3. März
Rating:3

Das Buch: Auf der Flucht kommen Susanna und ihre Freundin verarmt in Wittenberg an. Hier finden sie sich als Mägde im Lutherischen Haushalt wieder und sie verliebt sich im Verlauf in Jan. Zur gleichen Zeit erhält der Maler Cranach das Angebot, die drei Musen zu zeichnen. Sein Stellvertreter Jan übernimmt diese Aufgabe und malt nacheinander die Musen. Die Vorbilder für diese drei nackten Frauen gibt der unbekannte Auftraggeber vor. Zwei der Frauen werden jedoch nach dem Porträtieren tot aufgefunden. Für die dritte Frau, die jedoch unmöglich nackt gezeichnet werden kann, bietet sich Susanna an. Diese bietet sich freiwillig als Lockvogel an, um den Mörder auf frischer Tat überführen zu können. Wird ihr dies gelingen? Mein Fazit: Wie schon bei der Pestmagd ist der historische Hintergrund auch hier sehr gut recherchiert worden. Die geheime Braut spielt in der Zeit der Reformation und Martin Luther spielt hier auch in einer Nebenrolle mit. Die Autorin versetzt den Leser (oder Hörer) schnell in diese Zeit zurück. Trotzdem, irgendwie scheinen sich die Figuren anfangs zu sehr zu verzetteln. Es werden zu viele Charaktere eingeführt und verfolgt. Es scheint, das bis zum ersten Mord (der lange auf sich warten lässt) überhaupt keine Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Figuren bestehen. Doch nach und nach finden die Charaktere zueinander, der Plot wird ersichtlicher und die Geschichte nimmt im letzen Drittel sogar richtig die Fahrt auf. Also praktisch ab dem Punkt, als Susanna sich als Lockvogel bereitstellt. Vorher passieren die unterschiedlichen Ereignisse nur so parallel. Und immer wieder taucht Luther auf (oder auch nur eine kurze Erwähnung), dass er sich zurückgezogen und allein in seiner Stube aufhält. Das wird so oft erwähnt, dass man meinen könnte, die Autorin musste unbedingt Martin Luther erwähnen, obwohl dieser gar nichts mit dem Ausgang der Story zu tun hat. Zudem wurde ich mit keinen der Charaktere warm. Es war nett, diese Umstände des Bildes aufklären zu können, doch so richtig mitfühlen konnte ich mit Susanna und Jan nicht. Aber dies ist wohl der Tatsache der vielen Figurenstränge geschuldet. Zusammenfassend ist dies ein gutes Historienbuch mit einem Hauch von Krimi. Auch die Figuren um Luther und dem Maler Cranach machen Lust, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen. Und ich muss zugeben, dass ich auch nach dem Bild, worum es in diesem Buch geht, gegoogelt habe. Im Anhang des Buches bietet die Autorin wie schon bei der Pestmagd einen kurzen Abriss der Geschichte rund um die Reformation, Luther, Cranach und dem Bild. Hier werden einige interessante Fakten genannt, die ich so noch nicht kannte. Doch eine Frage zum Schluss: Wer war denn nun die geheime Braut? - Irgendwie passen Titel und Story nicht richtig zusammen.

Die geheime Braut
Die geheime Brautby Brigitte RiebeDiana