
📖 Fairy Tale von Stephen King Fairy Tale ist ein düsteres Märchen aus der Feder vom Meister des Horrors. Ich habe zuletzt vor ca. 20 Jahren (ich werde echt alt 🙈) etwas von ihm gelesen, aber ich kenne etliche Verfilmungen und daher auch seinen Stil – Fairy Tale ist unverkennbar ein Stephen King, aber gleichzeitig auch völlig anders. Als der siebzehnjährige Charlie seinem mürrischen und geheimnisvollen Nachbarn Mr. Bowditch das Leben rettet, entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft und er schließt auch Mr. Bowditchs alte Hundedame Radar in sein Herz. Von ihm erfährt Charlie von einer märchenhaften anderen Welt. Um Radar vor dem Tod zu bewahren, begibt er sich in diese Anderwelt, genannt Empis, wo er sich plötzlich nicht mehr nur der Rettung des Hundes gegenübersieht, sondern der Rettung einer ganzen Welt. Die Geschichte beginnt sehr gemächlich und King nimmt sich viel Zeit, seinen Protagonisten und seine Beziehung zu seinem Vater, Mr. Bowditch und Radar zu entwickeln. Diesen Teil habe ich sehr genossen und er war für mich keine Minute langweilig, weil man viel Gelegenheit hat, Charlie besser kennenzulernen und seine Beweggründe zu verstehen. Erst ab Seite 250 beginnt der eigentliche Fantasy-Roman. In Empis begegnen Charlie exzentrische und liebenswerte Charaktere, die ihn ihm ihren Erlöser sehen, ebenso wie alptraumhafte und bitterböse Gestalten. Wo Charlie daheim ein recht gewöhnlicher, aber anständiger Jugendlicher ist, mausert er sich in Empis zu einem Prinzen wie im Märchen, der moralisches Empfinden hat, sich für das Gute einsetzt und nicht davor zurückschreckt, Unrecht auch mit Gewalt zu bekämpfen. Leider zieht sich hier die Handlung für mein Empfinden stellenweise sehr und die Spannung geht etwas verloren. Andererseits passt diese Langsamkeit auch ganz gut zum Inhalt, denn (ohne zu spoilern) auch für unseren Protagonisten zieht sich teilweise die Zeit. Der „Endkampf“ hingegen ist recht schnell abgehandelt und im Gegensatz zu anderen Figuren, bleibt der Bösewicht sehr abstrakt und etwas farblos. Ich hätte es spannender gefunden, wenn der Fokus mehr auf Charlies Nachforschungen zu den Geschehnissen in der Anderwelt gelegen hätte, die zu deren drohenden Vernichtung geführt haben, sowie der Entwicklung des Bösewichts. Meine Kritik ist aber Jammern auf sehr hohem Niveau. King ist hier eine fantastische und spannende Geschichte gelungen mit einem nahbaren Helden und einer fabelhaften tierischen Gefährtin, die man beide ins Herz schließt. Vor allem der Schreibstil ist in meinen Augen brillant: bildhaft, detailliert und flüssig, stellenweise hingegen locker und fast schon flapsig. ⭐⭐⭐⭐,5/5 Für King-Fans sicherlich ein Muss und für alle, die sich in einer märchenhaften Welt verlieren möchten ebenso.



























































