11. Nov.
Rating:4

Es gibt so Bücher, von denen ich mir nicht so wahnsinnig viel verspreche, die ich aber trotzdem früher oder später haben will. Das hier ist so ein Fall gewesen. Als mir das Buch im neuen Bloggerportal von Randomhouse vorgeschlagen wurde, habe ich es kurzerhand angefragt. Das liegt nicht zuletzt an dem richtig tollen Cover, denn die zwei Bloggerinnen, auf deren Meinung ich den meisten Wert lege, fanden das Buch beide so lala. Ich muss aber sagen, dass ich richtig froh bin, dem Buch doch eine Chance gegeben zu haben. Ich bin mit relativ niedrigen Erwartungen rein gegangen, aber insgesamt konnte es mich eigentlich total überzeugen. Zu Anfang lernen wir Lynn und ihre Mutter kennen. Die beiden leben an einem Weiher, den sie rund um die Uhr verteidigen müssen. Denn Wasser ist knapp geworden und jeder versucht, irgendwie zu überleben. Lynns Mutter ist echt knallhart. Gefühle zeigt sie so gut wie nie und sie ist generell halt ein bisschen komisch. Sie kam für mich immer rüber wie eine ganz alte Frau, dabei kann sie eigentlich erst Mitte 40 gewesen sein. Auf Lynn färbt das natürlich ab. Außer ihrer Mutter hat sie so gut wie nie Kontakt mit anderen Menschen und das merkt man vor allem später im Buch. Allerdings ist Lynn um Längen sympathischer, als ihre Mutter. Durch einen Unfall stirbt Lynns Mutter eines Tages und Lynn ist völlig auf sich allein gestellt. Zumindest bis der humpelnde Nachbar Stebbs vorbeikommt und seine Hilfe anbietet. Mehr will ich jetzt auch gar nicht verraten. Von Anfang an ist kein konkretes Ziel erkennbar, auf das das Buch zusteuert. Es erzählt einfach von Lynns Überleben in dieser Welt. Das Ende konnte mich dann schon noch sehr überraschen. Mir hat Lynns Entwicklung im Laufe der Geschichte richtig gut gefallen. Sie lernt andere Menschen kennen und lernt, was es heißt, Spaß zu haben. Das Ende konnte mich inhaltlich wie gesagt überraschen, es war aber auch ein bisschen traurig. Im Englischen ist bereits ein Sequel erschienen, das aus einer anderen Sicht weitererzählt wird. Zur Übersetzung ist bisher leider noch nichts genaueres bekannt. Fazit: Dieses Buch konnte mich positiv überraschen. Besonders die Survival-Elemente und Lynns Entwicklung haben mir sehr gut gefallen. Sollte der zweite Teil nicht übersetzt werden, werde ich ihn auf jeden Fall auf Englisch lesen. Ich empfehle das Buch jedem weiter, der auch mit ruppigeren Charakteren zurechtkommt und der Survival-Stories mag.

Bis zum letzten Tropfen
Bis zum letzten Tropfenby Mindy McGinnisHeyne
11. Jan.
Rating:4

Lynn ist 16 Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter in einem kleinen, etwas Abseits gelegenem Famhaus. Durch eine Choleraepidemie ist die Zivilisation fast vollständig zusammengebrochen und Wasser ist ein wertvolles Gut geworden. Lynn und ihre Mutter, welche hinter dem Haus einen Weiher direkt vor der Haustür haben, schützen diesen mit allem, was sie haben, fast schon mit ihrem eigenen Leben. Eines Tages wird ihnen nur mehr als bewusst, dass ihr kleines Geheimnis entdeckt wurde und der Teich nicht mehr nur ihrer ist. Der Ernstfall, auf den ihrer Mutter sie jahrelang vorbereitet hat, scheint nun einzutreffen und doch passiert kurze Zeit später etwas, was Lynns Welt, so wie sie sie kennt, aus den Fugen geraten lässt. Ihre Mutter wird verletzt und Lynn muss sich Hilfe in den umliegenden Häusern, Wäldern und Siedlungen suchen und wird dabei nicht nur einmal mit der Frage konfrontiert, was ihr wirklich wichtig ist im Leben, ob sie die Farm wirklich retten kann. Der Schreibstil hat mir von Anfang an wirklich gut gefallen und obwohl ich nur langsam vorran gekommen bin, habe ich mich in die einzelnen Protagonisten wirklich hineinversetzen können. Lynn lernt schon früh, was es heisst, sich für etwas einzusetzen, dass ihr wichtig ist, dass zu ihrem Leben dazu gehört. Mit ihrer Muter zusammen beschützt sie den Weiher hinter dem Haus, das Haus selbst und alles, was dazu gehört. Schon früh lernt sie, wie es ist jemanden zu töten und tötet ihren ersten Gegner mit gerade mal neun Jahren. Durch ihre Mutter lernt sie mit der Situation umzugehen, bekommt es so beigebracht und im Laufe der Jahre bleibt es längst nicht bei einem Erschossenen. Als ihre Mutter jedoch selbst schwer verletzt wird und schließlich stirbt, steht Lynn plötzlich ganz alleine da und erkennt, dass sie nicht alles alleine schaffen kann und muss, dass sie gar nicht richtig alleine ist. Lynn war eine Protagonistin, welche in meinen Augen einen ziemlich großen Wandel durchgemacht hat. Anfangs war sie nur auf ihr eigenes Wohl bedacht, hat fast ohne jeglichen Skrupel das verteidigt, was in ihren Augen verteidigt werden muss. Ich muss ehrlich gesagt auch gestehen, dass sie mir da wirklich an manchen Stellen einfach nur egostisch und auch unsympatisch vorkam. Erst als mit einem ihrer Nachbarn und einer Flüssler - Familie neue Leute in ihrer Leben treten, lernt sie, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt, dass nicht gleich alles mit Gewalt zu lösen ist. Die zarte, aber kleine Liebesgeschichte, die sich dabei zwischen Eli - dem Jungen vom Fluss - und Lynn anbahnt finde ich wirklich gut gelungen und es braucht eine Weile, bis Lynn wirklich Vertrauen zu ihm fast. Seine Schwester Lucy schafft es da schon eher und doch scheint Lynn mit der Situation anfangs etwas überfordert, was sie mir aber nur noch sympatischer gemacht hat. Die Autorin hat mit diesem Buch eines geschrieben, welches ich so bislang noch nicht gelesen habe. Das Thema Wasserknappheit und der Kampf ums tägliche Überleben wurden von ihr detailgetreu wieder gegeben und ich hoffe, bald noch mehr von Mindy McGinnis lesen zu können.

Bis zum letzten Tropfen
Bis zum letzten Tropfenby Mindy McGinnisHeyne
31. Okt.
Rating:3

// Worum es geht // Nach einer Choleraepidemie und dem Zusammenbruch der Zivilisation ist Wasser das wichtigste Gut der Welt geworden. Die 16jährige Lynn und ihre Mutter kämpfen tagtäglich darum, sich Nahrung und Feuerholz zu beschaffen und gleichzeitig ihre kleine Farm mit dem Weiher hinter dem Haus zu bewachen. Als sie jedoch Fußspuren um ihre Wasserquelle herum entdecken wird ihnen klar, dass sie jemand gefunden haben muss und sie wahrscheinlich in großer Gefahr schweben. Als Lynns Mutter auch noch von Kojoten schwer verletzt wird, ist Lynn bewusst, dass sie alleine weder die Farm noch den Weiher schützen kann. Sie braucht Hilfe und muss zum ersten Mal in ihrem Leben die sichere Farm hinter sich lassen… // Was ich davon halte // Als ich das Buch kurz nach seinem erscheinen im Buchladen entdeckt habe, wusste ich, dass ich es lesen möchte. Endzeitromane kann es in meinem Bücherregal nicht genug geben. Der Klappentext klang überzeugend und so wanderte das Buch natürlich mit mir nach Hause. Jetzt, fast zwei Jahre später, habe ich das Buch endlich gelesen. Der Einstieg in die Geschichte ist mir recht schwer gefallen. Es gibt keinen richtigen Anfang, man wird einfach hineingeworfen in den brutalen Alltag von Lynn und ihrer Mutter. Sehr schnell wird klar, die Epidemie hat stattgefunden bevor Lynn zur Welt kam. Das Mädchen kennt keine Zivilisation. Sie kennt nur die Farm auf der sie lebt, den Weiher den sie beschützt und ihre Mutter, die sie nur Mutter nennt. Die beiden Frauen haben nur einen Lebensinhalt und der besteht darin, nicht zu sterben. Es gibt feste Arbeiten, die sie zu erledigen haben, um ihr Überleben zu sichern. Wasser aus dem Weiher holen, es reinigen, um Krankheiten zu verhindern und Wache auf dem Dach halten, um Tiere als auch Menschen fern zu halten. Außerdem müssen sie so oft es geht Feuerholz sammeln oder hacken, denn die Winter sind kalt und unnachgiebig. Mit viel Strenge und einer unfassbaren Härter erzieht Lynns Mutter das Mädchen. Es gibt in ihrer Welt keine Gnade. Nichts und niemand wird verschont. Mit unglaublicher Brutalität werden Eindringlinge niedergestreckt und getötet. Es gibt keinen Kontakt zu anderen Menschen, außer Stebbs, der etwas weiter entfernt ebenfalls ein Lager hat. Er kommt niemals in die Nähe der Frauen und lässt sie in Frieden, die Frauen tun es ihm gleich. Jahrelang hat Lynn nichts anderes gekannt, als genau diese Tagesabläufe. Doch dann passiert das Unglaubliche und Lynn ist plötzlich völlig auf sich allein gestellt. Es wird unfassbar eindrücklich dargestellt, wie stark dieser Überlebenskampf Lynns Mutter geprägt hat und weshalb sie ihre Tochter deshalb mit solch strenger Hand erzieht. Gleichzeitig wird auch die Notwendigkeit verdeutlicht. Die beiden Frauen haben nur eine Chance zu überleben, wenn sie sich verteidigen. Und das ist nur möglich, wenn sie alle Eindringlinge sofort töten. Ohne Gnade. Ohne schlechtes Gewissen. Ohne Reue. Doch leider war mir die Geschichte etwas zu überladen. Lynn nimmt zunächst Kontakt zu Stebbs auf, um später noch auf eine weitere kleine Gruppe Menschen zu treffen. Anstatt den Fokus auf den Überlebenskampf und zwischenmenschliche Beziehungen zu setzen, werden auch noch politische Vorgänge thematisiert, ebenso wie die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts durch sexuelle Übergriffe. Die Geschichte kommt kaum voran und man lernt die Charaktere letztlich nur oberflächlich kennen. Es geht nicht genügend in die Tiefe und alle Themen werden nur leicht angeschnitten, ohne wirklich behandelt zu werden. Einzig die Entwicklung von Lynn war sehr gut ausgearbeitet und zu erkennen. Zunächst war sie ein verschlossenes argwöhnisches Mädchen, das zu nichts und niemandem Vertrauen aufbauen konnte. Gegen Ende konnte sie sich öffnen und legte Wert auf zwischenmenschliche Beziehungen. Insgesamt waren die letzten 70 Seiten das spannendste an der ganzen Geschichte. Ein wenig Action und Spannung ist tatsächlich noch aufgekommen und erst da hatte ich das Gefühl, dass die Handlung voran kommt. Leider war dann das Buch bereits zu Ende, denn von dieser Spannung hätte ich gern noch etwas mehr gehabt. // Fazit // Eine tolle Grundidee mit ausbaufähigen Charakteren, einer sehr guten Grundstimmung und realistischen Szenarien. Im großen und ganzen ein sehr unterhaltsames Buch, das leider nicht sein gesamtes Potential ausgeschöpft hat. Trotzdem werde ich Ausschau nach der Fortsetzung halten, denn das Ende hat mich fesseln können. 3 / 5 Sterne.

Bis zum letzten Tropfen
Bis zum letzten Tropfenby Mindy McGinnisHeyne
7. Sept.
Rating:2

I have been very excited to read this book. Now I am sitting here, book closed and I have no idea what it wanted to tell me. The book was nothing what I expected. The idea to make up a story about water shortage and the fights over it, sounded like an amazing premise. Unfortunately the story itself is far from amazing. For 3/4 of the book the biggest action is shooting some coyotes and going for a hunt. The end holds some surprises but this couldn't save the book for me. Most was just boring and felt absolutely unimportant. The characters felt distant and I hardly cared for any of them. Lynn is an absolutely weird person. Though she grew up in strange circumstances, I can't understand her at all. I also don't understand what made her mother raise her like this. The writing style is kind of strange too. The characters speak with grammatical errors. Still it was a very quick read. I am not sure if I am interested enough to read the second part.

Bis zum letzten Tropfen
Bis zum letzten Tropfenby Mindy McGinnisHeyne
8. Apr.
Rating:3

Ich muss ja gestehen, dass ich das Cover richtig toll finde und dabei das Englische von den Farben her noch schöner als das deutsche Cover. Es fasziniert mich einfach. Ja, also "Not a drop to drink" habe ich neben dem lernen gelesen, ich dachte mir, englisch tut ja dann auch was für meine Prüfung :P Leider hab ich unglaublich lange gebraucht und es ist schwer zu beurteilen, ob es am Buch oder einfach an meinem Zeitmanagement lag. Lynn lebt mit ihrer Mutter an einem Weiher. In einer Welt, in der Wasser wichtiger ist als das Leben selbst. Die Welt ist nach der Cholera Seuche nicht mehr die selbe. Wasser ist knapp, die Menschen leben in weit verbreiteten Siedlungen und die Menschheit ist auf eine mickrige Zahl gesunken. Der Kampf um Wasser endet nicht selten mit dem Tod - das Motto: Kämpen und sterben oder verdursten. Lynns Mutter ist ein harter Knochen, sie schießt bevor sie fragt und hat Lynn auch so erzogen. Denn Lynn kennt nur einen anderen Menschen, den alten Stebbs von "gegenüber". Alle andren lernen nur ihre Schrottflinte kennen. Lynn selbst hat eher die Mentalität einer 12 Jährigen. Sie muss ihr Heim gegen Kojoten und Fremde, die den Weiher besitzen wollen, verteidigen und ist deshalb eine sehr gute Schützin. Nur einmal schießt sie daneben und ab da ändert sich alles. Der Charakter von Lynn wirkt anfangs sehr emotionslos und trocken, als könnte ihr nichts was anhaben. Unterschwellig schwinkt aber immer eine gewissen Unselbstständigkeit mit. Mindy McGinnis hat die Atmosphäre der ständigen Bedrohung sehr gut vermittelt, nur zwischenzeitlich waren die Abschnitte wirklich so dröge wie die Welt. Zeitweise plätschert die Geschichte nur dahin um dann wieder das Tempo anzuziehen und dem Finale entgegen zu hechten. Besonders gut hat mir wirklich die Entwicklung der Charaktere gefallen, die man live und in Farbe miterleben konnte. Beziehungen entwickeln sich und das wurde sehr gut umgesetzt. Ein sehr gutes Szenario mit einem guten Grundtenor, das leider stellenweise einige Längen aufweist. Gefallen hat es mir trotzdem und Teil 2 steht quasi schon in den Startlöchern. Ich bin gespannt was nach dem Ende aus Lynn wird und hoffe im nächsten Teil auf durchgehende Spannung.

Bis zum letzten Tropfen
Bis zum letzten Tropfenby Mindy McGinnisHeyne