17. Mai
Rating:4

Ein phantastische Grim&Gritty. Inhalt: Wir befinden uns in einem Gasthaus mit einer geheimnisvollen, sagenumwobenen Tür, die sich nur etwa alle 60 Jahre zu öffnen scheint. Die Lieder berichten vom größtem Reichtum, dass man sich vorstellen kann! Mehrere Gruppen machen sich teils freiwillig, teils unfreiwillig auf den Weg um das Geheimnis zu lüften. Schreibstil: ganz große Klasse! Obwohl wir uns in einer ganz neuen Welt mit vielen Kulturen, Göttern und Menschenrassen wiederfinden, kommt man nie durcheinander. Es ist so gut formuliert, dass ich nie das Gefühl hatte überfordert zu sein oder zu vergessen um wen es sich gerade handelt. Dazu beigetragen haben unter anderem sehr bildliche Namen wie Fuchs und Kratzer, die gleich ein vielleicht etwas Klischeehaftes aber doch passendes Bild vermitteln. Allgemein: Ein einfaches Setting und doch so viel größer von Innen als von Außen! Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt und man wird von Seite zu Seite überrascht! Das Buch über hatte ich immer eine leichte grusel Gänsehaut was sehr gut zum feeling gepasst hat! Mit einem rundum würdigem Ende. Insgesamt ein richtig dicker Schmöker mit absoluter Leseempfehlung!

Das Haus der tausend Welten
Das Haus der tausend Weltenby T. S. OrgelHeyne
14. Jan.
Rating:3

Das Haus der tausend Welten von T.S. Orgel Ein riesengroßes Haus voller Geheimnisse, Fallen und Magie? Voller Schätze und mysteriöser Artefakte? Genau meins! Dachte ich, als ich die Inhaltsbeschreibung das erste Mal las. Dann ein ganzer Haufen voller unterschiedlicher Charakter? Das bedeutet Spaß! Und interessante also – also stürzte ich mich kopfüber in dieses düstere fantastische Abenteuer aus der Feder der Gebrüder Orgel. Es war ja schließlich nicht das erste Mal, dass mich ein Buch von ihnen begeistern können sollte – in den Blausteinkriegen bin ich schließlich auch versunken, ganz so wie es sich für einen guten Fantasyroman gehört. Noch kurz zum Cover. Das rote Schloss im Zentrum vor dem düsteren Hintergrund zog mich sofort an, ganz so wie wohl auch die Schatzjäger in der Geschichte – Die Wirkung sollte das Cover wohl auch erzielen und hat bei mir auf jeden Fall ins Schwarze getroffen. Der Beginn kann fesseln. Man merkt wie die Brüder die verschiedenen Charaktere in Stellung bringen und lernt sie einen nach dem anderen kennen. Stern, die Zauberin, die Söldnerin Baelis und den Gelehrten Salter, ebenso wie Fuchs, der sich mit Diebstählen über Wasser hält und die Reisende Ako – sie alle haben persönliche Gründe, um in die Stadt Atail zu reisen – und doch kommen sie in kleinen Gruppen mehr oder minder freiwillig in das Haus der 1000 Welten – und müssen alsbald um ihr Leben fürchten. In begann, einzelne Charaktere interessant zu finden – die Orgels haben uns eine recht lange Zeit gegeben, uns an die Charaktere zu gewöhnen – und das war auch gut so. Hätten sie am Anfang die Charaktere nicht beschrieben und wären auf ihre Motivationen, Emotionen eingegeganen, ich glaube, ich hätte das Buch irgendwann zugeklappt. Ich bin leider der Lesertyp, der mit den Charakteren mitfiebert und sie gerne lieb gewinnt – wenn dann auch noch die Story stimmt, bin ich glücklich. Glücklich? Nun, das war ich mit diesem Buch nicht ganz. Ich kann noch nicht einmal genau den Finger auf die Wunde in meinem Leserherz legen – fest steht aber, sobald sie das Haus betreten hatten, hat das Buch mir die Tür vor der Nase zugeschlagen und ignorierte mich, wie ich gegen das Holz schlug und um Einlass bettelte. Natürlich – die Figuren müssen sich durch das Haus kämpfen, um die Schätze zu finden und ihre eigene Haut zu retten. Das war ja auch der Grund, aus dem ich das Buch zur Hand genommen hatte. Was war also mit mir los? Ich erwischte mich selbst dabei, wie ich Absätze übersprungen habe, um schneller voran zu kommen und Seiten quer gelesen habe – das hatte das Buch nicht verdient. Ich legte es für ein paar Tage zur Seite, nur um wieder beim selben Verhaltensmuster zu landen, als ich das Buch wieder aufschlug. Eigentlich waren die Szenen vollgepackt mit Action - die jedoch in meinem Kopf kaum zündete und schon gar kein Feuerwerk auslöste. Mit enttäuschten Erwartungen konnte es auch nicht zusammenhängen – schließlich wusste ich ja im Voraus, was auf mich zukommen würde und hatte mich darauf gefreut! Aber die Figuren hatten mich einfach vergessen. Erschienen sie mir auf den ersten 100 Seiten spannend und interessant in ihrer Entwicklung, wurde ihnen in dem weitläufigen Gemäuer die Farbe und die Strahlkraft geraubt – Sie arbeiten sich von Stockwerk zu Stockwerk und ich versuchte nur am Ball zu bleiben – Doch wirklich Freude konnte ich wirklich nur am Anfang finden. Schade! Das Buch konnte mich einfach nicht mitnehmen – und deshalb vergebe ich für dieses Werk der Orgelbrüder nur 3 Sterne. Vielleicht findet ja meine Freundin, an die ich es gern weitergebe, mehr Freude daran.

Das Haus der tausend Welten
Das Haus der tausend Weltenby T. S. OrgelHeyne
29. Feb.
Rating:2

Irgendwie brauchte die Handlung ewig, um in die Gänge zu kommen, was vielleicht daran liegt, dass sie aus der Sicht vier verschiedener, am Anfang berührungsloser Charaktere erzählt wird, die alle eingeführt werden. Bis das geschehen ist, sind 200 Seiten vergangen und erst dann ging die eigentliche Handlung um das Haus der tausend Welten überhaupt los. Somit hatte ich das Gefühl, ewig zu warten, bis die Ereignisse losgehen, und dann hat die Handlung es irgendwie verpasst, mich mitzunehmen, denn so wirklich fesseln konnte mich das Buch nie. Ich hatte kein Problem damit, es beiseitezulegen, und hatte auch nie wirklich den Drang weiterzulesen. Was vielleicht daran lag, dass mir die Charaktere ziemlich egal waren. Und ich muss sagen, ich war relativ überfordert mit der Zuordnung und vier Perspektiven sind ja nun auch nicht überragend viel. Verwirrt hat mich, dass zwischendurch die Sichtweise mitten im Absatz gewechselt wird, wenn zwei der erzählenden Charaktere an derselben Handlung beteiligt sind. Obwohl ich aber sonst jemand bin, der Charaktere ganz gut zuordnen kann, war ich hier teilweise total verwirrt, wer die auftretenden Personen waren, was sie ausmacht und überhaupt. Teilweise konnte ich bis zum Ende nicht wirklich die Namen zuordnen und wurde dann damit überrascht, dass Charaktere wichtig wurden, die ich als beiläufige Randcharaktere registriert hatte. Es gibt ein Personenverzeichnis am Ende, das ich leider zu spät entdeckt habe, allerdings bezweifle ich, dass es mir viel geholfen hätte. Hinzu kam, dass mir irgendwie keiner der Charaktere wirklich sympathisch wurde. Was vielleicht auch daran lag, dass sie in meinen Augen alle relativ blass blieben, trotz Potenzial, und mir teilweise die Motive nicht ganz klar waren - oder besser: Die meisten wirkten wie passive Mitläufer*innen. Es gibt ein paar angedeutete Backstories, aber im Großen und Ganzen konnte ich mir zu keinem der Charaktere wirklich ein Bild machen, was eben dazu führte, dass sie mir relativ egal waren. Und es ist nicht so, als hätten sie kein Potenzial gehabt. Trotzdem konnte mich nichts davon berühren und nichts hat für mich wirklich Tiefe entwickelt oder Form angenommen. Ich hatte das Gefühl, dass fast alle Charaktere vor allem aus Egoismus handeln, und ja, ich habe mir die Genrebeschreibung für Grimdark vorher durchgelesen, und düster und brutal klang nach etwas, das mir gefallen könnte. Allerdings finde ich dabei gerade das moralisch Graue interessant, und das kam hier irgendwie nicht zum Tragen. Was mich auch verwirrt hat, war die Sache mit der Magie. Es gibt irgendwie Shao, das vor allem der Oberschicht vorbehalten ist, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, fast jeder der Charaktere hat irgendeine magische Begabung, die meist erst dann zutage tritt, wenn sie gerade irgendwie nützlich ist, und ansonsten auch nicht weiter erklärt wird. Was dazu führte, dass das auf mich vollkommen willkürlich wirkte. An sich fand ich es ganz cool, dass es verschiedene "Völker" gibt und Ako auch eine BIPoC ist (und lesbisch dazu), aber ich fand teilweise die Darstellung nicht ganz unproblematisch. Sie wird nämlich dauernd als "die Schwarze" beschrieben, und ich sag mal so, wenn keine weiße Frau als "die Weiße" beschrieben wird, ist das problematisch. Neben der ganzen Kritik aber auch mal ein positiver Punkt: Die Idee hinter dem Ganzen fand ich tatsächlich ganz cool. Ein Haus, das im Inneren um Einiges größer ist, zahlreiche verschiedene Räume verbirgt und quasi wie der Albtraum eines Hauses, das einen gefangen hält und mit immer neuen und brutaleren Gefahren aufwartet? Definitiv eine sehr coole Idee. Dementsprechend fand ich es schade, dass mich die Umsetzung nicht überzeugen konnte, denn das Konzept fand ich ziemlich faszinierend und das Ende hat auch nochmal einen interessanten Konflikt aufgemacht. Trotzdem war das Buch wohl leider nicht mein Fall. Fazit: Sehr coole Idee, deren Umsetzung mich aber leider nicht überzeugen konnte, da ich bis zum Schluss nicht wirklich in die Handlung reingekommen bin und mich das Buch überhaupt nicht fesseln konnte. Mir fiel es schwer, die Nebencharaktere zuzuordnen, und allgemein waren mir die Charaktere relativ egal, auch weil sie eher blass blieben.

Das Haus der tausend Welten
Das Haus der tausend Weltenby T. S. OrgelHeyne