7. Jan.

Dieses Buch ist für mich pure Nostalgie und ich habe mich wahnsinnig auf Ruwenda gefreut. Ich konnte mich auch noch an manche Passagen erinnern und daher war die Vorfreude groß. Doch rückblickend frage ich mich, ob man nicht manche Bücher besser ruhen lassen sollte, insbesondere, wenn viele Erinnerungen an ihnen hängen.   Kurz zusammengefasst geht es um das Königreich Ruwenda, das von einem Zauberer angegriffen wird. Die drei Töchter der Königsfamilie müssen fliehen und Prüfungen bestehen.   Das Buch ist von drei Autorinnen geschrieben, wobei jede Autorin eine Figur „verantwortet“. Und mir ist bewusst, dass es sich schon um ältere Fantasy handelt und der Schwerpunkt definitiv nicht auf der Charakterentwicklung liegt. Nach wie vor fand ich die Welt Ruwenda, ein Sumpfland, mit seinen verschiedenen Völkern spannend und genoss vor allem das Reisen der Protagonistinnen durch das Reich. Auch mochte ich das geheimnisvolle „Versunkene Volk“, dessen technisch hochentwickelte Artefakte eine wichtige Rolle in der Geschichte spielen.   Doch es gab für mich ein Manko, das mich früher nicht so sehr gestört hatte, mich dieses Mal jedoch leider zunehmend irritierte: Die stereotype Gestaltung der drei Töchter. Da gibt es die Denkerin, die Emotionale und die Mutige. Und genau das Bild, das ihr jetzt im Kopf habt, trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit zu. Gut, ein bisschen verändern sich die Damen, aber hier sprechen wir von homöopathischen Dosen. Und das hat mich auf Dauer leider einfach vom Lesen abgehalten, jedes Kapitel zog sich und irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich der Zauber sich nicht mehr einstellen wollte.   Und ich bin wirklich etwas traurig, denn zu gerne hätte ich auch die anderen Bücher gelesen, aber es passt nicht mehr.

Die Zauberin von Ruwenda
Die Zauberin von Ruwendaby Marion Zimmer BradleyHeyne