Das ist nicht mehr Millennium...
... sondern eher eine schlechte Fanfiction. Und die Betonung liegt auf schlecht. Der achte Teil knüpft lediglich was Branco angeht an den siebten Teil an. Der Rest der Handlung dümpelt eher vor sich dahin, es scheint fast so, also ob es darum gegangen wäre, mehrere Kurzgeschichten zu einem Netz zusammen zu spinnen. Es wäre besser gewesen, man hätte intensiver an der Handlung mit Branco gearbeitet. Die Bücher von Karin Smirnoff werden unter dem Titel Millennium verkauft, dabei ist dieser gar nicht mehr gerechtfertigt. Lisbeth und Mikael sind Nebencharaktere, die nichts mehr von ihrem früheren Charme und Grips haben. Früher stand Millennium - und nicht nur die Zeitschrift, sondern die Werke von Stieg Larsson - für Detailliebe und Recherche. Die Werke von Karin Smirnoff hingegen sind sehr platt, die Themen völlig anders. Vergeltung ist sehr "grün", Svala hilft Aktivisten gegen den Bergbau und geht sogar mit Sprengstoff vor. Ihr liegt die Rentierzucht sehr am Herzen und es wird viel Wert auf die indigene Bevölkerung gelegt. Alles wichtige Themen, aber nichts, womit sich Millennium früher auseinander gesetzt hätte. Das Buch arbeitet mit vielen Nebencharakteren und deren eigenen Geschichten. Man erfährt in diesem Buch, wer Lukas Vater ist - die Info ist zwar schön und gut, aber die Geschichte mit Pernilla und Kostas fügt sich nicht in das große Gesamtbild. Auch Henry Salos Tod diesbezüglich, wirkt mehr platziert als natürlich. Auch die Geschichte die sich mit dem Reiniger, Malin und Douglas Ferm aufbaut, war noch ziemlich dünn. Die Geschichte und die Charaktere hätten an sich wahrscheinlich mehr Potenzial und Tiefe, wenn die Bücher mehr Seiten hätten - im Idealfall doppelt so viel. Insbesondere Svala wirkt wie eine völlig fehlgeschlagene Heldin. Sie ist grundsätzlich ein schlaues Mädchen, handelt aber ziemlich naiv, was sehr widersprüchig ist. Auch alles was Svala erleiden muss, prallt beim Lesen eher an einem ab, da man kaum eine Verbindung zu Svala aufbauen kann und ihre Gefühle und daraus resultierende Handlungen kaum nachvollziehen kann. Insbesondere von einer weiblichen Autorin sehr schwache Leistung. Da die Stieg Larsson Reihe unter dem Titel "Millennium" - wie die Zeitschrift für welche Mikael gearbeitet hatte - rausgebracht worden sind, wäre es besser, die Bücher zukünftig unter der Reihe "Gasskassen" laufen zu lassen.















