6. Apr.
Rating:4

Wenn Geschichten leben

So ein wichtiges und berührendes Memoir über eine mutige und unerschütterliche Frau, das tiefe Einblicke in die indigene Kultur der Waorani gewährt. Die meiste Zeit beim Lesen war ich einfach nur wütend. Auf die skrupellosen Konzerne, die herzlosen Missionare und die Geldgier der Menschen. Umso glücklicher bin ich über den Ausgang von Nemontes Geschichte und dass sie sich ein kleines Stück Gerechtigkeit zurückerkämpfen konnte.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
18. Juni
Rating:5

Ich habe selten so ein einnehmendes Buch gelesen. Nemonte nimmt uns mit in ihre Welt und auch dank ihr konnte ich lernen, die Natur aus einer ganz anderen Sicht zu betrachten, sie mehr zu respektieren und auf die eigene Intuition zu vertrauen. Danke für dieses wichtige Buch!

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
11. Apr.
Rating:5

Absolute Leseempfehlung! Selten hat mich die Stimmung, die zwischen den Zeilen transportiert wird, so beeindruckt und emotional mitgenommen (positiv wie negativ) wie hier!

Nemontes Geschichte ist keine einfache, aber ich denke, es ist eine, die gehört werden sollte. Wir machen uns viel zu selten Gedanken darüber, wo unsere Ressourcen herkommen, oder schauen gar bewusst weg. Der erste Teil des Buches erzählt von Nemontes Kindheit zwischen den Geschichten und Bräuchen ihres Volkes, den Anweisungen und Drohungen der Missionare und den Verlockungen der Weißen. Es war die Stimmung des zunehmenden Sich-Selbst-Verlierens zwischen den Zeilen, die mich unfassbar traurig gemacht hat. Und wenn ich nicht traurig war, dann wütend! Wütend über das Konzept Religion und die Anmaßung seine eigene als das non-plus-ultra hinzustellen, alles andere zu verdammen und dann zeitgleich entgegen der eigenen Lehren zu handeln und keinen Fehler darin zu sehen. Der zweite Teil erzählt Nemontes Weg zurück zu sich selbst und ihrem Volk, und von der Aufnahme des Kampfes für dessen Rechte und gegen die Ölkonzerne. Es war eine Freude zu lesen, wie sich hier zunehmend das Bewusstsein entwickelt nicht machtlos zu sein und gemeinsam etwas erreichen zu können. Das zunehmende Gefühl von Gemeinschaft und purer Lebensfreude, das hier zwischen den Zeilen pulsierte, hat mich am Ende so gepackt, dass ich mit meinem Buch durchs Zimmer tanzen musste.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
8. Okt.
Rating:5

Eine mutige Frau stellt sich einem schier unbezwingbarem Gegner und gewinnt. Wahre Begebenheit

Wie fängt man eine Rezension an über ein Buch, das einen bewegt hat? Wir finden uns im Amazonas wieder, in dem Nemonte Nenquimos Familie und Stamm lebt. Dieser Stamm steht stellvertretend für so viele teils unbekannte Stämme, die seit Ewigkeiten im Urwald Amazonas leben, und ihn sehr genau kennen. Jede Veränderung wird bemerkt, jedes Detail zählt. In enger Verbindung leben die Menschen dort mit den Tieren und Pflanzen. Als eines Tages ein Flugzeug landet, wird schnell klar, dass diese nichts Gutes für den Stamm bedeuten. Es sind Mitarbeiter einer Ölfirma, die eine Ölquelle in der Region ausgemacht haben, wo Nemontes Stamm lebt. Die Mitarbeiter der Ölfirma wollen das Öl bergen, bringen Geschenke, bieten den Einheimischen Jobs an. Zudem kommen einige Missionare, die den Menschen ihren Glauben überstülpen wollen. Erst lässt sich Nemonte überzeugen von der neuen Glaubensrichtung, folgt den Missionaren sogar in die nächst größere Stadt. Doch bald merkt sie, dass dies nicht das wirkliche Glück ist, das sie für ihr Leben benötigt. Sie zieht zurück in ihr Heimatdorf, und versammelt alle betroffenen Stämme um sich, um den Kampf gegen den Ölkonzern anzutreten. Es ist ein sehr persönliches Buch über Nemonte Nenquimo. Sie erzählt ihre eigene Geschichte, die vermutlich vielen Menschen im Amazonasgebiet so oder so ähnlich ergangen sein wird. Die Geschenke sind Dinge, mit denen die Bewohner des Amazonasgebietes wenig bis gar nichts anfangen konnten. Die christliche Religion ist nicht die ihre. Die Jobs bei der Ölfirma sind anstrengend, schlecht bezahlt. Hier wurde – wie so oft – die Bedürfnisse gieriger Wesen anderen Menschen übergebügelt, ohne zu prüfen, ob das wirklich sinnvoll ist. Nemonte ist nicht nur einen schmerzhaften Weg gegangen. Sie war stark genug, um den Kampf aufzunehmen, der sich nach David gegen Goliath angefühlt haben muss. Sie hat viele Gespräche führen müssen mit anderen Stämmen, Überzeugungsarbeit geleistet, und Hilfe an Stellen erfahren dürfen, mit der sie vermutlich nicht gerechnet hat. Sie hat eine Hilfsorganisation gegründet, und ihren Mann kennen gelernt. Nemonte konnte den Kampf gegen den Ölriesen gewinnen. Dieses Buch hat mich in sofern beeindruckt, da es die Wandlung von Nemonte sehr eindeutig beschrieben hat. Zuerst war sie dem neuen gegenüber nicht abgeneigt, auch wenn sie z. B. den christlichen Glauben nicht ganz verstanden hat. Sie wurde entsprechend unter Druck gesetzt von den Missionaren, wurde sozusagen beeinflusst. Aber auch die Wandlung, die Besinnung zu ihrer Vergangenheit und der Geschichte ihres Stammes, war toll zu lesen. Leider hat Nemontes Stamm und die Nachbarstämme sehr viel schlechtes erfahren, während sie für die Ölfirma gearbeitet haben. Allein Nemontes Erfahrung mit den Zähnen hat mich schockiert. Aber ich freue mich sehr für Nemonte, dass sie den Kampf gewonnen hat gegen die Ölfirma und sie einen tollen Partner gefunden hat. Dieses Buch ist eine wahre Geschichte. Die Protagonisten wie Mitch, Nemonte und ihr Bruder können auch im Internet gefunden werden.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
29. Sept.
Rating:5

Lese-Highlight!

Als ich das Cover gesehen und dann den Buchrücken gelesen habe war es sofort um mich geschehen! Von Anfang an hatte mich das Buch in seinen Bann gezogen und ich würde behaupten das ist bis jetzt die bewegenste und interessanteste Autobiographie die ich je gelesen habe. Nemonte Nenquimo ist für mich eine unglaublich starke Frau, die den Mut gehabt hat sich den mächtigen Ölkonzernen in den Weg zu stellen um ihre Heimat zu retten. Ich habe viel über die indigenen Völker des Amazonas-Regenwald und über ihr eigenes Volk, die Waorani gelernt. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen. Gerade zum Ende ihrer Erzählung kamen mir die Tränen. Die Naturverbundenheit der Völker mit dem Amazonas-Regenwald ist einfach beneidenswert und wunderschön❤️

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
15. Sept.
Rating:5

Top aktuell! Bewegend, eine wichtige Stimme!

**** Worum geht es? & Mein Eindruck **** Ein Buch über das man nicht viel sagen muss, denn meiner Ansicht nach, sollte man es einfach lesen! Es ist die Geschichte von Nemonte und Mitch, aber vor allem die Geschichte aller indigenen Völker, im Regenwald oder sonst wo auf der Welt. Es ist ein Statement, ein Kampf der Möglichkeiten eröffnet und der Einblick in eine Lebensweise, die uns hoffentlich noch besseres lehren wird. Es ist ein beeindruckendes Buch. Die Bilder in der Mitte lassen es erst so richtig real werden und ich möchte einfach Danke sagen. Danke für diese Worte, für diese Erzählung und diese reflektierten Einblicke und Emotionen. Ich habe viel gelernt und werde dieses Buch nicht vergessen. **** Empfehlung? **** Wer etwas über das Leben indigener Völker, vor allem in Ecuador, lernen möchte, sollte dieses Buch lesen. Eine absolute Bereicherung.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
18. Aug.
Post image
Rating:4.5

🌎 [Werbung. Rezensionsexemplar.] Rezension zu „Tochter des Regenwaldes“ von Nemonte Nenquimo, übersetzt von Elisabeth Schmalen und Katharina Uhlig, erschienen am 22. Juni 2024 im Heyne Verlag, 400 Seiten, 24€. • Dieses Buch hat den wahnsinnig starken Untertitel „Meine Wurzeln, mein Volk und unser Kampf gegen die Zerstörung unserer Heimat“. Und genau das ist der wichtige Inhalt des Buchs. Die indigene Aktivistin Nemonte Nenquimo nimmt die Leser*innen an die Hand und nimmt uns mit auf die Reise in ihre Vergangenheit. Sie schildert ihre Kindheit und Jugend in ihrem Stamm der Waorani, wie sie erwachsen geworden ist, erwachsen werden musste, und lässt uns am Kampf für ihr Volk teilhaben. Die Schilderungen aus der Kindheit und Jugend habe ich zuerst nicht so ganz verstanden, ich wusste nicht, wieso Nemonte Nenquimo uns das alles erzählt. Ihre Geschichte, die auch die Geschichte ihres Stammes ist, beginnt aber genau dort: bei den Wurzeln ihres indigenen Volks, wie sie leben, welche Traditionen sie haben, wie und was sie essen und trinken, die Jagd und die uralten Legenden der Waorani. Zu Nemonte Nenquimos Kindheit gehört auch leider die christliche Kirche. Ich fand es ganz furchtbar zu lesen, wie versucht wurde, die Waorani an den christlichen Glauben zu ketten und wie es dem Volk förmlich eingeimpft wurde - ihnen wurden „westliche“ Namen gegeben, sie sollten „normale“ Kleidung anziehen und sonntags schön brav in die Kirche gehen. Sonst sind sie Ungläubige und der Teufel kommt sie holen. Ein Paradebeispiel, wie schlimm, furchtbar und teilweise traumatisierend die Missionierungen des Christentums sein können. » Tief in meinem Inneren verstand ich, dass es zwei Welten gab. Eine, in der sich unser verrauchtes oko mit der Feuerstelle befand, in der mein Mund Maniok in Honig verwandelte, die Papageien „Mengatowe“ riefen und meine Familie meinen richtigen Namen benutzte - Nemonte, was „viele Sterne“ bedeutete. Und eine andere Welt, in der uns die Weißen vom Himmel aus beobachteten, das Herz des Teufels schwarz war, es so etwas wie eine „Ölgesellschaft“ gab und die evangelikalen Missionare mich Inés nannten. « (Zitat S. 41) Mit der Christianisierung des indigenen Volks kamen auch die Ölfirmen. Zuerst beraubte man den Menschen ihren uralten Glauben an ihre Legenden, dann beraubte man ihnen ihren Lebensraum. Die Schilderungen, die Nemonte Nenquimo niedergeschrieben hat, sind so herzzerreißend und machen wütend - wie die Menschen belogen wurden, für dumm verkauft wurden, wie sie teilweise ihre Kinder an die Umweltverschmutzung verloren haben. Das alles und noch viel mehr ist der Kampf, den die Waorani zusammen mit anderen indigenen Völkern austragen mussten. All das, weil reiche weiße Menschen zu gierig waren und mit unfairen Mitteln gekämpft haben. Nemonte Nenquimo hat mit ihrem Buch „Tochter des Regenwalds“ ein wichtiges Stück Zeitgeschichte niedergeschrieben, sie bringt das Wissen über ihr Volk in die Außenwelt. Wir können davon so viel lernen und können viel besser verstehen, warum es so unfassbar wichtig ist, indigene Völker, die Umwelt und diesen Planeten zu beschützen. » Zeit tat weh, die Art, wie sie verging. « (Zitat S. 218) „Tochter des Regenwalds“ von Nemonte Nenquimo verdient viel mehr Aufmerksamkeit. Listen and learn.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
14. Aug.
Rating:3.5

Rezension ist teils für das Buch, teils für das Hörbuch. Beim Buch hatte ich ehrlich gesagt so meine Schwierigkeiten, reinzufinden. Wahrscheinlich auch, weil es das erste Buch für mich war, das von den Indigenen in Südamerika handelte. Und dann "auch noch" als Biografie. Das Hörbuch hat dann einiges gerettet, nicht zuletzt wegen der guten Sprecherin. Auch die Geschichte hat mich dann immer mehr in ihren Bann gesogen. Durchaus also hörens- und lesenswert.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
9. Aug.
Eine sehr eindrückliche Hommage an den Regenwald
Rating:4.5

Eine sehr eindrückliche Hommage an den Regenwald

Als ich „Tochter des Regenwaldes“ von Nemonte Nenquimo entdeckte und den Klappentext las, war ich sofort Feuer und Flamme. Nicht nur, weil es sich um die Geschichte einer indigenen Umweltschützerin handelt, sondern auch, weil ihr Volk aus dem Amazonasgebiet des Geburtslandes meines Freundes stammt, was das Buch für mich natürlich noch interessanter machte. Und hierum geht es: Nemonte Nenquimo wird in den Stamm der Waorani im Regenwald Ecuadors hineingeboren. Von den Stammesältesten lernt sie von klein auf alles über das Leben im Wald, die heilende Kraft der Pflanzen, spirituelle Mächte und jahrhundertealte Erzählungen. Mit vierzehn Jahren verlässt sie den Regenwald das erste Mal, um in der Stadt zur Schule zu gehen – doch sie lebt im ständigen inneren Zwiespalt zwischen der Kultur ihres Stammes und der christlichen, die ihr in der Schule vermittelt wird. Immer häufiger erscheinen ihr ihre Vorfahren in ihren Träumen und flehen sie an, sich auf ihre eigenen Wurzeln zu besinnen – und irgendwann folgt Nemonte diesem Ruf. Sie kehrt zurück in die Gemeinschaft ihres Stammes und kämpft fortan für ihr Volk und gegen den Ausverkauf der Natur. „Tochter des Regenwaldes“ erzählt nicht nur eine spannende und gut lesbare Geschichte über den Kampf der Waorani gegen die Erdölförderung in ihrem Gebiet, sondern bringt uns vor allem das Leben und die Kultur des Stammes näher. Wer viele Details und Faktenwissen über den Gerichtsprozess der Alianza Ceibo gegen den ecuadorianischen Staat erwartet, ist hier falsch, denn diese nehmen nur die letzten ca. 15% des Buches ein. Vielmehr handelt es sich bei diesem Buch um eine sehr eindrucksvolle und unterhaltsam geschriebene Biographie Nemonte Nenquimos, die als Hommage an den Amazonas und seine gesamte Flora und Fauna gelesen werden kann. Die Geschichte von Nemonte hat mich sehr berührt und mir vor allem vor Augen geführt, wie selbstverständlich und beinahe ‚naturgegeben‘ wwir westlichen Zivilisationen unsere Lebensweise und Kultur betrachten, ohne uns bewusst zu sein, dass unser ‚Weg‘ nicht der einzig richtige ist. Besonders die sehr eindrücklichen Erzählungen über das alltägliche Leben und die Bräuche der Waorani fand ich sehr interessant und haben mich oft zum Nachdenken angeregt. Umso erschreckender war es zu lesen, wie sehr den indigenen Völkern des Amazonas der ‚Wille der Weißen‘ aufgezwungen wird und mit welch unfairen Mitteln der ecuadorianische Staat im Kampf um das Amazonasgebiet und seine Erdölreserven spielte. Da es sich um eine Erzählung handelt, die sich über viele Jahre und Jahrzehnte erstreckt, hätten Nemonte und Mitch meines Erachtens einige grobe Zeitangaben machen können. Wenn man des Spanischen mächtig ist, kann man sich zwar die Daten vieler Ereignisse ‚ergooglen‘, aber das Fehlen jeglicher Zeitangaben führte leider oft zu Verständnisproblemen bezüglich der Chronologie. Alles in allem war „Tochter des Regenwaldes“ für mich ein sehr interessantes und lehrreiches Buch, das ich jederzeit weiterempfehlen würde.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
18. Juli
Post image
Rating:5

Nemonte Nenquimo gehört zum Stamm der Waorani, die im Regenwald Ecuadors beheimatet sind. Ihr ruhiges Leben mit vielen Traditionen und Ritualen wird jäh gestört, als weiße Missionare ins Dorf kommen, eine Kirche bauen und an einer Schule Unterricht geben. Damit die Weißen mit ihrer Mission Erfolg haben, gibt es Geschenke für die Einheimischen bis hin zu Kleidung, die man sich verdienen muss. Als dann der Wald immer mehr abgeholzt wird und die Ölbarone ihre Schneisen durch die Landschaft ziehen, bekommt Nemonte erste Zweifel. In einer Schule, die sie die christlichen Werte lehren soll, erkennt Nemonte, dass sie sich ihre Wurzel besinnen muss, um wieder glücklich werden zu können. Sie kehrt zu ihrem Stamm zurück und beginnt einen Kampf, der nicht nur für die Zukunft ihres Volkes von entscheidender Bedeutung ist. Nemonte Nenquimo schreibt auf den ersten Seiten, dass sie Angst vor der Veröffentlichung des Buches hatte. Aber ich finde, dass es die richtige Entscheidung war. Gerade wenn man nicht direkte Berührungspunkte mit den Ureinwohnern Ecuadors hat, ist dies ein wichtiges und vor allem authentisches Buch, das nicht nur wachrüttelt, sondern auch das Leben der Waorani und die durch die Weißen verursachten Veränderungen aufzeigt. Es ist eine sehr lebendig geschriebene Autobiographie, die einen sehr guten Einblick in das Leben, die Rituale und vor allem die Veränderungen aufzeigt. Auch urteilt Nemonte nicht, sondern bleibt sachlich, stellt Vergleiche an und hinterfragt. Das Buch enthält schöne Erlebnisse, aber auch viele erschreckende. Manches ist nicht leicht zu verdauen, aber wer sich mit Nemonte auf die Reise begibt, wird es nicht bereuen, sondern eine ganz besondere Seite von Ecuador entdecken und kennenlernen. Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, man erfährt sehr viel über die Riten und Gebräuche, das Leben des Stammes Waorani, aber auch, wie die Weißen Unruhe und Veränderung in den Regenwald brachten. Ein Buch, das hoffentlich wachrüttelt und zum Nachdenken anregt.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
5. Juli
Absolut lesenswert!!!
Dieses Buch schlägt ein wie ein Blitz
Rating:5

Absolut lesenswert!!! Dieses Buch schlägt ein wie ein Blitz

"Ich konnte nicht zurück nach Hause. Dafür war es zu spät. Ich hatte den Wald vor vielen Jahren verlassen, weil ich an die Weißen glaubte. Ich hatte ihnen vertraut, gedacht, sie seien besser als wir. Ihre Haut, ihre Zähne, ihre Kleidung, ihre Flugzeuge, ihre Versprechen. Aber inzwischen wusste ich, dass sie keine Grenzen kannten, dass sie alles wollten. Sie wollten unsere Seelen retten, unsere Geschichten verändern und unser Land stehlen. Die entfernten, in der Tiefe der Dorfnacht rumpelnden Bohranlagen kamen unaufhaltsam näher. Und ich wusste immer noch nicht, was ich dagegen tun sollte." (S. 225) TW: Körperliche, seelische oder sexualisierte Gewalt; Rassismus; Tod; Suizid Meine Meinung: Nah, wann seid ihr das letzte Mal mit dem Auto gefahren? Habt ihr euch auch gefragt welchen Preis das Öl für Menschen auf der anderen Seite der Welt hat. Wer das Buch liest, wird denke ich bewusster Autofahren bzw. es vielleicht öfters stehen lassen. Was für ein beeindruckendes Buch und Lebensgeschichte - für mich ein Jahreshighlight. Das war genau was ich mir erhofft habe: ein so nie dagewesener Einblick in die fremde Kultur der indigenen Völker und deren Ausbeutung durch die Weißen. Nemonte Nenquimo zeigt einen intimen Einblick in ihr Leben im Amazonasgebiet, welches nach und nach durch die Weißen ("cowori") bedroht wird. Mit erschrecken habe ich gelesen wie die cowori Krankheiten brachten, Missionare auf perfide Weise die Indigenen für ihre Zwecke ausnutzen und die Heimat der Menschen zerstören. Schrecklich fand ich auch wie durch die Weißen Eigenschaften bei den Indigenen erweckt wurden, die vorher nicht da waren: Neid, Schönheitsideale und Gier. Beim Lesen wechselten meine Emotionen von Wut über Mitleid bis hin zu Hass und Ungläubigkeit. Das Buch ist sehr spannend geschrieben und lässt sich schnell lesen. Gerade der erste Teil hat mich sehr gefesselt. Zwischen Teil 1 und Teil 2 gibt es einen Zeitsprung, gerne hätte ich noch mehr dazwischen gelesen. Ich kann aber nachvollziehen, dass es den Rahmen des Buches sprengen würde und möglicherweise auch zu schmerzhaft für die Autorin zu schreiben war. Es ist eine Geschichte die sich ins Gedächtnis brennt und man nicht mehr so schnell vergisst. Ich bin froh das Buch gelesen zu haben und empfehle unbedingt das Buch zu lesen. Vielen Dank an @team.bloggerportal und @heyne für das Rezensionsexemplar.

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne
4. Juli
Rezensionsexemplar 

"Tochter des Regenwaldes" ist definitiv ein Buch, das jeder gelesen haben sollte, sei es in der Schule oder zu Hause. Es regt zum Nachdenken an und verändert den Blick auf die Welt. Für mich ist es definitiv ein Jahres-Highlight.
Rating:5

Rezensionsexemplar "Tochter des Regenwaldes" ist definitiv ein Buch, das jeder gelesen haben sollte, sei es in der Schule oder zu Hause. Es regt zum Nachdenken an und verändert den Blick auf die Welt. Für mich ist es definitiv ein Jahres-Highlight.

Ich habe mich schon immer für das Leben indigener Völker interessiert, und dieses Thema hat mich tief beeindruckt. Die Geschichte von Nemonte beginnt in ihrer Kindheit, und wir erfahren viel über ihr Leben im Wald mit ihrer Familie. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie die „Weißen“ das Leben der Waorani und anderer Völker verändern und ihre eigene Lebensweise aufzwingen wollen. Auch Nemontes Reise als Jugendliche war faszinierend – wie sie sich selbst und ihre Wurzeln verlor und wiederfand. Erschreckend war der Blick auf die Ölkonzerne und deren rücksichtsloses Vorgehen zur Zerstörung des Regenwaldes. Auch nach dem Beenden des Buches lässt es mich über unsere Welt nachdenken: Was wäre, wenn wir alle so lebten wie die Völker des Regenwaldes? Warum hören wir nicht auf andere Völker? Warum lernen wir nicht voneinander?

Tochter des Regenwaldes
Tochter des Regenwaldesby Nemonte NenquimoHeyne