Ich bin ein riesengroßer Fan ihrer Black Dagger Bücher und natürlich waren auch die ersten vier Bände der Fallen Angels sehr lesenswert. Sie hat eine gute Ausdrucksweise. Action, Spaß, die Liebe und alles andere, was sie beschreibt, trieft einem von den Seiten in die Fingerspitzen und somit konnte ich immer die Stimmungen einzelnder Charaktere besonders gut nachempfinden. Am meisten gelungen fand ich immer, dass ihre Dialoge einen bestimmten Ton hatten. Man hat nicht einfach nur gelesen, dass die Person gerade sauer ist. Für mich war es, als würde die Person mich direkt ansprechen. Kurzum: Glaubhafte Charaktere und gelungene Dialoge! ABER!!!! J.R.Ward hat mich mit diesem Buch irgendwie enttäuscht. In dem fünften Band Die Begierde habe ich genau diese Dinge vermisst, die ich bisher als wardtastisch bewertet habe. Es gab ganze fünf Stellen, die mich amüsiert haben und über die ich näher nachgedacht habe. Alles andere plätscherte irgendwie an mir vorbei mit der Bitte, dass der entscheidende Punkt doch endlich mal kommen sollte. Neben den Hauptcharakteren gab es Cait, G.B. und Duke - eine dieser Personen ist die Seele um die es in dieser Schlacht geht. Und wenn man bisher Hinweise hatte, so musste man in diesem Band sehr lange warten, bis die Wege sich mal so gekreuzt haben, dass all die Informationen, mit denen Ward den Leser recht üppig versorgt hat, einen Sinn ergeben. Der Hauptgeschichtspunkt drehte sich einfach zu sehr um Sissy. So sympathisch sie ja ist, aber das war mehr als nervig! Jim ist eigentlich die Hauptperson der Geschichte. Aber er kam irgendwie nur vor um dem Leser deutlich zu machen, wie sehr er eigentlich fehlt. Während man lesen kann, was er macht, wird deutlich, dass er nicht an dem Ort ist, wo er sein sollte und was das für Konsequenzen hat. *schnarch* Auch dieses Klischee, was in jedem Buch und jeder Serie Thema ist, dass das Böse irgendwie immer alles mitbekommt und dementsprechend handeln kann, während das Gute fast bis zum Ende im Dunkeln tappt, hat mich diesmal richtig gestört. Das sind diese typischen GRRRR-Momente, wo man einfach nur schreien will. Das Cait zwei Männer kennenlernt und beide anziehend findet, ist zum Glück nicht lange Thema, denn die Entscheidung fällt recht fix - nur die Auswirkungen darauf sind mehr als abenteuerlich und gefährlich. Es geschehen Dinge, wo ich wirklich nur die Augen aufreißen konnte und fragen musste Passiert das hier gerade wirklich???? Am meisten stört mich jedoch, dass es unerklärliche Dinge gab, die nicht richtig aufgeklärt wurden. Als Leser der bisherigen Bände weiß man, dass Jim gestorben ist, aber als Engel auch verletzt werden kann. Er kann sich aber auch unsichtbar machen und noch andere praktische Dinge, wie die Teleportation. Wir wissen auch, dass Sissy tot ist und Jim nur um ihre Seele verhandeln konnte. Und trotzdem ist sie ein völlig normaler Mensch, der auch zur Toillette gehen kann - aber von niemandem gesehen wird. WAS? Wie unlogisch ist das denn bitte? Wurde nie groß thematisiert. Sie trinkt zu viel Kaffee? Aber natürlich muss sie dann zur Toilette. Genau so wurde es auch in dem Buch erwähnt. Da fragt man sich doch, wieso sich die Autorin nicht auch die Mühe gibt zu erklären, wieso das so selbstverständlich ist. Oder kommt die große Überraschung im nächsten Buch und deshalb darf jetzt noch nichts verraten werden? Ebenfalls störend war Devina, die plötzlich Möglichkeiten hatte, die eigentlich nicht hätten unbemerkt bleiben dürfen. Ich meine, what the fuck? Sie kann sich als eine Person ausgeben, aber diese besagte Person hat dann ihre Erinnerung, oder war das Zufall, dass sie davon wusste, weil Devina in ihr drin war?? Diese Möglichkeit scheidet dann aber aus, weil natürlich wird es doch irgendwann bemerkt. Also sowas möchte ich als Leser doch wissen, denn so hat die Geschichte für mich an Glaubwürdigkeit eingebüßt. :/ Charaktermäßig fand ich Cait ganz ok. Es werden ein paar Fetzen aus ihrer Vergangenheit eingestreut und weil sie aktuell an einem Kinderbuch arbeitet, wirkte sie irgendwie niedlich, aber doch so, dass man in ihr schon die erwachsene Frau erkennt. Ich kann sie sehr schlecht beschreiben. Ihre Entscheidungen, und wo sie hinführten, kamen mir zunächst total verrückt vor. Auf der Haben-Seite steht, dass es wieder gut erzählt wurde. Und vorallem natürlich diese kleinen Momente, die mich an die Black Dagger Reihe erinnert haben. Denn Duke arbeitet im Iron Mask und seine Vorgesetzte ist Alex Hass, deren Ehemann John Matthew richtig düster rüberkommt. Xhex und John <3333 Meine Güte, dass war wohl für mich der Höhepunkt des Buches - so kurz es auch war :D (Diesen Hinweis kann man nur verstehen, wenn man die Black Dagger Bände kennt^^) Fazit: Es ist das erste Mal, dass ein Ward-Buch mich nicht aus den Latschen haut. Ich hatte mich schon an die Kessheit gewöhnt, an die Macht der Wendung und dass das Düstere verdammt sexy und normal sein kann, aber bis auf Duke lässt sich diese Stimmung total vermissen. Das war für mich einfach kein wardtastisches Buch und das deprimiert mich richtig. Die Story selbst hatte zwar ungewöhnliche Situationen, die einem kurz den Puls in die Höhe geschossen haben, aber für die weiteren Bücher liegt da nichts verborgen, worauf die Autorin sich hinarbeiten kann. Eine Sache wäre da vielleicht, aber da Ward nicht den Eindruck gemacht hat, es könnte wichtig sein, behaupte ich jetzt einfach mal Devina hat wie immer gelogen. Auch diese Ich-hasse-dich-wie-die-Pest-aber-besser-ich-ficke-dich-dann-kannst-du-niemandem-wehtun-Szenen waren eher störend als, wie bisher, lesenswert. Mir fehlte der Fight zwischen Jim und Devina. Der gewisse Biss, der Hohn, der Wille für diese Schlacht. Mein ward'sches Herz, das schon beim Anblick dieser Bücher einen Ausetzer erleidet, blutet jetzt irgendwie. Man, ich bin einfach so enttäuscht... :(
*Meinung:* Ich bin ein großer Fan der Fallen Angels Reihe. Bisher haben mir alle Bände richtig gut gefallen, sie waren fesselnd, emotional, stellenweise witzig und verdammt heiß. Dies ist meine momentane Lieblingsreihe im Paranormalem Bereich. Gleich mal im Voraus: Diese Reihe muss man unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen! Die Bände bauen aufeinander auf! Der Klappentext ist etwas verwirrend, weil es am Ende des 4. Band überhaupt nicht unentschieden steht, wie es im Klappentext von Band 5 heißt. Ich dachte daher erst ich hätte einen Teil übersprungen. Dem war nicht so und es klärt sich bereits in den ersten Kapiteln was es damit auf sich hat. Inhaltlich kann ich nicht all zu viel sagen ohne zu den Vorgängerbänden zu spoilern. Jim Heron ist die Hauptperson im Buch und er schwebt sozusagen über allem. Ich habe noch nie so einen Storyaufbau gesehen, da neben Jim noch weitere Charaktere einen Haupt- und nicht etwa nur eine Nebenrolle spielen. Neu ist in diesem Band, dass wir es mit einer Dreiecksgeschichte zu tun haben. Cait, die weibliche Hauptperson, muss sich zwischen zwei Männern entscheiden, die unterschiedlicher nicht sein bzw. wirken könnten. Zum einen haben wir da G. B., der ein charmanter Sänger ist und zum anderen haben wir Duke, ein echtes Raubein, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Also hat man dieses mal im Prinzip vier Hauptcharaktere. Jim ist der große Spieler im Wettstreit zwischen Gut und Böse. In dieser Reihe geht es darum, dass die Engel gegen die Dämonen in einer Art Wettstreit um 7 Seelen konkurrieren. Wer die meisten Seelen für sein 'Team' gewinnt, wird die Macht über die Zukunft der Menschen erringen. Beide Seiten haben sich auf den einen großen Spieler geeinigt, der auch direkt auf die Menschen, um die es geht, einwirken kann. Dieser Spieler ist Jim. Unterstützt wird er dabei von seinem 'Kumpel' Adrian, der ebenfalls ein Engel ist. Wie schon in den anderen Bänden ist nicht von vornherein bekannt, um welche Seele es dieses Mal geht. Das muss Jim ganz allein herausfinden und dann versuchen denjenigen auf die Seite zu ziehen, die er für richtig befindet. Dieses Mal ist er aber am Anfang sehr abgelenkt und trifft eine folgenschwere Entscheidung. Devina, die böse Dämonin, mischt sich für meinen Geschmack wieder zu sehr ein, obwohl sie dies gar nicht dürfte laut der Spielregeln. Ich finde das immer sehr befremdlich, wie stark auf bestimmte Regeln hingewiesen wird, aber die Dämonin mit fast allem durchkommt, obwohl sie gar nicht direkt eingreifen darf. Daher ist das ganze eher zu einem direkten Wettkampf zwischen Devina und Jim geworden, als zu dem großen Spiel in dem nur Jim die Schachfigur sein sollte. In diesem Band wird etwas ganz entscheidendes passieren, dass mal wieder alles verändern könnte bzw. teilweise bereits verändert. Devina beeinflusst Jim in diesem Band sehr viel stärker als die andere Seite und das finde ich beunruhigend. Die Autorin gestaltet dieses Spiel einfach total unvorhersehbar und genial. Die Spannung wird im ganzen Buch aufrecht erhalten. Man weiß nie, ob sich Jim gerade um die richtige Seele bemüht und was er tun muss, um diese zu beeinflussen. Seine Gegenspielerin Devina ist abgrundtief böse und versucht alles um die Seelen für sich zu gewinnen. Gedacht war das Spiel am Anfang nicht so, aber nun ist es ins Rollen gekommen. Ich finde das alles unglaublich originell und gut durchdacht. Außerdem weiß man nie wie sich die Seele schlussendlich entscheiden wird und somit ist der Ausgang der Geschichte nicht vorhersehbar. Dieser Band war für mich der düsterste von allen. Adrian und Jim haben so ihre Probleme miteinander und Jim hat sogar noch größere Probleme mit den Erzengeln. Er zweifelt an seine Aufgabe, dem Spiel und dem Sinn des ganzen. Das ist wirklich interessant mit zu verfolgen. Emotional hat mich das Buch einfach umgehauen. Jim Heron ist einer meiner absoluten Lieblingscharaktere. Ich fiebere und fühle mit kaum jemandem so mit wie mit ihm. Er ist rau, teilweise sogar ungehobelt und doch so sympathisch, loyal und stark. Auch die raue Männerfreundschaft in dieser Reihe gefällt mir einfach großartig. In diesem Band muss Jim ganz schön was aushalten und das war stellenweise sehr schwer für mich zu ertragen, aber es war immer in dem Maß, dass man noch Hoffnung hatte und ihm durch seine mentale Stärke zutraute alles mehr oder weniger gut zu überstehen. Devina ist einer der schrecklichsten Charaktere von denen ich je gelesen habe und das war für mich nervenaufreibend. Also eigentlich alles was ich sonst nicht in Geschichten mag, aber hier war es durch Jim einfach ertragbar und sogar unterhaltend. Es ist sehr schwer zu beschreiben. Jim ist so ein herzensguter und starker Mensch, dass er einen einfach in die Geschichte zieht und alles mit erleben und mit ertragen lässt. Etwas genervt hat mich die Dreiecksgeschichte. Ich konnte Caits anfängliche Unentschlossenheit nicht nachvollziehen und gerade Duke wurde einem am Anfang super unsympathisch herüber gebracht. Nach und nach legte sich das dann, aber ich hätte trotzdem drauf verzichten können. Neben Jim gibt es noch jede Menge andere Charaktere, die ich einfach nur unglaublich genial finde. Sie sind mit soviel Tiefe ausgestattet, dass ich mich richtig an sie binden konnte und mit ihnen mitfühlte. Cait ist sehr sympathisch obwohl ich es wie schon gesagt, nicht verstehen konnte, dass sie sich zwischen Duke und G.B. anfangs nicht entscheiden konnte. Duke war mir am Anfang extrem unsympathisch – er macht einige sehr krasse Bemerkungen und Handlungen. Vom Typ her passt er aber super in die Bücher von J.R. Ward – dominant, rau, mutig und ein Beschützertyp. G.B. wirkte dagegen eher weichgespült – er war charmant und umgarnte Cait. Allerdings war auch er mir nicht sehr sympathisch, da er oft mehr an sich als an Cait dachte. Für wen sie sich im Endeffekt entscheidet und welche Rolle die beiden im Großen und Ganzen spielen, müsst ihr selbst lesen. Die erotischen Szenen waren wieder gut in der Handlung verteilt und sehr gut geschrieben. Hier wird nichts übertrieben, aber es kommt auch nicht prüde rüber. Zur Liebesgeschichte kann ich nicht viel sagen, ohne zu verraten für wen sich Cait schlussendlich entscheidet. Ich kann aber sagen, dass die Chemie stimmte und es wirklich heiß herging. Grundidee 5/5 Schreibstil 5/5 Spannung 5/5 Emotionen 5+/5 Charaktere 5++/5 Liebesgeschichte 4,5/5 *Fazit:* 4,6 von 5 Sternen Ich liebe dieses Buch und diese Reihe. Für mich ist es eine der besten Urban Fantasy/Paranormal Romance Reihen. Jim Heron ist einer der beste Hauptcharaktere, den ich kenne. Durch seine unglaublich sympathische und doch raue Art hat er sich in mein Herz geschlichen und ich fühle und fiebere mit ihm mit. Das Buch war vom ersten bis zum letzten Satz unglaublich originell, spannend und emotional. Den kleinen Abzug in der Bewertung bekam das Buch für die, für mich nicht ganz nachvollziehbare, Dreiecksgeschichte. Ansonsten stimmte hier wieder alles. Reihe: Die Ankunft Der Dämon Der Rebell Die Begierde Die Versuchung ...


