1. Jan.
Rating:2

2✨ - Nachdem mir Fay unglaublich gut gefallen hat, bin ich von Joe leider sehr enttäuscht. Der Autor verwendet erneut eine äußerst derbe Ausdrucksweise, was mich jedoch nicht gestört hat, da es entscheidend zur Atmosphäre der Geschichte beiträgt. Doch auch wenn die Geschichte wiedereinmal die Themen Gewalt, Missbrauch, Alkoholismus und Armut behandelt und überaus verstörende Szenen schildert, hat mir diesmal der Handlungsfaden gefehlt... auch nach Beenden des Buches bin ich mir nicht sicher, wo die Geschichte eigentlich hin wollte. Zudem hat mich der sehr sprunghafte Perspektivwechsel etwas verwirrt bzw. im Lesefluss gestört. Schade!

Joe
Joeby Larry BrownHeyne
23. Sept.
Rating:4

Vor etwas über einem Jahr las ich meinen ersten Roman von Larry Brown. Damals war ich von seiner Art zu schreiben und eine Geschichte zu erzählen sehr angetan und beeindruckt. So war für mich klar, dass ich jedes weitere Buch des Autors, welches erscheint, lesen möchte. Da Larry Brown leider nicht mehr lebt, werden allzu viele Geschichten wahrscheinlich nicht mehr erscheinen. „Joe“ war nach seinem ersten, grandiosen Roman „Fay“ leider nicht mehr ganz so beeindruckend. Ziemlich ruhig und traurig starten wir in die Geschichte und verfolgen den, schätzungsweise, 15-jährigen Gary dabei, wie er mit seiner Familie durch die Gegend streift. Sie haben keine Bleibe, kein Essen oder Trinken und sie sind vollkommen verwahrlost. Als würde das Ganze nicht reichen, leiden Gary und seine zwei Schwestern, sowie seine Mutter, unter ihrem schwer Alkoholabhängigen Vater. Diesem ist außer seinem Alkohol und den Zigaretten, jeder Mensch auf dieser Welt vollkommen egal. So verfolgen wir Gary dabei wie er anfängt in einem Ort, an welchem sie erstmals verweilen, Fußzufassen. Bis der Junge dann eines Tages Joe kennenlernt und es so scheint, als würde sich alles dem Guten zuwenden. Sowie damals, waren die Charaktere auch diesmal ausgezeichnet, detailliert und realistisch erschaffen worden. Ich möchte gar nicht davon anfangen zu erzählen wie viele ich am liebsten, auf der Stelle, in das tiefste Loch auf der Welt geworfen hätte. Ich habe sie abgrundtief gehasst, vor allem Garys Vater, dieser nichtsnutzige, hinterhältige, gewalttätige und hirnverbrannte Idiot. Jedoch mag ich es, wenn Autoren es schaffen solch einen Zorn, durch die bloße Beschreibung und Handlung von Personen, in mir zu entfachen. Ebenso mag ich es auch, wenn sie es schaffen, mir Personen ans Herz zu legen, sodass ich sie nie wieder gehen lassen möchte. Für mich waren dies Gary und Joe, denn die beiden sind definitiv Charaktere, welche ich so schnell nicht vergessen werde. Obwohl Joe ein wenig verschroben ist und auch (leider) sehr dem Alkohol zugetan, ist er innerlich ein mehr als guter Kerl. Natürlich möchte ich euch nicht Zuviel verraten, aber Larry Brown schafft es mit seinem schonungslosem und realistischen Schreibstil eine Geschichte zu erschaffen, die es so leider viel zu oft in unserer Welt, geben wird. Man möchte des Öfteren einfach nur den Kopf schütteln und weinen, denn was in diesem Buch alles geschieht, ist einfach unfassbar real. Durch seine detaillieren, jedoch nicht zu ausschweifenden Beschreibungen, führt der Autor uns durch eine Welt voller Grausamkeiten, welche als Film vor unserem inneren Auge ablaufen. Das ganze Buch lief, für mich, als Film in meinem Kopf ab. In dieser Geschichte gibt es keinen wirklichen Handlungsstrang, das heißt wir lesen einfach den Tagesablauf von Gary, seinem Vater und von Joe. Wir erkunden ihr Leben, wir verfolgen sie bei ihren Zielen und Geschehnissen. Man darf also nicht erwarten, dass dieses Buch ein Ende hat. Natürlich hat es ein Ende, aber keines mit dem man diese Geschichte abschließen könnte, denn es lässt einem viel Raum zur Interpretation. Diese Geschichte hat mich mal wieder sehr zum nachdenken gebracht und mich leider auch ein wenig traurig gestimmt. Jeder, der keine gewalttätige Dinge lesen kann, sei es angewendete Gewalt an Menschen oder Tieren, sollte dieses Buch nicht zur Hand nehmen. Es geht hier schonungslos zur Sache, denn dieses Buch steckt voller Rauschmittel, Gewalt und Intrigen. Falls ihr kein Problem habt über solch eine Thematik zu lesen, dann schaut euch das Buch mal an, denn für diese außergewöhnliche Art und Weise realistische Geschichten zu erzählen lohnt es sich.

Joe
Joeby Larry BrownHeyne
22. Sept.
Rating:4

4,5 Sterne Larry Brown hat einen unheimlich intensiven Schreibstil. Joe war nach Fay das zweite Buch von ihm, das ich gelesen habe. Es spielt in ärmeren Gegenden Amerikas, wo die Lebensumstände durch Gewalt und Alkoholkonsum geprägt sind. Ich fand es wieder durchweg spannend, schockierend und hat mir wieder einmal gezeigt, wie froh ich bin, nicht in der USA zu leben.

Joe
Joeby Larry BrownHeyne