Berührend und erschreckend zugleich. Eine herzerwärmende Liebesgeschichte über mehrere Jahrzehnte, eingeflochten in die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten und die Abgründe des zweiten Weltkriegs. Authentische, nahbare Charaktere. Sehr zu empfehlen.
1918: Gerda und Thomas verleben ihre Kindheit unbeschwert in Westpreußen, 10 Jahre später sind sie ein Paar. Doch nicht nur ihr unterschiedlicher Stand verhindert eine gemeinsame Zukunft, auch die politische Lage spitzt sich immer mehr zu, der Hass auf die Polen wird schlimmer. Gerda soll standesgemäß heiraten, sie flieht nach Danzig und hat Glück, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, doch die Sehnsucht nach Thomas bleibt. Die Lage ist prekär: Hitlers Machtergreifung, der zweite Weltkrieg und wieder bleibt nur die Flucht. Diesen mitreißenden und ergreifenden Roman habe ich als Hörbuch gehört, Sprecherin Simone Kabst hat diesen hervorragend eingesprochen, sie trifft in jeder Szene den richtigen Ton und die unterschiedlichsten Emotionen erlebt man hautnah mit. Der Schreibstil ist sehr angenehm, bildhaft und spannend. Wir begleiten Gerda und Thomas von 1918 bis 1944. Der Beginn der Geschichte ist sehr harmonisch, Westpreußen wunderbar beschrieben und die Freundschaft zwischen Gerda und Thomas sehr tief. Das sie ein Paar werden, ist einfach logisch. Doch ihr Leben hat einen anderen Plan und ist voller Dramatik. Die Figuren sind der Autorin ausgesprochen gut gelungen, sie sind sehr authentisch und lebendig. Es gibt so viele: Gerdas Familie, Thomas, seine Mutter und weitere in Danzig. Aus unterschiedlichen Sichtweisen erleben wir die Schrecken des zweiten Weltkrieges, die Skrupellosigkeit der Funktionäre, die Judenverfolgung und Vertreibung unzähliger Menschen. Die Liebesgeschichte zwischen Thomas und Gerda umfasst die Handlung wie ein wärmender Mantel, obwohl sie sich immer weiter voneinander entfernen. Insgesamt ist es eine imposante Geschichte, verwoben mit den historischen Fakten vor und während des zweiten Weltkrieges in Westpreußen und Danzig. Ich gebe eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Unglaubliche Geschichte über mehrere Jahrzehnte. Dennoch blieben mir die Charaktere fern und ich konnte keine Verbindung zu ihnen aufbauen. Der Schreibstil war zu distanziert. Dennoch ein Buch, das mich berührt hat.


