGA-Slogan erblüht - das klingt viel zu weitsichtig-aktuell dafür, dass das Buch vor über 30 Jahren in den USA erschien! - wird nun vor allem die Perspektive ihrer Tochter Asha Vere prägend. Die erzählt nämlich nun die Geschichte von Laurens weiterem Leben, was im Buch vor allem durch Wechsel zwischen langen Tagebucheiträgen von Lauren und Kommentaren der Tochter dargestellt wird. Und da Butler nicht nur eine der Größen der Dystopie ist, sondern auch der SciFi und da wir uns nun mittlerweile in den 2030ern befinden, wird der Blick in die Galaxie und zu den Sternen nun stärker, denn das ist ja bereits die Perspeltive, die die Religionsgemeinschaft Earthseed im ersten Band einnimmt und das Ziel, auf das sie hinsteuert. Die auf der Erde in einer noch kleinen Gemeinschaft zusammengefundene Earthseed-Gemeinde sieht sich dabei zunehmend christlich-fundamentalistischen Bedrohungen ausgesetzt und kämpft um ihren Bestand. Der erste Band war teilweise schon krass, sowohl was die grafische und dementsprechend offenbar sehr versiert von Dietlind Falk übersetzte Sprache angeht als auch die Präzision, mit der Butler den Egozentrismus einer postapokalyptischen Welt mit ihren -ismen und die gleichzeitige Schutzfunktion nach innen als auch den damit einhergehenden Dogmatismus einer sich neu gründenden Religionsgemeinschaft beschreibt. Nun wird diese Gemeinschaft, das Dörfchen Acorn, aber nach außen sichtbar, rückt dadurch in den Fokus gew4ltbereiter Fundis und dementsprechend krass werden die damit einhergehende Verfolgung und F0lter auch beschrieben. Alle Charaktere kämpfen ums Überleben, fällen nur schwer verständliche Entscheidungen, werden auseinandergerissen und damit ist das hier definitiv kein Buch, mit dessen Protagonist*innen man grenzenlos sympathisiert. Gerade in der Vielschichtigkeit dieser Charaktere liegt aber auch eine der großen Stärken, weil das Handeln der Charaktere angesichts des Kontextes eben auch realistisch wird. Und das alles verpackt Butler in einem Schmöker, den man trotz der Brutalität sehr gut weglesen kann, zumindest ich habe die über 500 Seiten in wenigen Tagen inhaliert. Dementsprechend schade ist es, dass es keinen dritten Band gibt. Spannend finde ich aber vor allem auch, dass diese ganze Idee mit dem Aufbruch zu den Sternen in den 80ern und 90ern, man denke an Star Trek oder eben auch Butler - mit sehr progressiven Zielen verbunden war, auch wenn schon bei Butler auch die Frage diskutiert wird, ob man die halbzerstörte Erde einfach sich selbst überlassen will. In einer Zeit, in der vor allem reiche, mis0gÿne, r4ssistische Techmilliardäre auf der Suche nach ausbeutbaren Ressourcen oder abgeschotteten Zufluchtsorten zum Mars wollen, ist es doch vielleicht manchmal ganz gut, sich daran zu erinnern, dass es durchaus auch mal progressive Überlegungen zu anderen Planeten gab. Und das heißt nicht, dass deshalb die Gemeinschaft Earthseed unkritisch wäre, auch das macht Butler mehr als deutlich. Klingt jetzt vielleicht abstrakt und unzusammenhängend, ich will euch aber echt nicht viel spoilern, sondern unbedingt dieses Buch ans Herz legen.

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne
29. Juli

Dies ist der zweite Teil der Parabel-Duologie. Sie folgt der gleichen Protagonistin, Lauren, obwohl sich die Zeitspanne gegenüber dem ersten Buch um einige Jahre nach vorne verschoben hat. Es folgt im Wesentlichen demselben tagebuchartigen Format, obwohl es zusätzliche kleine Einschübe von anderen Charakteren gibt. Es geht auch hauptsächlich um die gleichen Themen, nämlich um die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in einer von Anarchie beherrschten Dystopie und um die Einführung und Erschaffung einer neuen Religion, um die Zerstörung und das Chaos, das so vorherrschend ist, zu lindern. Obwohl dies gut strukturiert und formuliert war, hatte ich damit die gleichen Probleme wie mit dem ersten Teil "Die Parabel vom Sämann". Die Handlung dieses Buches lässt sich in nur einem Absatz zusammenfassen, und darüber hinaus passiert wenig. Dies ist zwar ein beklemmender und erschütternder Einblick in die Schrecken der Welt, aber darüber hinaus passiert leider nicht viel. Das Gesamtkonzept war brillant, aber für das, worauf es letztlich hinauslief, war es etwas langatmig.

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne
24. März
Rating:4.5

Gute Fortsetzung

Während der erste Band lediglich Laurens Tagebucheinträge beinhaltet, hat der zweite zwei weitere Formen von Einträgen, die teilweise am Anfang jedes Kapitels erscheinen. Die der Tochter sind dabei besonders spannend, weil sie viel später stattfinden und einen kritischen Blick auf die Einträge ihrer Mutter haben, die sie hier zusammenstellt, und teilweise vorgreifen, was passieren wird. Die anderen Einträge sind seltener und von dem Bruder Marcus. Wieder eine interessante, düstere Zukunftsvision, die ich kaum aus der Hand legen konnte.

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne
27. Nov.
Rating:4.5

Spannende und aufwühlende Weitererzählung des ersten Teils.

Die Geschichte nimmt neue Wendungen, die weiterhin teilweise unglaublich brutal und grausam sind. Musste das Buch zwischendurch mehrere Tage weglegen, um etwas Abstand zu gewinnen. Finde besonders die zweite große Erzählperspektive eine sehr gute Ergänzung zum ersten Teil. Schade, dass die Reihe nie fortgesetzt wurde. Kleine Abzüge gibt es für das doch sehr schnell erzählte Ende, wo ich mir teilweise etwas mehr Tiefe erhofft hätte, die ich vorher so geschätzt habe.

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne
30. Sept.
Rating:5

Ich möchte diese Dilogie allen empfehlen. Und niemandem. Allen, weil sie so intensiv, herzzerreißend und hoffnungsvoll ist. Niemandem, weil sie grausam, kaum zu ertragen und in all ihrer dystopischen Pracht so unglaublich realistisch und beängstigend ist.

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne
1. Aug.
Gelungene Fortsetzung von Teil 1
Rating:4

Gelungene Fortsetzung von Teil 1

In Band 2 der Dilogie verändert sich die Perspektive, sodass nicht nur die Tagebucheinträge der Protagonistin aus Teil 1, Lauren Olamina, die Geschichte erzählen. Es kommen schriftliche Zeugnisse von Olaminas Mann, Bankole, ihrer erwachsenen Tochter Asha Vere, und einem verloren geglaubten Verwandten hinzu, auf den ich aus Spoiler-Gründen nicht näher eingehe. Durch die zusätzlichen Quellen verändert sich die Wahrnehmung von Lauren Olamina als bisher zuverlässige Erzählerin, und auch die anderen Personen sind voreingenommen, was die Erzählweise des Buchs noch spannender macht als Teil 1. Der Plot liegt nun etwas weiter in der Zukunft, die USA ist inzwischen auch politisch zersplittert und ein guter Nährboden für religiösen Fundamentalismus. In diesem Umfeld müssen Lauren Olamina und ihre Earthseed-Gemeinde nun nicht mehr nur klassische Überfälle fürchten, sondern auch Bedrohungen durch religiöse Fanatiker, die sie als Feinde des Christentums interpretieren. Obwohl es zwischenzeitlich so wirkt, als würde sich das Leben für die Earthseed-Menschen und die amerikanische Bevölkerung generell verbessern, ist auch Teil 2 der Dilogie voll von grausamer Gewalt, Unterwerfung und Machtmissbrauch. Parallel entwickelt Olamina immer mehr Ambitionen für Earthseed zu missionieren, was das Sektenhafte noch mehr hervorhebt. Band 1 war schon extrem düster, und Band 2 steht dem in nichts nach. Octavia E. Butler hat damit einen Roman geschrieben, der eine überraschende, aber gut passende Fortsetzung der Dystopie ist. Was mir auch gut gefallen hat, war, dass die Sympathien für die Protagonist*innen sehr schwanken, manche nicht nachvollziehbare aber dennoch in sich logische Entscheidungen treffen, und es insgesamt nie nur ein Richtig oder Falsch gibt. Das einzige, was ich vermisst habe, ist ein Personenregister, da ich irgendwann mit den ganzen Namen und Geschichten der Personen nicht mehr so gut mitgekommen bin. Übersetzt von Dietlind Falk. CN: Verg3waltigung, M0rd, Su1zid, T0d, Kindesm1ssbrauch, Dr0genm1ssbrauch, Ras$ismus, Abl3ismus, Polizeig3walt, Depr3ssion.

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne
3. Okt.
Rating:4

3.5* Mir ging es ziemlich ähnlich mit Parable of the Talents von Octavia E. Butler wie es mir damals mit Parable of the Sower ging. Eigentlich enthält die Geschichte viele Elemente die ich in Büchern sehr gerne lese und die mich total ansprechen. Die Geschichte handelt von komplexen Figuren, die Welt ist spannend und ganz besonders regt das Buch zum Nachdenken an. Ich fand die Philosophie/ die Religion von Earthseed schon im ersten Teil sehr interessant und mir hat gut gefallen wie diese hier ausgebaut wurde und mehr gezeigt wurde wie sie sich verbreiten konnte, dies jedoch nicht nur aus der Sicht von Mitgliedern von Earthseed, sondern auch aus einer kritischen Perspektive. Was mich leider jedoch nicht überzeugen konnte war das Tempo der Geschichte. Es gab Teile die haben sich für meinen Geschmack zu stark in die Länge gezogen während andere Dinge, besonders gegen Ende, sehr schnell abgehandelt wurden. Zudem gab es einen Teil der so brutal und tragisch war, dass es mir schwer fiel mich zu überwinden weiterzulesen. Auch wenn ich anerkennen kann, dass auch dieser Teil wichtig war für die Geschichte, war er für meinen Geschmack zu lang. Zusammengefasst kann ich sagen, dass mich die Ideen von Octavia E. Butler unglaublich faszinieren, dass sie eine interessante Welt und komplexe Charaktere geschafft hat. Das Buch regt zum Nachdenken an und lässt einem nicht so schnell los. Allerdings fiel es mir manchmal schwer mich durchzukämpfen.

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne
4. Sept.
Rating:4

Not quite as powerful as the first book but still very effective. Especially the mother - daughter dichotomy was really fascinating to me as well as the individual characters sense of purpose and priorities. I loved that, in this, it framed our protagonist a bit differently this time. Maybe the hundret pages around the middle wasn't what I wanted to focus on but it was still important, especially for the religious conflict which was also an interesting aspect of the story. Octavia Butler has managed again to match really thematicly deep content with a compelling SF story.

Die Parabel der Talente
Die Parabel der Talenteby Octavia E. ButlerHeyne