26. März
Rating:2

Die Geschichte der Auswandererfamilie hätte besser erzählt werden können. Bei all den einzelnen Geschichten über die verschiedenen Personen habe ich durchweg die Spannung vermisst. Das Hauptthema der Suche nach dem Vater wird zum Ende hin unnötig langatmig. Interessant fand ich die Tagebucheinträge des Vaters.

Moonlight und die Tochter des Perlenfischers
Moonlight und die Tochter des Perlenfischersby Lizzie PookDiana
26. Dez.
Hölzern und langweilig.
Rating:2

Hölzern und langweilig.

" Wenn Männer etwas noch weniger ausstehen können als ein leeres Ginglas, dann ist es eine Frau, die ihnen vor Augen führt, dass sie nur Stroh im Kopf haben." (S. 155) Die englische Familie Brightwell wandert 1886 nach Australien aus, wo der Vater als Perlenfischer das große Geld machen und seiner Familie eine bessere Zukunft bieten möchte. Die Konkurrenz ist groß und die Tätigkeit als solches hart, gefährlich und kräftezehrend. Eines Tages kommt Elizas Bruder Thomas alleine vom perlenfischen zurück, es werden lediglich Vermutungen über den Verbleib von Vater Charles angestellt und ein Mann "unschuldig" als dringender Tatverdächtiger verhaftet. Eliza kann nicht glauben, dass ihr Vater tot ist und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren, was oder wer wirklich hinter dem rätselhaften Verschwinden steckt. Die junge Frau legt dabei eine Hartnäckigkeit an den Tag, die bei allen möglichen Personen für allerlei Unruhe sorgt. Grundsätzlich ist es eine gute Auswanderer- und Abenteuergeschichte, die fast schon kriminalistische Züge annimmt. Leider ist der Schreibstil der Autorin eher hölzern und sachlich und verliert sich im Verlauf der Handlung oft in Nebensächlichkeiten. Das Hauptaugenmerk liegt nicht zwangsläufig auf/bei den Protagonisten und so erfährt man zwar nebenher einiges wissenswertes über die Perlenfischerei während Eliza und weitere (Neben-) Charaktere in meinen Augen eher blass und unscheinbar, sowie unnahbar blieben. Interessant fand ich die Tagebucheinträge des Vaters und die Rückblicke in die Vergangenheit (wobei diese nicht zwangsläufig wichtig für den Verlauf der Geschichte waren). Die Schilderungen der aktuellen Geschehnisse konnten mich hingegen nicht so sehr begeistern und noch weniger fesseln, da ich überhaupt keine Sympathie zu den Protagonisten aufbauen konnte. Die Auflösung der Geschichte war am Ende in Ordnung, bis dahin habe ich mich allerdings sehr quälen müssen, daher leider final an dieser Stelle keine Leseempfehlung von mir, auch wenn mich Cover und Leseprobe angesprochen haben.

Moonlight und die Tochter des Perlenfischers
Moonlight und die Tochter des Perlenfischersby Lizzie PookDiana
13. Dez.
Habe was anderes erwartet
Rating:3

Habe was anderes erwartet

Ein schöner historischer Roman? Nicht ganz, denn leider bin ich ein wenig enttäuscht. Das wunderschöne Cover und der interessante Klappentext, ließen eine ganz andere Story erhoffen. Doch leider plätschert die Geschichte die ersten Seiten vor sich hin, mit ständigen Begriffen zu Pflanzen und Tieren, die ich nicht kenne und hätte alle nachschlagen müssen. Einen Glossar gibt es nämlich auch nicht. Dann nimmt die Story an Spannung zu und zwingt einen glatt weiterzulesen, denn ab hier möchte man wissen, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist auch schön flüssig, sodass man gut beim Lesen vorankommt. Außer den Stopps bei Fremdbegriffen (Flora und Fauna von Australien), liest es sich echt gut. Doch dann ist es ein ständiges Hin und Her mit der Spannungskurve und das Ende lässt einen auch nicht zufrieden zurück. Dazu kommen die Gefühle im Buch einfach nicht rüber. Der Titel ist auch irreführend, denn Moonlight - wer oder was das ist, verrate ich nicht - steht an erster Stelle im Titel, taucht dafür viel zu spät im Geschehen auf. Der Perlenfischer ist auch der falsche Begriff, denn der Vater der Protagonistin Eliza ist Perlenunternehmer. Es wird nie erwähnt, dass er selber taucht. Deshalb bin ich bei meiner Wertung 6/10 ⭐. Trotzdem gebe ich eine Leseempfehlung aus, denn jeder hat einen anderen Geschmack und sieht das Buch vielleicht mit anderen Augen als ich.

Moonlight und die Tochter des Perlenfischers
Moonlight und die Tochter des Perlenfischersby Lizzie PookDiana
28. Sept.
Eine bedrückende und dennoch schöne Geschichte.
Rating:4

Eine bedrückende und dennoch schöne Geschichte.

"Bin ich ein guter Mensch? Bist du es? Ist das denn so einfach zu sagen? Ich glaube, ich bin beides. Ich trage das Gute und das Schlechte gleichermaßen in mir. Keiner von uns ist nur das eine oder das andere, sondern in jedem von uns schlummert etwas, das wir nicht zeigen wollen." Eine wirklich schöne, wenn auch bedrückende Geschichte bescherte mir Lizzie Pook mit ihrem Roman "Moonlight und die Tochter des Perlenfischers". Eines vorweg: Den Titel finde ich etwas unglücklich, denn "Moonlight" passte inhaltlich höchstens am Rande zum Buch. Auch wirkt das Titelbild sehr weich, leicht und verträumt - das ist diese Geschichte aber nicht. Worum geht's: Elizas Vater, der erfindungsreiche Charles Brightwell, verlässt mit seiner Familie nach einer dummen Investition, die ihn alles gekostet hat, London, um in Bannin Bay wieder Fuss zu fassen. Dort, an der Westküste Australiens, soll es Strände voll mit glänzenden und schimmernden Perlen und Muscheln geben. Das Geschäft ist hart, ebenso das Leben unter der sengenden Sonne und es erfordert einige Opfer von den Brightwells. Doch innerhalb von 10 Jahren schafft es Elizas Vater zum erfolgreichsten Perlenfischer Bannin Bays zu werden. Eines Abends jedoch, kehrt Charles Brightwells Logger ohne ihn zurück. Elizas Vater ist spurlos verschwunden und niemand scheint irgendetwas darüber zu wissen. Dass ihr Vater tot sein soll, kann und will Eliza allerdings nicht glauben und so versucht sie in Erfahrung zu bringen was passiert ist... Beim Lesen dieser Geschichte hatte ich sofort das Gefühl, dass sich die Autorin intensiv mit der Geschichte der Perlenfischerei in Australien, zu Zeiten des britischen Kolonialismus, beschäftigt hat. Dies bestätigte sich am Ende des Buches im Nachwort der Autorin. Hier gibt es für interessierte Leser auch noch einige interessante Details zu erfahren. Die Geschichte lässt sich angenehm und flüssig lesen. Besonders gut gefallen hat mir, dass hier nichts romantisiert oder weichgezeichnet wurde, sondern die damaligen Umstände ungeschönt und teilweise auch derb zum Ausdruck gebracht wurden. Es geht hier nunmal um das harte und schmutzige Geschäft der Perlenfischerei, um den damit verbundenen Sklavenhandel, Machtmissbrauch, den schrecklichen Umgang mit den Ureinwohnern und das harte Leben unter oft sehr katastrophalen hygienischen Bedingungen. Zum Teil also nichts für zarte Gemüter. Doch zwischen all dieser Düsternis, lässt Lizzie Pook immer wieder die atemberaubende Schönheit dieses Kontinents hervorschimmern - wie eine Perle, die unter der harten Schale einer Muschel schläft.

Moonlight und die Tochter des Perlenfischers
Moonlight und die Tochter des Perlenfischersby Lizzie PookDiana