
Zoe und Jack begegnen sich in der Organik-Vorlesung in Harvard. Beide sind sofort fasziniert voneinander, fordern sich über Wochen gegenseitig in den Vorlesungen heraus und haben Spaß daran, sich gegenseitig zu challengen. Sie sind beide auf ihre Art genial, kommen aber aus völlig verschiedenen Welten: Zoe ist in einer Akademiker-Familie groß geworden und kämpft schon immer um die Anerkennung des Vaters, der Wissenschaftler ist. Jack kommt aus armen Verhältnissen, die Mutter suchtkrank - den Platz in Harvard musste er sich hart erarbeiten. Als Zoe Jack von ihrer Theorie erzählt, wie man das Altern umkehren kann, sind beide Feuer und Flamme und starten mit der Forschung. Zuerst noch in kleinem Rahmen in den Labors von Harvard. Doch die Sache wird schnell groß und nimmt Dimensionen an, die schier unglaublich sind. Investoren werden gebraucht und werden schnell gefunden, es fließen Millionen in das neu gegründete Unternehmen der beiden. Es scheint, als wären sie einem Medikament auf der Spur, das das Leben verlängern kann. Zoe übernimmt die Position der CEO, Jack kümmert sich um die Forschung im Labor. Die Medien stürzen sich vor allem auf die kluge und charismatische Zoe- eine Frau in der Wissenschaft. Investoren, Interviews, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Fotoshootings für die Vogue… Währenddessen wächst auch die Liebe der beiden und alles scheint so perfekt. Der Erfolg scheint unaufhaltbar bis Zoe Unregelmäßigkeiten in den Daten auffallen. Sind sie die ganze Zeit an einer falschen Theorie dran? Oder hat Jack sie belogen? Der schmerzhafte Absturz, der folgt hat für beide dramatische Folgen. Wow, was für ein mitreißendes Buch. Das Gefühl von Unendlichkeit ist die ungewöhnliche Liebesgeschichte von zwei jungen Menschen, die an einer Idee arbeiten, die das Leben der gesamten Menschheit verändern kann. Eine der zentralen Fragen, die dieses Buch beleuchtet, ist die nach unserer Motivation. Was treibt uns an? Anerkennung? Geld? Macht? Und wie weit geht man um diese Dinge zu erreichen- welche Opfer sind gerechtfertigt? Es ist ein gelungenes und realistisches Bild unserer Gesellschaft und davon, wie rasend schnell sich Dinge entwickeln können und natürlich ist die Geschichte fiktiv aber ich denke, dass es genau so laufen könnte. Zwei junge Menschen- eines davon eine WissenschaftlerIN- haben eine Idee, wie man das Altern umkehren kann. Mal ehrlich: Wer wäre nicht begeistert davon? Die ersten beiden Drittel des Buches sind aus Zoes Perspektive geschrieben. Sehr feinfühlig beschreibt Austin Taylor den struggle der wohlerzogenen jungen Frau, die trotz ihrer Genialität doch im Schatten des Bruders steht und sich die Anerkennung des Vaters wünscht. Erst im letzten Drittel erfährt man aus Jacks Perspektive einiges aus seiner Kindheit. Die beiden Erzählstränge unterscheiden sich etwas im Stil. In Jacks Kapitel ist oft nur von „dem Jungen“ die Rede, was Distanz schafft aber auch Jacks Persönlichkeit widerspiegelt. Der wissenschaftliche Part der Geschichte ist wichtig fürs Storytelling- war mir jedoch nie zu viel und ich bin gut mitgekommen, obwohl ich kaum naturwissenschaftliches Wissen habe. Für mich war absolut nicht vorhersehbar wie dramatisch sich die Geschichte entwickelt. Das Gefühl von Unendlichkeit hat mich sehr berührt, daher kann ich es euch von Herzen empfehlen.



































