12. Sept.
Rating:5

Als der Forscher Reggie Straifer eine Genehmigung zur Erforschung des Objektes LQ Pyx erhält, ahnt er wohl noch nicht, dass diese Reise mehrere Generationen lang dauern wird. Diese verschiedenen Epochen erlebt man in diesem Buch mit. Zunächst mal ist an „Die Reise“ lobend zu erwähnen, dass es sich hierbei um ungewohnt leicht verständliche Science Fiction handelt. Während sich manche Autoren in hochgestochenen wissenschaftlichen und technischen Abhandlungen ergehen, bleibt Marina Lostetter in der Regel klar und fokussiert, was dem allgemeinen Verständnis zu gute kommt. Denn man könnte das Buch vom Konzept her fast als Kurzgeschichtensammlung bezeichnen, die lose von der idee der generationenübergreifenden Reise zusammengehalten wird. In auffallend langen Kapiteln – gerade mal neun auf grob 560 Seiten! – werden diverse Personen aus diversen Generationen, die dann durch Klone nachgezüchtet werden, um so eine neue Crew zu bilden, herausgegriffen. Ein tolles Konzept! Hier möchte ich zwei Personen lobend erwähnen, die mir besonders gut gefallen haben. Zum einen die künstliche Intelligenz K.I.C., die sich auffallend menschlich verhält. In einem Kapitel wurde sie sogar aus der ersten Person heraus beschrieben – schade, dass das nicht konsequent durchgehalten wurde. Die andere Person wäre Esperanza Straifer, eine Frau mit scheinbar auffälligem und provokantem Charakter, die sich aber während ihres Kapitels komplett wandelt. Diverseste philosophische und soziologische Fragen geben dem Ganzen dann noch den letzten Schliff. So ist „Die Reise“ also ein ruhiges Buch, das seinen Fokus auf dem sozialen Miteinander und die Probleme der diversen Generationen legt. Ein tolles Romandebüt, dass ich jedem, der nicht unbedingt Hau-Drauf-Romane braucht, empfehlen kann. Daumen hoch!

Die Reise
Die Reiseby Marina LostetterHeyne
1. Juni
Rating:2

Ich liebe SciFi und die Spekulationen darum, was da draußen wohl außer uns sein und wie man dieses Unbekannte erkunden könnte. Ganz besonders freut es mich immer, wenn ich über eine Autorin stolpere, die sich diesem Genre widmet, ist es doch (leider) ein sehr männlich dominiertes Gebiet. „Die Reise“ begann ein wenig holprig aber vielversprechend: im All wird ein seltsames „Ding“ entdeckt und man beschließt, dessen Erforschung mit einem großangelegten Projekt zu finanzieren. Da dieses Objekt sehr weit entfernt ist und das Leben der Menschen zu begrenzt, beschließt man, die passendsten Anwärter für diesen Job zu klonen – und ihre weitere Fortpflanzung auf dem Schiff mit weiteren Klonen zu sichern. Wir begleiten diese Klongruppe nun auf ihrem Weg zu dem unbekannten Gegenstand, doch was eigentlich interessant hätte werden können, entpuppte sich für mich sehr schnell als sehr zäh. Statt einer einzelnen Figur zu folgen, springen wir zwischen diversen Klonen und diversen Zeiten hin und her und betrachten das Geschehen aus der Sicht unterschiedlicher Klongenerationen, die zwar alle ihre Eigenheiten haben, sich aber im Großen und Ganzen wenig voneinander unterscheiden. Das eigentliche Ereignis gerät dabei fast vollends in den Hintergrund und es fiel mir immer schwerer, meine Aufmerksamkeit auf die Geschichte zu lenken. „Die Reise“ ist eine eher soziologische Betrachtung einer möglichen Zukunft, bei der der technische Aspekt zwar vorhanden, aber nicht näher erläutert wird. Nicht mein Ding.

Die Reise
Die Reiseby Marina LostetterHeyne
23. Sept.
Rating:4

Marina Lostetter nimmt uns mit auf die Reise. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir begleiten den Konvoi sieben, der sich auf den Weg macht um einen Stern namens LQ Pyx zu erforschen. Nachdem diese Reise in Erdenjahren aber mehr als zwei Jahrtausende dauern wird, wird die Mannschaft sehr sorgfältig ausgesucht und regelmässig geklont. Allerdings entwickeln sich auch Klone anhand ihrer selbst erlebten Erfahrungen und sind daher nicht einer wie der andere. Die einzige Konstante im Konvoi für all diese Zeit ist K.I.C., eine künstliche Intelligenz, die dem Konvoi auf Wunsch des Entdeckers von LQ Pyx mitgegeben wird. Wir begleiten die Crew nun also über die gesamte Zeit ihrer Mission und noch ein wenig darüber hinaus. Dabei gelingt es der Autorin anschaulich darzustellen, wie sich eine solche Gesellschaft über die Jahrhunderte weiterentwickelt. Von der ersten Euphorie des Aufbruchs, über die Zweifel am Ziel, die einige unterwegs überfällt bis zur Ankunft am eigentlichen Ziel, wo es dann in einer vorgegebenen Zeit viel zu erforschen gibt. Die Konflikte die auf der Rückreise entstehen, auch weil größere Unglücke den Zeitplan zurückwerfen. Und immer mittendrin K.I.C., der versucht die Menschlichkeit in der Crew aufrecht zu erhalten, auch als es so aussieht, als wäre genau diese nicht mehr zu retten. Ich war das ganze Buch über sehr fasziniert von dieser Idee einer Gesellschaft. Der Autorin gelingt es mit ihrem Schreibstil immer wieder schnell einen Draht zu den jeweiligen Hauptprotagonisten der jeweiligen Geschichte aufzubauen, was nicht so einfach ist, da doch immer wieder gleich mehrere Jahrhunderte zwischen den einzelnen Kapitel liegen. Trotzdem habe ich immer wieder schnell in das Geschehen eintauchen können. An manchen Stellen hat es mich vor der Entwicklung regelrecht gegruselt. Selbst die beste Gen-Auswahl verhindert nicht, das gelegentlich das Tier im Menschen überhand nimmt. Ich habe das Buch am Ende mit Bedauern zugeklappt. Ich hätte den Konvoi gerne noch weiter begleitet. Von daher gibt es von mir eine volle Leseempfehlung für alle, die auf gut geschriebene Science Fiction stehen.

Die Reise
Die Reiseby Marina LostetterHeyne
23. Sept.
Rating:4

Reiseliteratur hat eine lange Tradition. Dieses Buch erinnert an Tchaikovsky 'Kinder der Zeit' nur nicht ganz so technisch. Es ist weit entfernt von 'Mozart auf der Reise nach Prag' und das ist gut so.

Die Reise
Die Reiseby Marina LostetterHeyne