8. März
4 🌟 Hildegard-Gold aus dem Tauschregal: Tropische Dark Romance trifft auf englische Familien-Statistik!
Rating:4

4 🌟 Hildegard-Gold aus dem Tauschregal: Tropische Dark Romance trifft auf englische Familien-Statistik!

Ladys, ich bin absolut vernarrt in das, was meine Freundin Sabina so liebevoll „Hildegard-Romanzen“ getauft hat. Sobald ich mal wieder eines dieser Buchcover aus dem Tauschregal fische, auf dem ein düsterer Gentleman einer sehr offenherzigen Dame im Nacken hängt, ist mein Abend gerettet, kekeke! Und dieses Exemplar hier ist ein wahres Prachtstück der Kategorie düsterer Sündenfall! ​Die Ausgangslage ist nichts für schwache Nerven und so weit weg von einer seichten Liebesgeschichte wie Ryder Sherbrooke von einem Heiligenschein. Sophia steckt in einer absoluten Hölle fest. Ihr Onkel ist ein wahres Monster, der sie krankenhausreif schlägt, ihr gegen die Rippen tritt und sie eiskalt mit ihrem kleinen Bruder Jeremy erpresst. Um ihn zu schützen, muss sie die Rolle der verruchten „Inselhure“ spielen. Ich sag’s euch, dieser Teil hat mich total gefesselt! Das ist Dark Romance würdig, wie es im Buche steht! ​In dieses hochexplosive Umfeld platzt Ryder Sherbrooke, und wer jetzt einen strahlenden Retter erwartet, hat die Rechnung ohne diesen Typen gemacht. Er sieht Sophia und stempelt sie innerhalb von Millisekunden als billige Ware ab. Ryder glaubt, er könne sich alles herausnehmen. Er reißt ihr die Kleidung vom Leib, begrabscht sie ohne Skrupel und demütigt sie nach Strich und Faden. Er will diesen „Satansbraten“ unbedingt beherrschen! Völlig blind dafür, dass ihr Widerstand kein kokettes Spielchen ist, sondern das bittere Ergebnis jahrelanger Traumata. Sophia wiederum merkt schnell, dass man Ryder nicht so leicht austricksen kann wie die anderen Männer. Es ist ein hochgradig toxisches Katz-und-Maus-Spiel, das vor Intensität fast verbrennt. Es geht blutig zu, Menschen sterben und die Gewalt ist oft erschreckend real. ​Im zweiten Teil wird Ryder zwar zum Schmusekater, da er endlich begreift, wer Sophia wirklich ist. Trotzdem war dieser Abschnitt für mich leider etwas enttäuschend. Man merkt extrem, dass dieses Buch Teil einer riesigen Familiensaga ist. Die Sherbrooke-Verwandtschaft mit ihrem ewigen Geplänkel war für mich eher ein nerviger Klotz am Bein, der das Tempo komplett rausgenommen hat. Besonders die Auflösung rund um Ryders Privatleben und gewisse „Verpflichtungen“ aus seiner Vergangenheit wurde mir viel zu viel und gleichzeitig zu nebensächlich und fast schon lustlos abgefrühstückt. Da hätte ich mir deutlich mehr emotionalen Tiefgang gewünscht statt dieser seltsamen statistischen Spielereien mit seinem Bruder. ​Ein wichtiger Punkt noch zum historischen Kontext: Da das Buch auf einer Plantage spielt, ist das Thema Sklaverei allgegenwärtig und es fällt leider auch das N-Wort. Man merkt, dass das Buch aus einer Zeit stammt, in der man für diese Themen noch nicht so sensibilisiert war. Ich sehe es so: Es ist historisch leider korrekt für die Ära dargestellt, auch wenn es heute schmerzt, das so unverblümt zu lesen. Mit der eigentlichen Romance hat das Thema wenig zu tun, aber man sollte es vor dem Lesen wissen. ​Wer Lust auf eine „Hildegard-Romanze“ hat, die einen im ersten Teil mit ihrer Brutalität und Leidenschaft völlig überrollt, sollte dieses Tauschregal-Juwel unbedingt lesen. Der Insel-Teil ist und bleibt absolutes DR-Gold!

Die Satansbraut
Die Satansbrautby Catherine CoulterHeyne